Kernen Malathounis: 16 Punkte bei Gault Millau

Ioannis Malathounis: „Wir sind kontinuierlich besser geworden.“ Das Stettener Feinschmeckerrestaurant hat jetzt beim Gault Millau 16 Punkte und schloss zum bisherigen Spitzenduo Avus und Oettingers Hirsch auf. Foto: Schneider /ZVW

Kernen. Der Weg für Anna und Joannis Malathounis führt geradewegs nach oben. In den Gourmethimmel. Nach dem Stern im Feinschmeckerführer Michelin hat der Gault Millau jetzt nachgezogen und an das Stettener Restaurant in der 2016er-Ausgabe 16 Punkte vergeben. Die bedeuten nach dem Verständnis des Gourmetführers, dass bei Malathounis „Kochen zur Kunst wird“.

16 Punkte bedeuten für das Malathounis, dass es sich mit an die Spitze der Gourmetrestaurants im Rems-Murr-Kreis gesetzt hat und zum Fellbacher Spitzenduo aufschloss, dem Avui in Fellbach und Oettingers Hirsch in Schmiden. Joannis Malathounis gelinge „eine ,Modern greek Cuisine’, die Griechenlands Nähe zum Orient demonstriert“, heißt es in der Pressemitteilung zur 2016er-Ausgabe des Gault Millau. Anna und Joannis Malathounis haben am Montagabend bei einem schwäbischen Essen von den 16 Punkten erfahren. Per SMS. Und dann „ein bissle gefeiert“, sagt Anna Malathounis am Morgen danach.

Wer und wann das Restaurant vom Gault-Millau-Tester besucht worden ist, ist den Malathounis’ völlig schleierhaft. „Wir haben nichts mitgekriegt“, sagt Anna Malathounis, die sich um die Gäste kümmert. „Die Gaststube mit liebevoll eingedeckten Tischen ist das Reich von Anna Malathounis, die sich nicht nur charmant um ihre Gäste kümmert, sondern auch kompetent beim Wein berät“, hieß es schon über ihre Gastfreundschaft. Sie hofft, dass sie aufgrund der beschriebenen Speisen zumindest grob auf den Zeitraum kommt, in der der Tester in Stetten vorbeigeschaut hat. Manchmal habe man schon das Gefühl, dass ein Gourmettester am Tisch sitze. Diesmal aber nicht.

Der Stern, der 2015 über Stetten aufgegangen ist, habe sich bei den Gästezahlen durchaus bemerkbar gemacht. Die Auszeichnung habe das Restaurant bekannter gemacht. „Die Schwaben brauchen halt länger“, sagt Anna Malathounis.

Länger gebraucht hat auch der Gault Millau, dem Malathounis die begehrten 16 Punkte zu verleihen. Zumal „wir kontinuierlich besser geworden sind“, sagt Joannis Malathounis selbstbewusst.

Spitzenreiter beim Gault Millau in Baden-Württemberg sind nach wie vor die Schwarzwaldstuben (19,5 Punkte) und das Bareiss in Baiersbronn, gefolgt vom Brenners Park-Restaurant in Baden-Baden und dem Landgasthof Adler in Rosenberg bei Crailsheim (je 18 Punkte) sowie weiteren 17 Gourmettempeln mit 17 Punkten.

Weinguide: „Die jungen Feinen“

Viel Lob hatte der Gault Millau Weinguide übrig für Württemberger im Allgemeinen und Remstäler Weine im Besonderen. Eine Auszeichnung gibt es aber in der 2016er-Ausgabe keine. Unter Aufsicht des Herausgebers und Chefredakteurs Joel B. Payne hat ein Team von über 25 Weinexperten 13 000 Gewächse von 1200 deutschen Weingütern probiert.

In der Rangliste der Remstäler Weingüter hat es keine Veränderungen gegeben. An der Spitze stehen mit vier Trauben nach wie vor die Fellbacher Gerhard Aldinger und Rainer Schnaitmann. Drei rote Trauben, wobei Rot für „besondere Aufmerksamkeit“ steht, hat Albrecht Schwegler aus Korb. Zur Spitze zählt der Gault Millau Weinguide ferner mit drei schwarzen Trauben die Weingüter Jürgen Ellwanger, Winterbach, und Karl Haidle, Stetten.

Das Kapitel über Württemberg hat der Gault Millau mit „Die jungen Feinen“ überschrieben und geht damit auf den Generationswechsel ein, der sich derzeit in vielen Weingüter vollzieht beziehungsweise schon vollzogen hat. „Während andernorts die nachwachsende Weinmachergeneration es nicht selten mit besonders lauten Tönen versucht, aus dem Schatten der Eltern herauszutreten, scheinen die jungen Winzer in Württemberg eher die leisen Töne zu bevorzugen.“ Marktschreierische Weinkonzepte und -bezeichnungen seien selten. Vielmehr wollten die jungen Winzer in Württemberg nicht nur bessere Weine als ihre Väter machen, „sondern vor allem feinere“, weist der Gault Millau auf Nachwuchswinzer wie Christoph Klopfer vom Großheppacher Weingut Bernhard Klopfer hin: „Finesse statt Lautstärke, wohltuende Unaufgeregtheit statt vordergründiger Effekthascherei.“

Gault Millau

Der Gault Millau gilt, wie der Michelin, als Bibel für Feinschmecker. Während der Michelin Sterne vergibt, hat der Gault Millau Punkte, die sich am einstigen französischen Notensystem orientieren. 18 Punkte stehen beispielsweise für „höchste Kreativität und bestmögliche Zubereitung“. 16 Punkte, wie sie das Avui und Oettingers Hirsch in Fellbach und jetzt auch das Malathounis haben, bedeutet einen „hohen Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität“.

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