Klingt komisch, ist aber Remstal Wo bin ich hier nur gelandet!

"Ganz schön exotisch, dieses Schwäbisch", findet Leticia aus Uruguay. Foto: Mogck / ZVW

Die deutsche Kultur ist exotischer, als wir denken. Unsere in Uruguay aufgewachsene Volontärin Leticia macht gerade diese Erfahrung. Besonders exotisch erscheint der 25-Jährigen unser schwäbischer Dialekt.

Noch in Uruguay fragten mich Bekannte: „Du gehst nach Deutschland? Wirst du denn mit der Sprache klar kommen?“. Ich sagte ihnen ganz stolz, dass ich perfekt Deutsch spreche und verstehe. Das ist zwar wahr, aber ich wusste nicht was auf mich zukommen würde.

Ein Schwabe in Brasilien

Als ich in Brasilien im Flugzeug saß, begegnete mir zufälligerweise nicht nur ein Deutscher, sondern ein Schwabe. Das wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht.

Ich befand mich in einem Flugzeug, das von Brasilien nach Deutschland flog. Wie ihr alle wisst, wird es auf einem langen Flug (in meinem Fall 11 Stunden) schnell langweilig. Andererseits lautet eines meiner Prinzipien: Wenn mir langweilig ist, spreche ich Leute an, die neben oder vor mir sitzen. Weil ich mich in diesem Zustand befand, legte ich einfach los.

Ich fing an, mich mit einem Deutschen zu unterhalten. Während ich mit diesem Mann sprach, fragte ich mich verwundert: „Was für einen heftigen Dialekt spricht dieser Mensch!?“. Ich verstand nur die Hälfte, aber um nicht immer nachfragen zu müssen, lächelte ich verlegen. Zu meiner Überraschung, sagte er mir: „Ich bin aus Stuttgart“.

Diese Antwort fühlte sich an, als ob ein Hammer auf meinem Kopf fällt. In mir breitete sich die Angst aus: „Ich gehe doch nach Waiblingen, das in der Nähe von Stuttgart ist. Die Leute werden bestimmt genauso reden wie er. Was wenn ich sie nicht verstehe?“ Trotz allem versuchte ich die Kontrolle über mich nicht zu verlieren und das Gespräch auf lockere Art weiter zu führen.

Im Schwabenland angekommen

In Deutschland angekommen, begegnete mir dann ein Freund. Ganz nett sagte er zu mir: „Mach dich auf das Schwäbisch gefasst!“. Nachdem die Angst in mir schon einmal hochgekommen war, versuchte ich das zweite Mal, alles etwas locker zu nehmen.

„Was isch denn des?“ hörte ich dann erklingen. Ich lachte in mich hinein und dachte: „Meine Güte, wo bin ich hier gelandet?“ Die Antwort war ganz einfach: Im Schwabenland.

In Waiblingen angekommen, blieb ich weiter sprachlos: Warum vergessen die Leute hier beim Sprechen immer das „n“ am Ende? Warum machen die aus einem „st“ ein „sch“? Warum hängen sie ein „le“ hinten an? Die Fragen wurden mir mittlerweile schon beantwortet, aber wenn Leute losschwätzten, blockierte mein Gehirn automatisch.

So bekam ich in meinen ersten Tagen einen Schwäbisch-Sprachführer geschenkt. Immer wenn ich dieses Buch aufmache, muss ich lachen. Denn, ganz ehrlich: Schwäbisch ist schon ziemlich witzig.

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