Kommunalwahl in Alfdorf Viel Geld für die Infrastruktur

In Alfdorf wird in die Hände gespuckt. Derzeit werden viele Projekte umgesetzt. Hier beim Spatenstich für die Ballsporthalle. Foto: ZVW/Mathias Ellwanger

Alfdorf. Wie ist es um die Infrastruktur der Gemeinde Alfdorf bestellt? In der Umfrage des Zeitungsverlages Waiblingen zur Gemeinderatswahl wurden Mängel und Wünsche vorgetragen. Viele Investitionen sind schon angelaufen, manche Investition kommt noch. So äußerte sich Bürgermeister Michael Segan auf Anfrage unserer Zeitung.

Was macht eine gute Infrastruktur einer Gemeinde aus? Die Hallen und Sportplätze müssen ständig unterhalten werden. Reicht der Platz nicht aus, muss eventuell eine weitere Halle gebaut werden. Die Straßen sind zu pflegen, es gibt regelmäßig Belagsarbeiten. Schule, Kindergarten sonstige öffentliche Einrichtungen müssen ausreichend vorhanden sein und der Betrieb bezahlt werden. Geht es einer Gemeinde finanziell gut, kann sie in dieser Hinsicht mehr tun, bei knapper Kasse werden die Ausgaben für die Unterhaltung gerne gekürzt. Das führt aber langfristig zu einem Substanzverlust.

Zur Infrastruktur gehören natürlich auch die Freizeitangebote und die Einkaufsmöglichkeiten. Doch da hat die Gemeinde nur bedingt Einfluss. Sie kann durch entsprechende Planungen die Voraussetzungen schaffen, dass sich zum Beispiel ein Lebensmittelmarkt ansiedelt. Die Vereinsförderung dient dem gesellschaftlichen Leben.

Die Gemeinde Alfdorf hat ein dickes Investitionspaket geschnürt, um wesentliche und geplante Projekte zu finanzieren. Die Gesamtkosten für die Sanierung der Grundschule Pfahlbronn liegen bei 926 000 Euro. Die Schlossgartenschule wird über mehrere Jahre mit einem Gesamtbetrag von 2,649 Millionen Euro saniert, insbesondere um Energie zu sparen. Der Neubau der Flüchtlingsunterkunft hat etwas mehr als zwei Millionen Euro gekostet. Der Kindergarten Pfahlbronn erhält für 370 000 Euro einen neuen Gruppenraum.

Am neuen Sportzentrum wird bereits gebaut

Der dickste Brocken im Haushalt der Gemeinde heißt „Sportzentrum Alfdorf“. Dahinter steckt der Neubau einer Ballspielhalle, die Sanierung der Mehrzweckhalle. Beide Gebäude werden miteinander über ein Foyer verbunden und somit zum neuen Sportzentrum. Die Gesamtkosten sind mit nahezu elf Millionen Euro kalkuliert.

Die Erschließung des Gewerbegebiets Brühl ist mit 1,23 Millionen Euro eingeplant, das Baugebiet Hofäcker in Vordersteinenberg mit 911 000 Euro. Die geplante Umgestaltung der Pfahlbronner und der Lorcher Straße mit dem Ziel Verkehrsberuhigung ist mit 140 000 Euro veranschlagt.

Der Start für die Sanierung der Hauptstraße ist für nächstes Jahr vorgesehen und mit 1,37 Millionen Euro eingeplant. Dort gibt es neue Wasser- und Abwasserleitungen und neue Kanäle einschließlich einer Druckwasserleitung zum erweiterten zentralen Klärwerk Leineck.

Die Gemeinde beabsichtigt die Ansiedlung eines Vollsortimenters in Alfdorf

„Beim Zustand der innerörtlichen Wohnstraßen gibt es sicherlich Handlungsbedarf“, räumt Segan ein. Auch hier gebe es wie in der Hauptstraße Zusammenhänge mit Kanalsanierungen, insbesondere im Bereich der vom Hochwasserereignis besonders betroffenen Seestraße. Die Gemeinde plant eine abschnittsweise Sanierung des Kanals. Um aber den Hochwasserschutz wirklich sicherzustellen, sind laut Bürgermeister auch Sicherungsmaßnahmen durch die Hausbesitzer notwendig. Sobald der neue Ortsbaumeister seinen Dienst angetreten hat, würden die vorgesehenen beispielhaften Ortstermine bei den Grundstückseigentümern umgesetzt.

Dieses Jahr hat die Metzgerei Abele altershalber geschlossen. Die Metzgerei Apeltauer aus Vordersteinenberg hat sich daher entschlossen, auf dem Wochenmarkt in Alfdorf präsent zu sein. Bürgermeister Segan ist nicht bekannt, dass weitere Läden schließen. Im Gegenteil: Die Gemeinde Alfdorf beabsichtigt die Ansiedlung eines Vollsortimenters in Alfdorf. Damit soll künftig die Lebensmittelversorgung in Alfdorf verbessert werden. Die Metzgerei Bohn in Alfdorf und Metzgerei Greiner in Pfahlbronn sind neben zahlreichen Direktvermarktern weiterhin präsent.

Versorgung für den täglichen Bedarf ist kein Problem

Vor zwei Jahren hatte allerdings der Jeansmarkt in der Hauptstraße geschlossen. Das Textilgeschäft von Sonja Haller hatte es fast 30 Jahre am Ort gegeben. Sie führte es mit dem Mutlanger Jeansmarkt zusammen. In Alfdorf habe es seit geraumer Zeit Kapazitätsprobleme gegeben, da für den Verkauf nur 200 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Zugleich sei das Warenangebot stets am Puls der Zeit und fordere immer mehr Platz. Daher sei auch die Eröffnung der „Jeans Lounge“, des Jeansmarkts in einem Neubau in Mutlangen direkt am Kreisverkehr des Gewerbegebiets „Breite-Nord“ im September 2011 gekommen. Dort stehen 500 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Ebenfalls geschlossen hat altersbedingt ein Raumausstatter in der Hauptstraße.

Die Versorgung für den täglichen Bedarf ist in Alfdorf mit rund 7200 Einwohnern kein Problem. Derzeit gibt es zwei Supermärkte, mehrere Bäckereien und Metzgereien sowie diverse Fachgeschäfte vom Blumenladen bis zur Apotheke. In Alfdorf praktizieren zwei Ärzte vor Ort, außerdem gibt es eine internistische Praxis und zwei Zahnärzte. Das nächste Krankenhaus, die Stauferklinik Mutlangen, ist etwa sieben Kilometer entfernt. Durch die Nähe zur Bundesstraße 29 und die Mitgliedschaft im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart ist die Verkehrsanbindung gewährleistet.


Thema Internetausbau

Zum Thema Breitband ist zu bemerken, dass in Alfdorf, Pfahlbronn, Brech, Haselbach und Haghof seit März 2019 durch Supervectoring der Telekom bis zu 250 Mbit/s im Download und 40 Mbit/s im Upload zur Verfügung stehen.

Ab September/Oktober steht dies dann in Vorder-, Hintersteinenberg, Kapf, Strübelmühle, Strübelhof, Wahlenheim, Greuthöfle, Hafental zur Verfügung.

Im Gewerbegebiet Alfdorf wird die Telekom Breitbandausbau vornehmen, wenn 30 Prozent der dortigen Betriebe mitmachen. Nach Auskunft der Telekom stehen die Chancen dafür derzeit gut.

„Für die restlichen Bereiche in der Gemeinde Alfdorf arbeiten wir mit Hochdruck an Lösungsansätzen“, so Bürgermeister Michael Segan. Hintergrund ist die Kooperation der Telekom mit der Region Stuttgart.

Einhergehend mit der Gaserschließung im gesamten Gemeindegebiet hat die Gemeinde Leerrohre für Breitband mitverlegt.

Für den Ausbau der Breitbandversorgung hat die Gemeinde insgesamt 959 836 Euro in der Finanzplanung vorgesehen.

Thema Ladensterben

„Das Ladensterben ist Fakt, auch die Metzgerei Abele hat geschlossen, weil kein Nachfolger gefunden wurde“, stellt Eva Tschirren-Necker für den Vorstand des Gewerbe- und Handelsvereins fest.

2017 hat der Jeans-Markt in Alfdorf geschlossen, damit sei ein zentraler Non-Food-Laden weggebrochen.

Die Versicherungsagentur Hannemann hat auch ohne Nachfolger altershalber aufgehört.

Neue Geschäfte zum Einkaufen sind nicht dazugekommen. Eingetreten in den GHV sind Steuerberater Bernlochner (nach Austritt Steuerberater Kündiger) und die Gemeinde Alfdorf.

Zwei, drei weitere Ladengeschäfte wären aus Sicht des GHV wünschenswert.

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