Kernen-Rommelshausen Entwarnung bei Elektrosmog

Kernen-Rommelshausen. Es war wohl falscher Alarm. Befüchtungen, mit denen Thomas Bezler vom Verein „Ganzheitlich Gesünder Leben“ Verwaltung und Gemeinderäte wegen möglichen Elektrosmogs in der Realschule aufschreckte, konnten ausgeräumt werden. Was da dauerblinkt, seien keine WLAN-Router, sondern Netzwerkdosen, so Hauptamtsleiter Bühler. Und Betriebszeiten der Router seien von der Nutzung abhängig.

Die Informationen, die der Rommelshausener Heilpraktiker Thomas Bezler von Realschülerinnen und -schülern erhalten hatte, klangen alarmierend. Seit dem letzten Schuljahr sind im Schulhaus Netzwerkkomponenten installiert, die für den Unterricht mit Accesspoints für WLAN-Router bestückt werden können. Bezler hatte dem Rathaus nun mitgeteilt, WLAN-Router blinkten seit der Installation nonstop. Schüler und Lehrer, die in geringem Abstand zu den Geräten sitzen, seien der Strahlung womöglich permanent ausgesetzt, so die Befürchtung. So zeigten auf dem Handy der Schüler die Balken vollen RRS-WLAN-Empfang an. Dauerbestrahlung durch Router sei umso unverständlicher, als ein Zehntklässler berichte, dass seine Klasse „in all den Jahren“ nur fünfmal Laptops bzw. Tablets benutzt hat.

Geht die Nutzungszeit der iPads und Laptops gegen Null?

Aus dieser vermuteten Faktenlage leitete Thomas Bezler Fragen an die Gemeindeverwaltung ab mit Bitte um rasche Antwort: Stimmen die Informationen? „Sind auch Sie der Meinung, dass es aus erzieherischer, gesundheitlicher und energetischer Sichtweise (Stromverbrauch) eine bessere Lösung geben muss, zumal die Nutzungszeit ja eher gegen null geht?“ Ferner wollte der Umweltschützer und Gesundheitsaktivist vom Rathaus wissen, was es unternehmen werde, „damit unsere Kinder und die Lehrer nur dann der WLAN-Belastung ausgesetzt werden und der Stromverbrauch nur dann anfällt, wenn es notwendig ist, also zum Beispiel alle paar Wochen oder Monate eine Schulstunde lang und ausschließlich in dem einen genutzten Klassenzimmer?“ Bezler bat um Auskunft über kurzfristig zu ergreifende und nachhaltige Regelungen, um der Gefahr abzuhelfen. Vielleicht sei es ja möglich, noch über die Weihnachtsferien entsprechende handwerkliche Änderungen vorzunehmen.

Bernhard Bühler, zuständiger Amtsleiter im Rathaus, gibt Entwarnung. Was da in den Klassenzimmern bedenklich blinke, seien keine Router, sondern Netzwerkkomponenten, die nicht funken, sondern nur ihre Betriebsbereitschaft anzeigen. Die einzelnen Accesspoints für WLAN, die nur bei Bedarf im jeweiligen Raum angesteckt werden, hätten nutzungsabhängige Betriebszeiten. Sprich: Nach dem Unterricht würden sie abgeschaltet. Allerdings liege die schulische Nutzung weit höher als von Bezler vermutet: Allein für die iPads (außerdem gibt es Notebooks) habe die Schulleitung nachgerechnet, dass sie seit Anschaffung mindestens 150-mal im Einsatz waren. Oft mehrere Stunden hintereinander von verschiedenen Schülergruppen, so Bühler.

„Im Haus werden keine anderen Netze betrieben – wobei innerhalb des Gebäudes auch WLAN-Netze aus der Nachbarschaft empfangen werden können.“ Bühler ist wichtig festzuhalten, dass die Kommune bei der Internet-Aufrüstung der Rumold-Realschule hohe Summen in die Verkabelung investiert habe. Mit WLAN wäre das günstiger zu realisieren gewesen. Von permanenter Bestrahlung sei keine Rede.

Zu hohe Leistung?

Nach Thomas Bezler gibt es große Unterschiede von Klasse zu Klasse bei der Nutzung von Tablets/Laptops. Zum vollen Balkenaussschlag des RRS-WLAN fragt er sich, ob die Accespoints über so hohe Leistung verfügen, dass sich die Strahlung auch außerhalb der Klassenzimmer ausbreitet.

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