Kernen Schulweg wird sicherer

Spätestens im Frühjahr nimmt der Radverkehr an der Querung nahe der Seemühle wieder zu. Foto: Büttner / ZVW / Archiv

Kernen-Stetten/Weinstadt. Drei Maßnahmen sollen Radler künftig auf ihrem Weg von Stetten nach Endersbach und zurück schützen: An dem gefährlichen Überweg an der Landesstraße L 1201 warnen künftig Piktogramme auf der Fahrbahn, reflektierende Leitpfosten und früher sichtbare Schilder. Das sind Schritte in die richtige Richtung, findet die Stettener Mutter Tanya Kasa – doch sie gehen ihr noch nicht weit genug.

„Ich sehe diese Piktogramme als Verbesserung der momentanen Situation, aber nicht als Endlösung. Ich bin der Meinung, man muss den Verkehr anhalten.“ Tanya Kasa spricht in bestimmtem Ton. Seit Monaten setzt sie sich für eine Absicherung des Radüberwegs an der L 1201 ein. Viel zu gefährlich findet sie ihn, viel zu leicht zu übersehen. Zumal sich ihrem Eindruck nach nicht jeder Fahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern hält.

Kasas Rücken stärken rund 15 Stettener Familien, denen die Querung ähnliche Sorgen bereitet. Ihre Kinder gehen in Endersbach, Benzach und auf dem Engelberg zur Schule. Einige radeln selbst im Winter. Und nicht nur um die Schüler geht es Kasa, sondern auch um andere Radler und Wanderer.

Drei Maßnahmen wurden beschlossen

Ihr beständiges Fordern und Bohren trägt Früchte: Die zuständigen Stellen der Stadt Weinstadt, der Kreisverwaltung und des Regierungspräsidiums haben nach Ortsterminen und Abwägungen drei Maßnahmen beschlossen und zum Teil schon umgesetzt.

Hinweisschilder werden versetzt

Maßnahme eins: Die vorhandenen Hinweisschilder werden so versetzt, dass sie schon früher vor der Querung warnen. Das ist aus Richtung Strümpfelbach schon geschehen; das Schild aus Richtung Landhauskreuzung soll in Kürze folgen, berichtet der Weinstädter Pressesprecher Holger Niederberger.

Piktogramme mit Radler-Symbol

Maßnahme zwei: Direkt auf der Fahrbahn werden Piktogramme mit dem Radler-Symbol aufgebracht. Die Materialien sind schon geliefert. Sobald die Witterung mitmacht und kein Streusalz mehr auf der Straße liegt, kann’s losgehen. Maßnahme drei: Reflektierende Leitpfosten markieren die Stelle selbst – und zwar schon jetzt, die Pfosten stehen.

Rüttelstreifen wurden abgelehnt

Kasa ist froh, wenn die Piktogramme die unscheinbare Querung endlich deutlich sichtbar machen. Trotzdem muss noch mehr geschehen, findet sie. Schon allein, weil die Schilder und Bilder bei schlechten Sichtverhältnissen – bei Nebel zum Beispiel – wenig bringen. Rüttelstreifen hätte sie gut gefunden, doch die sind wie berichtet bereits abgelehnt worden; nicht zuletzt aus Sorge um die Sicherheit von Zweirad-Fahrern. Die „sicherste und beste Lösung“ aus Kasas Sicht: eine Bedarfsampel. „Da kann der Verkehr fließen und wenn Bedarf ist, dann wird die Ampel rot.“ Da am Überweg Strom fehlt, wäre zu klären, ob eine Akku-Ampel aufgestellt werden könnte oder ob es bereits solarbetriebene Ampeln gibt.

Verkehrszählung im Frühjahr

Doch vorerst werden die Verwaltungen keine Schritte in diese Richtung unternehmen. „Was kommen wird, ist im Frühjahr eine Verkehrszählung“, sagt Niederberger. „Aufgrund dieser Daten wird dann noch mal gemeinschaftlich besprochen und entschieden, ob es weitere Maßnahmen gibt oder nicht.“ Einen Wunsch hat Kasa dafür: „Grundsätzlich fände ich es schön, wenn sich die Gemeinde Kernen auch einbringt. Es geht ja um ihre Kinder.“


Verkehrszählung

Im Frühjahr lässt die Stadt Weinstadt an der Querung eine Verkehrszählung inklusive Geschwindigkeitsmessung ausführen – von Fußgängern über Radler bis hin zu Kraftfahrern.

Der genaue Zeitraum steht noch nicht fest.

Die Zählung soll eine Datenbasis für weitere Entscheidungen schaffen.

Geblitzt wird dabei nicht.

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