Kernen Wie teuer war die Remstal-Gartenschau?

Eins von vielen Gartenschau-Highlights: Der Auftritt der Band Glasperlenspiel. Foto: ZVW/Gabriel Habermann (Archiv)

Kernen.
Kaum eine Gemeinde hat zur Remstal-Gartenschau so auf den Putz gehauen wie Kernen. Eine Großveranstaltung jagte die nächste, vor allem in der warmen Jahreszeit. Künstler wie Comedian Michael Mittermeier oder die Band Glasperlenspiel traten in Stetten auf.

„Nicht, dass uns der Schlag trifft“

Kein Wunder also, dass sich die Kernener jetzt dafür interessieren, wie viel das Ganze eigentlich gekostet hat. „Wir hätten gerne einen Abschlussbericht“, sagte Ebbe Kögel vom Parteifreien Bündnis jüngst im Gemeinderat. Dabei möge die Verwaltung auch die Honorarkosten für Mr. Gartenschau Wolf Grünenwald und seine Mitarbeiterin sowie den für das Großprojekt weiterbeschäftigten Ex-Beigeordneten Horst Schaal und die zusätzliche Kraft im Bauhof miteinrechnen, so Kögel, der schon im Vorfeld der Gartenschau Kritik am Ausmaß der Veranstaltungen geübt hatte („Halligalli“). Ingrid Möhrle (SPD) bekräftigte: „Uns war immer wichtig, dass wir in etwa wissen, was auf uns zukommt. Eine grobe Abrechnung wäre wichtig, nicht dass uns nächstes Jahr der Schlag trifft.“

Dabei spielte Möhrle auch auf hohe Mehrkosten in Plüderhausen an, wo Bürgermeister Andreas Schaffer wegen mehr als einer Million Mehrkosten in der Kritik steht.

Allerdings kamen diese Mehrkosten durch aus dem Ruder gelaufene Bauprojekte zustande, nicht etwa durch fehlkalkulierte Veranstaltungen, wie der Kernener Beigeordnete Peter Mauch entgegnete. Auf diesem Gebiet gab er Entwarnung: „Unsere Bauvorhaben sind im Rahmen. Schwere Überschreitungen gibt es ganz sicher nicht.“ Bürgergarten und Klosterstraße seien „im grünen Bereich“, beim Schlossgarten „wird’s ein Tick mehr“ – aber nicht in der Dimension von Plüderhausen.

Noch keine Prognose möglich

Was die Veranstaltungen angeht, sagte Rathausmitarbeiterin Sabine Payer-Herkommer, trudelten derzeit die letzten Rechnungen ein. Noch steht nicht fest, ob die Einnahmen bei den meistens gut besuchten Veranstaltungen am Ende auch die Kosten decken. Wann mit einer abschließenden Bilanz zu rechnen ist, kann Payer-Herkommer nicht prognostizieren. Laut Kämmerer Bernd Hoppe werden die Rechnungen, sind erst einmal alle beisammen, vom Steuerberater der Gemeinde geprüft – schließlich gelten für verschiedene Leistungen unterschiedliche Steuersätze. Herrscht Klarheit, so will die Verwaltung die Kernener über Plus und Minus informieren.

Zur Sprache gekommen waren die Kernener Finanzen, als die Kommunalpolitiker Altenberger-Nachfolger Benedikt Paulowitsch einstimmig damit beauftragt hatten, dem Jahresabschluss der Remstal-Gartenschau GmbH inklusive Entlastung der Verantwortlichen zuzustimmen. Die schließt mit einem Jahresüberschuss von etwas mehr als 5000 Euro bei einer Bilanzsumme von rund 1,5 Millionen Euro.

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