Kitas in Berglen Pflanzen statt Steingärten

Sophie, Dirk und Ida helfen den Bauhofmitarbeitern beim Setzen der Staudenschösslinge. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Berglen.
Die einheimischen Kindergärten sollen grüner werden – draußen. Der Bauhof der Gemeinde hat eine Pflanzinitiative gestartet. Begonnen hat er damit am Kinderhaus in Steinach, aus gutem Grund. „Garten des Grauens“ wäre wohl etwas übertrieben als Name für die Außenanlagen. Aber die Steinbeete am Gebäude entlang sind in der Tat nicht sehr ansehnlich gewesen. Bei der Grünoffensive kommt der Gemeinde wieder die Bandbreite der Berufe der Bauhofmitarbeiter zugute. Es sind zwei Gärtner darunter, Andreas Waldhütter und Rick Burghardt. Sie haben die Auswahl für die Staudensetzlinge getroffen, wollen, wie sie sagen, an Stelle der bisherigen „Steinwiesen“ mit den Pflanzen „Leben ins Haus bringen“.

Vor allem Schmetterlinge sollen angelockt werden

Rund 50 Exemplare von 20 winterfesten Staudenarten, bezogen von einer Baumschule in Poppenweiler, haben die beiden Gärtner gesetzt. Die Stauden sollen Insekten, vor allem Schmetterlinge, weniger Bienen, anlocken. Darunter sind auch Bodendecker und Exemplare, die mal so hoch werden wie die Kinder im Kinderhaus. Die Gärtner versprechen eine sehr bunte Mischung, wenn mal alles blüht.

Auch ein Insektenhotel und Hochbeete sind geplant

Die Fachberaterin für die Berglener Kitas Sandra Jurda verweist zum Anlass für das Projekt gefragt auf das Jahresthema 2018 „Natur auf der Spur“ in den Einrichtungen. In anderen Kitas sei geplant, neue Hochbeete anzulegen, essbare Kräuter zu pflanzen. Die Kinder sollten für das Thema Überleben der Insekten sensibilisiert, mit allen Sinnen angesprochen werden, auch indem sie und ihre Eltern mithelfen beim Begrünen, so die Dipl.-Sozialpädagogin. „Die Kinder sollen das fühlen und auch schmecken können, etwa bei dem geplanten Walnussbaum.“ Auch ein Insektenhotel ist am Kinderhaus geplant, das solle eine „Väteraktion“ werden, erläutert Sandra Jurda. Die Papas waren in Sachen Insektenhotel schon mal aktiv, am Vatertag vergangenen Jahres.

Das Projekt wird gefördert von der Kurz-Seitz’schen Stiftung, die die Ausgaben für die Pflanzen übernimmt, also wenn man so will, die Materialkosten, mit einer Obergrenze von 1500 Euro. Sandra Jurda verweist auch darauf, dass „Steingärten“ zwar pflegeleicht sind, was ja auch ihr eigentlicher Sinn ist, aber an einem Kindergarten eben auch nicht ganz ungefährlich sind. Kleine Kinder wissen noch nicht um die Gefahren, wenn sie unbedacht beim Spielen mit Steinen schmeißen. Bürgermeister Maximilian Friedrich wiederum bezieht das Projekt auf das Verbot von Steingärten in privaten Gärten durch die Bebauungspläne in Berglen. „Da müssen wir als Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen“, so Friedrich.

Als weitere Grün-Aktionen sind von Waldhütter und Burghardt ein Kräuterbeet am Kindergarten Pusteblume in Rettersburg geplant, mit Rosmarin, Thymian, Lavendel und Minze, Sträucher und Hecken am Kindergarten Rappelkiste in Oppelsbohm, als Abgrenzung, das Pflanzen eines Walnussbaums sowie heimischer Gehölze, unter anderem Haselnuss, am Kindergarten Wirbelwind in Vorderweißbuch.

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