Kernen-Stetten Winterweinweg zwischen Glockenkelter und Y-Burg

Kernen-Stetten. Zehn Weingüter, die Weingärtnergenossenschaft und dazu vier Gastronomen standen am Samstag und Sonntag in Stetten zwischen Glockenkelter und Yburg bereit, um die Besucher des Winterweinwegs zu bewirten.

„Eigentlich sind wir vor allem wegen des Rosenkohlkuchens vom anderen Ende des Remstals heruntergekommen. Der ist einfach ein Gedicht. Und ihn gibt es nur hier. Wein gibt es bei uns in Remshalden nämlich auch sehr guten“, begeisterte sich ein älteres Ehepaar aus Geradstetten, das am Samstagnachmittag in wetterfester Kleidung selbst den garstigsten Wetterkapriolen trotzte. „Und was für eine fantastische Stimmung“, ergänzte es und deutete auf die „Lohkäs-Trampler“ aus Backnang, die mit ihrer Guggenmusik ordentlich einheizten, kaum dass der Ausschank begonnen hatte.

„Wir sind bereits letztes Jahr den Winterweinweg gewandert und waren begeistert“, war sich eine achtköpfige Besuchergruppe aus Kirchheim/Teck einig. Da sei das Wetter auch nicht viel besser gewesen, es habe aber eine genau so tolle Stimmung geherrscht. Überhaupt sei dieses Event eine tolle Idee! Es handle sich um ein einmaliges Angebot, um in der kalten Jahreszeit den „inneren Schweinehund“ zu überwinden und den Weg hinaus in die Natur zu finden. Die hervorragende Bewirtung und der sagenhafte Wein rechtfertigen es allemal, Stetten einen Besuch abzustatten. Und so einen großen Aufwand habe die Anreise gar nicht dargestellt, dank S-Bahn und Direktbus ab Esslingen war sie sogar bequem zu bewältigen. Denn, waren sie sich einig, „Weinfest und Auto passen nicht zusammen, das beißt sich!“

Guter Stettener Wein und „hervorragendes Essen“

Ihnen habe es vor allem der Wein angetan, gestanden zwei junge Paare aus Hedelfingen. Ja, räumten sie ein, auch bei ihnen werde er angebaut, aber - waren sie sich nach kurzer Beratung einig - der könne mit dem Stettener bei weitem nicht mithalten. Und was das Wetter betreffe, zum Aufwärmen von innen heraus gebe es ja das hervorragende Essen, und wenn das auch nicht helfe, Punsch, Glühwein und Schnäpse.

Begeistert war am Samstagnachmittag auch der Stettener Wengerter Wolfgang Haidle - allerdings nicht als Festbesucher. Er sei zum Schaffen hierher gekommen, „denn wenn im Ort gefeiert wird, dann sind wir Wengerter immer dabei!“ Er räumte ein, dass er zunächst skeptisch gewesen sei, als Bürgermeister Stefan Altenberger die Idee zu dieser Veranstaltung entwickelte. „Aber unser Schultes hatte das richtige Näschen!“, wie der Erfolg des ersten Winterweinwegs im vergangenen Jahr bewies. Und dieses Mal werde es auch nicht anders sein. Schließlich handle es sich um weit mehr als einfach nur ein Weinfest. Es sei der perfekte Familienausflug. Während die Eltern sich der Geselligkeit hingeben, könnten die Kinder in Dreck und Matsch herumtoben und sich an den bullernden Feuertonnen begeistern. „Schließlich“, sinnierte Haidle, „welches Kind, das zwischen Häuserfronten auf Asphalt aufwächst, kommt sonst in den Genuss derart elementarer Erlebnisse?“

"Wir gehören alle zusammen"

Stefanie Zimmer begeisterte sich an der hervorragenden Zusammenarbeit der Weingüter, der Weingärtnergenossenschaft und der Ortsverwaltung. „Wir gehören alle zusammen, und wir ziehen alle an einem Strang“, erläutert sie. „Und wenn es einem schlecht geht, dann leiden alle darunter!“ Dieser Ansicht ist auch Moritz Haidle, weshalb es für ihn selbstverständlich sei, dass das Weingut Karl Haidle bei so einem Fest keinesfalls fehlen dürfe. Letztendlich handle es sich um einen Baustein im Ortsmarketing Kernens und Stettens. Die Stettener Weine würden für sich selbst sprechen, ihre hervorragende Qualität überzeuge. Aber es komme darauf an, die Besucher nach Stetten zu locken, „damit sie sich von der Gastfreundschaft überzeugen und erfahren, wie gut man hier im Ort essen und trinken kann!“


Der Weinweg

An vier jeweils gemeinsam betriebenen Stationen konnten sich am Wochenende die Festbesucher von der Qualität der Kernener Gastronomie und Weine überzeugen.

In der Glockenkelter war als Einstimmung auf die Remstal-Gartenschau 2019 an beiden Tagen eine festliche Blumentafel zu bewundern.

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