"Wie viele Mitglieder sind vorbestraft" So kontert das Theater Ulm die AfD-Künstler-Anfrage

Blick von oben auf den Ulmer Münster und den Münsterplatz. Foto: Pixabay

Ulm. Mit einer Anfrage im Landtag zur Staatsangehörigkeit von Sängern und Tänzern hatte die AfD die Schauspielbühnen des Landes aufgebracht. Nun konterte das Theater Ulm seinerseits mit einer kleinen Anfrage auf Facebook - zu Vorstrafen und Schulausbildung der AfD-Parteimitglieder. 

Die baden-württembergische AfD wollte in ihrer kleinen Anfrage an den Landtag wissen, welchen  Pass die Balletttänzer und Orchestermusiker an staatlichen Theatern und die Sänger in Opernstudios haben. Auch die Ausbildungsstationen der Künstler will die AfD erfahren. Das Theater Ulm drehte den Spieß nun um und stellte am Dienstag einfach selbst eine Anfrage - auf Facebook. 

Das Theater möchte ganz im Stil einer offiziellen Anfrage vom AfD Landesverband Baden-Württemberg wissen, wie viele Mitglieder des AfD Landesverbandes Baden-Württemberg vorbestraft seien, wie viele Mitglieder vorbestraft seien wegen Gewaltverbrechen, wie viele Mitglieder des AfD Landesverbandes einen Schulabschluss haben und wo sie diesen erhalten hätten und wie viele Mitglieder eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen können. 

Der Facebook-Post wurde mittlerweile knapp dreitausendmal geteilt und hat über 2000 Reaktionen erhalten. Es gibt auch einige kritische Stimme, die ein politisches Einmischen des Theaterbetriebes verurteilen, die Mehrzahl der Kommentare aber findet die Reaktion gut und angebracht. Viele Kommentatoren fordern auch eine Ausweitung der Frage an die AfD Deutschland. Eine Reaktion der AfD liegt zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor. 

Stuttgarter Pfarrer protestiert mit DNA-Analyse

Auch der Stuttgarter Pfarrer Matthias Vosseler hatte mit einem Facebook-Post gegen die Anfrage der AfD protestiert, indem er eine Auswertung seiner DNA angab. Zu 36 Prozent sei er demnach Skandinavier, zu 28 Prozent Italiener, knapp 10 Prozent seiner DNA stammten von einem Deutschen und 1,3 Prozent wiesen ihn als Nigerianer aus. "Als 'schwedischer Italiener' erkläre ich mich solidarisch mit den vielen Menschen aus so vielen verschiedenen Herkunftsländern, die hier auf den Bühnen des Landes Kultur zum Blühen bringen", schreibt Vosseler.

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