Kernen-Stetten Herzogliche Kugelbahn nimmt Gestalt an

Eine besondere Aufgabe für den Bauhof: Jürgen Traub, Michael Eibner und Holger Schmid (von links) errichten die Kugelbahn über Stetten. Foto: Palmizi / ZVW

Kernen-Stetten. Die „Herzogliche Kugelbahn“ im Wald über Stetten nimmt Gestalt an. Mitarbeiter des Bauhofs haben damit begonnen, die rund 220 000 Euro teure Gartenschau-Attraktion aufzubauen. Sie soll sich vom Sängerheim bis zum Klettergarten erstrecken.

Die Kernener Bauhofmitarbeiter sind vielseitig einsetzbar: Sie sorgen dafür, dass die Straßen im Winter geräumt sind und im Sommer sauber, schneiden Hecken zurück, setzen Blumen in Verkehrsinseln, reparieren, was kaputt ist – und zimmern ganz nebenbei auch noch die größte Kernener Attraktion der Remstal-Gartenschau. Denn das ist die „Herzogliche Kugelbahn“, wenn es nach Bürgermeister Stefan Altenberger geht: „Ich bin fest davon überzeugt, dass das unser Highlight wird“, sagt er bei einem Vorort-Termin im Wald.



Seit November arbeiten die Bauhofmitarbeiter an der Kugelbahn: Sie haben Baumstämme zersägt, von Rinde befreit, halbiert und schließlich die Bahn eingefräst, in der pünktlich zur Gartenschau Murmeln talwärts sausen sollen. Rund 200 Meter lang ist der Abschnitt, den der Bauhof mit seinen 19 Mitarbeitern gestaltet. Drei Bauhofmitarbeiter sind seit Anfang der Woche einige Hundert Meter vom Sängerheim entfernt damit beschäftigt, die Bahn im Wald aufzubauen. Start und Endpunkt (eine Station mit Balancierbalken) standen fest, nun bahnen sich die Männer ihren Weg zwischen den Bäumen hindurch. Das ist mühsam, weil sich die Stützen im wurzeldurchzogenen Boden nicht überall einsetzen lassen. Neben der Holzkonstruktion soll ein kleiner Fußweg errichtet werden.

25 Stationen mit Infotafeln zu verschiedenen regionalen Themen

Weitere 600 Meter Bahn entstehen aus geraden Kanthölzern mit Nut. Diesen Teil der Bahn hat die Gemeinde allerdings extern in Auftrag gegeben. Insgesamt soll die Anlage 25 Stationen haben mit Infotafeln zu verschiedenen Themengebieten wie Wald, Wein und dem Württemberger Adel – passend zum Gartenschau-Thema „Kernen und das Haus Württemberg“.

Apropos Adel: Am Namen „Herzogliche Kugelbahn“ hatte es im August 2018 Kritik gegeben – weil Herzöge nicht als Vorbilder taugten, sondern „Mörder“ und „Ausbeuter gewesen seien (Zitat Ebbe Kögel). Bürgermeister Altenberger sieht allerdings heute wie damals keinen Grund, den Namen zu ändern, auf den sich der Gemeinderat mehrheitlich festgelegt hat: „Die Herzöge haben Kernen geprägt“, sagt der Bürgermeister. Abgesehen davon könnten auf den kindgerecht gestalteten Tafeln auch kritische Töne angeschlagen werden.

Ob die Kugelbahn nun herzoglich ist oder nicht, das wird den Kindern, die hier von Mai an spielen dürfen, ziemlich egal sein. Und ihr Augenmerk wird auch vermutlich nicht auf den lehrreichen Tafeln liegen, sondern auf dem Murmelspaß. Die Kugeln für die Bahn, wenn sie dann fertig ist, sollen sich übrigens aus einem Automaten beim Sängerheim ziehen lassen.


Herausfoderung

„Das ist schon eine Herausforderung“, sagt Holger Schmid vom Bauhof über die besondere Aufgabe, eine Kugelbahn zu errichten. Dabei ist viel Kreativität, aber auch körperlicher Einsatz gefragt. Ein Kollege Schmids klagte beim Pressetermin: Ganz verspannt sei er vom Bearbeiten des Holzes – worauf Bürgermeister Altenberger ihm und seinen Kollegen Massage-Termine auf Rathauskosten versprach.

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