Kernen Bauarbeiten bei der Yburg

Volker Borck (rechts) und Mitarbeiter Halil Bylygbashi errichten das Toilettenhäuschen bei der Yburg. Foto: Striebich / ZVW

Kernen-Stetten. Seit einigen Tagen wird oberhalb der Yburg gebaggert und betoniert: Das Toilettenhäuschen, in dem zukünftig bei Veranstaltungen die mobilen Klo-Kabinen untergestellt werden, nimmt Gestalt an. Gegen eine feste Sanitäranlage hatte sich die Gemeinde aus Kostengründen entschieden.

Wer das Frühlingswetter für einen Spaziergang in den Weinbergen nutzt und den Blick von der Yburg ins Tal schweifen lässt, kann sich derzeit einen Spaß daraus machen, Baukräne zu zählen. Sieben Stück ragen allein zwischen den Dächern in Stetten hervor. Doch nicht nur im Dorf wird gebaut, auch oben beim Stettener Wahrzeichen tut sich was. Sybabo, die Baufirma von CDU-Gemeinderat Volker Borck, ist einmal mehr in der Vorbereitung auf die Remstal-Gartenschau im Einsatz.

Einige Meter oberhalb der Yburg wird seit einer Woche das Häuschen errichtet, in dem zukünftig mobile Toiletten untergestellt werden sollen. Diese werden von der Gemeinde für Veranstaltungen gemietet, die hier stattfinden.

Eine feste Toilettenanlage wäre zu teuer geworden

„Wir errichten hier quasi die Einhausung, in die nachher die Dixi-Toiletten gestellt werden“, erklärt Borck. Ursprünglich hatte die Gemeinde überlegt, hier eine feste Toilettenanlage zu installieren. Das scheiterte an den hohen Kosten – der Anschluss ans Bewässerungssystem der Stettener Weingärtner oder ans Sängerheim hätte rund 250 000 Euro gekostet. Auch die Variante mit Wassertanks, die bis zu 10 000 Liter Wasser zum Händewaschen und für die Spülung fassen, verwarf der Gemeinderat. Weil die Gefahr besteht, dass Keime in den Tank geraten, hätte dieser regelmäßig frisch aufgefüllt werden müssen. Allein das Wasser hätte pro Veranstaltung 500, 600 Euro gekostet. Hinzu wären der Aufwand und die Kosten für die Reinigung der Leitungen gekommen.

Nun wird also die wohl günstigere, aber immer noch 50 000 Euro teure, Variante gebaut: eine U-förmige Einhausung aus Beton und Holz links des Weges hinab zur Yburg. Bei zukünftigen Veranstaltungen werden die gemieteten Toilettenkabinen also nicht mehr an der Weinbergstraße Spalier für Spaziergänger stehen. Stattdessen werden sie für Veranstaltungen von oben eingelassen – das Dach ist abnehmbar. Es wird aus einer Stahlkonstruktion bestehen, die wie die Holzschale des Häuschens mit Rankpflanzen begrünt werden soll.

Wegen drohenden Steinschlags gesperrt

Der Eingang des neuen Toilettenhäuschens wird zumindest theoretisch barrierefrei. Für Rollstuhlfahrer ist der Weg, an dem das Häuschen errichtet wurde, aber eigentlich zu steil. Eine mobile barrierefreie Toilette passe aber in die Einhausung, erklärt der Kerner Bauamtschef Peter Mauch.

Die Arbeiten im Umfeld der Yburg sind laut Mauch so gut wie abgeschlossen. Unter anderem wurde das Gelände neu modelliert, Sitzgelegenheiten geschaffen, Trockenmauern errichtet, Wege saniert und Pflanzen gesetzt. Am wichtigsten war allerdings die 385 000 Euro teure Sanierung des Mauerwerks der denkmalgeschützten Yburg selbst. Verwitterung und Salzeintrag im Sandstein hatten ihr so sehr zugesetzt, dass sie wegen drohenden Steinschlags gesperrt werden musste. Ihre Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück.


Neue Beton-Bank

Weil ein Sitzelement auf der Südseite der Yburg nach Angaben von Bauamtschef Peter Mauch „nicht so aufgestellt wurde, wie wir uns das gewünscht haben“, wurde es kurzerhand wieder abgebaut. „Auf Kosten vom Anbieter“, wie Mauch betont.

Stattdessen wird in den kommenden Wochen eine neue Sitzgelegenheit aus Beton geschaffen – „in der Farbe der Yburg“, kündigt Peter Mauch an.

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