Kernen-Stetten Arsen im Schlosspark der Diakonie entdeckt

, aktualisiert am 13.02.2019 - 15:05 Uhr
Reinhold Zerrer von der Gartenbaufirma Link (nicht zu verwechseln mit den Parkplanern der Firma Hink) zeigt den Teil des Erdhügels, der mit Arsen belastet ist. Foto: Steinke / ZVW

Kernen-Stetten. Der Schlosspark der Diakonie Stetten ist momentan eine der Gartenschau-Baustellen. Bei Landschaftsarbeiten ist dort nun Arsen gefunden worden. Die geringen Mengen sind laut Aussage der Kernener Gemeindeverwaltung aber nicht gefährlich.

Update: Inzwischen hat sich herausgestellt: Die Planer haben offenbar die Gutachten verwechselt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Rund 500 Kubikmeter Erde sind betroffen. Landschaftsgärtner hatten im Schlosspark Erde ausgehoben und zu einem Hügel aufgeschichtet; ein Teil davon entpuppte sich als arsenhaltig. Der betroffene Teil reicht vier Meter in die Tiefe und drei Meter in die Höhe. Es klingt dramatischer, als es ist: „Das Arsen ist in einer der niedrigsten Schadstoffklassen. Es geht keine Gefährdung davon aus“, berichtet Peter Mauch, Beigeordneter und Leiter des Bauamts. Deshalb können Teile des Aushubs für Bauarbeiten im Schlosspark verwendet werden.

„Das Arsen ist nicht durch Menschenhand gemacht“

Zwar seien Spuren des chemischen Elements Arsen, welches als Gift wirken kann, gefunden worden, jedoch handelt es sich dabei laut Mauch um natürliches Arsen: Es sei eine „geogene Arsenbelastung“. Das heißt, das Arsen kommt aus dem Gestein. Seine Annahme: „Vielleicht hängt es mit dem See zusammen, der hier früher mal war.“

Das könnte sich auch Michael Wegmann von der Firma Hink, die mit der Planung des Schlossparks beauftragt ist, vorstellen. „Hier handelt es sich nicht um Altlasten, verursacht durch Materialien“, sagt Michael Wegmann. Er stellt klar: „Das Arsen ist nicht durch Menschenhand gemacht, sondern eben natürlich.“

Belastete Erde muss gesondert deponiert werden

Bereits Ende 2018 wurden die ersten Messungen durchgeführt. Laut Landschaftsarchitekt Peter Näher sei beim ersten Test kein Arsen nachgewiesen worden. „Aber man muss direkt vor der Abfuhr auf die Erddeponie nochmals messen, und dann hatten wir das Ergebnis“, sagt er.

Da nicht die ganze ausgehobene Erde für die Arbeiten benötigt wird, wird der Rest entsorgt. Wie viel das ist, steht laut Peter Mauch noch nicht fest. Da die belastete Erde gesondert deponiert werden muss, fallen höhere Gebühren an als zuvor geplant. Die Höhe der Extragebühren ist noch nicht ganz klar, denn sie hängt von der zu entsorgenden Menge ab. „Wir haben einen Puffer, falls etwas Unvorhergesehenes passiert“, sagt Mauch. Die Kosten seien also bereits in die 600 000 Euro kalkuliert, die dieses Gartenschauprojekt höchstens für die Gemeinde Kernen kosten darf. Die Entsorgerfirma Epple, Klöpfer, Gläser wird die mit Arsen belastete Erde entsprechend den Vorschriften und sicher deponieren.


Was ist Arsen?

Arsen ist ein weitverbreitetes Halbmetall, welches als Spurenelement in der Umwelt, in organischen Verbindungen und damit auch in Lebewesen vorkommt.

Umgangssprachlich wird auch das als Mordgift bekannte Arsenik meist Arsen genannt.

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