Kernen Noch ein Supermarkt in Rommelshausen?

Sollte sich die Gemeinde Kernen tatsächlich entscheiden, einen Supermarkt hinter den Parkplätzen bei der Drogerie Rossmann anzusiedeln, muss der Einmündungsbereich der Günter-Haußmann-Straße in die Karlstraße neu strukturiert werden. Es bräuchte zusätzliche Abbiegespuren und eine Ampel – das sind die vorläufigen, noch nicht veröffentlichten Ergebnisse eines Gutachtens, das vom Rathaus in Auftrag gegeben wurde. Foto: ZVW/Sebastian Striebich

Kernen-Rommelshausen. Ein neuer Supermarkt in Rommelshausen – braucht es das? Auch im Rathaus ist man sich nicht sicher. Doch Edeka würde sich gerne vergrößern, und die Kernener Verwaltungsspitze spielt mit dem Gedanken, auf einem Grundstück bei den Parkplätzen hinter Rossmann eine entsprechende Ladenfläche anzubieten. Sollte es dazu kommen, müsste aber erst einmal die Ecke Karlstraße/Günter-Haußmann-Straße neu gestaltet werden.

Schon vor fast zwei Jahrzehnten, da standen die Wohnhäuser des Neubaugebiets Tulpenstraße noch lange nicht, wurde diskutiert über einen Discounter auf dem Areal hinter der heutigen Drogerie Rossmann. Unter anderem Edeka und Aldi hatten Interesse. Doch weil Verkehrsplaner Bedenken hatten, zog Aldi schließlich an den Ortsrand und Edeka verblieb in der Karlstraße. Dass die dortige Fläche den Betreibern eigentlich zu klein ist, daran änderte auch eine Sanierung nichts: Noch immer besteht offenbar der Wunsch, sich zu vergrößern.

Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben

Nun ist der Standort Tulpen-, beziehungsweise Günter-Haußmann-Straße wieder auf dem Tisch. Denn hinter den Parkplätzen bei Rossmann hat die Gemeinde noch ein 3200 Quadratmeter großes Grundstück, das sie bebauen möchte. Hier sollen bald Seniorenwohnungen entstehen, eine Arztpraxis – und eventuell im Erdgeschoss ein neuer Lebensmittelmarkt.

Ein entsprechendes Verkehrsgutachten für den Zubringer von der Ortsdurchfahrt, also die Ecke Karlstraße/Günter-Haußmann-Straße, hat die Verwaltung nun in Auftrag gegeben. Es soll dem neuen Gemeinderat nach der Sommerpause präsentiert werden. „Vom Platz her ist es denkbar, dass ein Vollsortimenter mit Tiefgarage reinkommt“, sagt Bürgermeister Stefan Altenberger im Gespräch mit unserer Zeitung. Knackpunkt sei die verkehrliche Situation. Laut Bauamtschef Peter Mauch müssten sowohl die Warenanlieferung als auch der Kundenverkehr von der Seite her stattfinden, die dem neuen Wohngebiet abgewandt ist, das „möglichst wenig tangiert“ werden soll.

Ist der Gemeinderat über den Stand der Dinge informiert, sollen auch die Bürger mit ins Boot genommen werden, kündigt Altenberger an: „Wenn wir an einem gewissen Punkt sind, dass die Planungen konkreter sind, wollen wir eine Bürgerinformation machen. Wir wollen wissen, wie das von den Bürgern gesehen wird.“

Mit Widerstand von Anwohnern, die viel Verkehr und Lärmbelästigung durch Lastwagen befürchten, wäre vermutlich zu rechnen. Und auch im Gemeinderat herrschen Zweifel am Bedarf für einen zusätzlichen Supermarkt.

Keine Leerstände im Einzelhandel

Er selbst habe sich noch keine abschließende Meinung darüber gebildet, sagt Altenberger. Die Lage des Einzelhandels in beiden Ortsteilen sei stabil, Aldi und Rossmann seien „große Frequenzbringer“, es gebe keine Leerstände im Einzelhandel. Macht ein zusätzlicher Markt also überhaupt Sinn? Altenberger: „Ich kann Ihnen nicht beantworten, ob wir das wollen. Wir wissen nicht, was das mit der stabilen Ortsmitte machen würde. Ist das verträglich? Da möchten wir uns Zeit lassen.“

Es sei allerdings auch unseriös, einen solchen Markt kategorisch abzulehnen: „Wenn das Grundstück bebaut ist, haben wir keine innerörtlichen Flächen mehr, auf denen so etwas möglich wäre.“ Bauamtschef Mauch sieht in einem Lebensmittelmarkt im Ort einen „Beitrag zum Klimaschutz“ – weil die Leute ihr Auto eher stehen ließen.

Altenberger: "Ich bin seit Jahren dran an einem Bio-Supermarkt"

Einen Vollsortimenter auf der Grünen Wiese, etwa bei Aldi, schließt die Verwaltung aus. Sollte sich die Gemeinde tatsächlich für einen neuen Supermarkt in der Ortsmitte entscheiden, würde die Ladenfläche zunächst ausgeschrieben werden. Sollte Edeka dann den Zuschlag bekommen, hätte Stefan Altenberger auch schon eine Idee für die frei werdende Fläche in der Karlstraße: „Ich bin seit Jahren dran an einem Bio-Supermarkt, die wollen an eine Durchgangsstraße. Da müssten wir dann aber erst einmal mit Plattsalat (Bioladen in Rommelshausen, Anm. d. Red.) reden. Wir wollen wirklich niemanden vergraulen.“

 


Stetten: Auch Rewe will erweitern

Während der Edeka-Standort in Rommelshausen in der Größe kein Entwicklungspotenzial bietet, hat Rewe in Stetten bessere Karten: Der Markt in der Kirchstraße könnte nach Nordosten in Richtung Sportplatz erweitert werden.

Bürgermeister Altenberger und Bauamtschef Mauch schwebt ein Mehrfamilienhaus vor, das dem Kubus des bestehenden Rewe-Gebäudes gleicht. Das Erdgeschoss, in dem sich der Supermarkt befindet, würde mit dem Erdgeschoss des Neubaus verbunden werden. Das betreffende Grundstück ist allerdings in Privateigentum, Gespräche laufen, eine Lösung ist noch nicht gefunden. Die Rolle der Gemeinde sei, so Altenberger: Sie vermittelt.

Laut Peter Mauch wird für das gesamte Areal ein Entwurf entwickelt, es soll „neu beplant“ werden. Wo momentan noch eine Alte Scheuer steht, könnte Wohnraum geschaffen werden.

Auch für die geplante Ladenfläche im Erdgeschoss des neuen Wohnhauses in der Klosterstraße gebe es mittlerweile zwei Interessenten, so Altenberger.

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