Kommunalwahl in Leutenbach Der Verkehr ist die Hauptsorge

Die Ortsdurchfahrt Weiler zum Stein. Foto: ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Leutenbach. Das Thema Verkehr steht bei Leutenbachern ganz oben auf ihrer Hausaufgabenliste für den neuen Gemeinderat. Zumindest wird die Raserei in den drei Ortsdurchfahrten, das Fehlen von Tempo 30 dort, in der Umfrage auffallend häufig genannt.

Noch klarer wird das, wenn man die Klagen über den Schleichverkehr, solange die B 14 nicht bis Backnang ausgebaut ist, dazunimmt. Schließlich spielt sich der vor allem auf den Ortsdurchfahrten in Leutenbach und Nellmersbach ab. Weiler zum Stein mit seiner kurvigen, unübersichtlichen Ortsdurchfahrt ist ohnehin längst überfällig für Tempo 30. Die Gemeinde, der neue Gemeinderat könnte mit dem geplanten Lärmaktionsplan den Hebel in die Hand bekommen, um die für die Lebensqualität der Anwohner und Sicherheit der Passanten nötige Geschwindigkeitsreduzierung in die Hand zu bekommen. Vielleicht beugt die auch B-14-Stau-Abfahrern vor.

Krippen- und Ganztagesbetreuungsplätze sind knapp

Vom nächsthäufig genannten Problem sind wohl nicht so viele betroffen, die Betreffenden aber unmittelbar: In Leutenbach sind die Krippen- und Ganztagesbetreuungsplätze knapp. Dass die Gemeinde hier auf Kante arbeitet, weiß sie, es gibt jährlich einen Bedarfsplan, in dem die Jahrgangszahlen der Anzahl der vorhandenen Plätze in den Kitas und im Kinderhaus gegenübergestellt sind. Auch der neue Gemeinderat wird auf dem Laufenden sein und sich überlegen müssen, wie einem sich abzeichnenden Defizit begegnet werden kann. Wobei es eher darum geht, ob er die Vorschläge der Verwaltung dazu gutheißt oder nicht. Ob der neue Gemeinderat die Linie fortsetzt, möglichst einen Neubau zu vermeiden, wird sich zeigen. Das „Verschieben“ von Gruppen hat Grenzen. Sollte die Gebührenfreiheit für Krippenkinder und die rechtliche Verpflichtung zu Ganztagesbetreuungsplätzen kommen, und damit die Anmeldezahlen steigen, dürfte kein Weg an einer neuen Kita – und der Entscheidung des Gemeinderats dafür – vorbeiführen.

Engstellen durch zugeparkte Wohnstraßen

Das Thema Parken treibt ebenfalls um. Es gibt Wohnstraßen, gar ein ganzes Wohngebiet, das noch gar nicht so alt ist, Walzenhalde, wo es eng zugeht, wo die Stellplatzverpflichtung der Gemeinde nicht mit der Wirklichkeit, der wirklichen Zahl der Fahrzeuge je Wohnung oder Familie, Schritt hält. Die Forderung, die Leute sollen, wenn sie schon Garagen haben, ihre Autos gefälligst darin abstellen, sie nicht als Abstellkammer missbrauchen, geht aber auch an der Lebenswirklichkeit vorbei. Abgesehen davon, dass es sich nicht vorschreiben lässt. Was könnte der neue Gemeinderat tun? Kaum mehr, als in künftigen Gebieten mehr Stellplätze je Wohnung zu verlangen.

Die Wohnungsnot macht keinen Bogen um Leutenbach

Nicht ganz vorne in der Dringlichkeitstabelle steht das Thema Wohnungsnot, nimmt man allerdings das Thema Baugebiete dazu, sieht es etwas anders aus. Der Verzicht auf ein bereits voruntersuchtes Wohngebiet, als Wille, nicht weiter zu wachsen, gilt vorerst, kann nur vorläufig sein. Leutenbach ist auch durch seine Nähe zu Winnenden, dessen Bahnhof, Nellmersbach durch seinen eigenen S-Bahn-Anschluss, die Lage direkt an der B 14 attraktiv. Der Druck, neuen Wohnraum zu schaffen, macht keinen Bogen drumrum, und schon gar nicht auf Dauer. Dieser Herausforderung wird sich der neue Gemeinderat, nicht gleich, aber in den nächsten fünf Jahren sicher, stellen müssen.

Klagen übers Ladensterben in der Ortsmitte, das Fehlen vor allem eines Metzgers, in Leutenbach seit einiger Zeit, in Nellmersbach seit kurzem, zeigen, dass so manchem das Angebot der Discounter am Ortsrand, in Nellmersbach ist gar ein Rewe, nicht schmeckt. Aber Gewerbeansiedlung in zentralen Ortslagen ist ein weites Feld mit begrenzten direkten Einflussmöglichkeiten gemeinderatsseits. Es geht allenfalls indirekt: Flächen anbieten, Umfeld attraktiv gestalten. Jeder Laden braucht Kunden.


Pfarrer und Polizei werden vermisst

Ebenfalls mehrfach wurde beklagt, dass Nellmersbach keinen eigenen Pfarrer mehr hat. Ob der neue Gemeinderat das als Auftrag sieht, zu versuchen, dass die Stelle wieder besetzt wird? Wenn ja, muss er ein dickes Brett bohren. Oder es kommt doch noch zu einer Gesamtkirchengemeinde, auch das eine Forderung. Dass Tempo 30 nur auszuweisen, nicht reicht, zeigt die Forderung, in den Tempo-30-Zonen mehr zu kontrollieren.

Aus dem Heidenhof kommt der Wunsch nach besserer Internetverbindung. Es könnte dort aber Bewohner geben, die den Anschluss ans öffentliche Kanalnetz für zumindest gleich „prioritär“ oder noch dringender halten.

Eine Cafeteria in Leutenbach wird vermisst. Ein Brot- und Kaffeehaus gibt es (beim Gebiet Mühlefeld), Tipp: das Bistro im neu sanierten „Lamm“ besuchen. Aber, und das ist eine weitere Klage: Bei der Gastronomie insgesamt ist Luft nach oben. Auch die einstige Polizeistelle in Leutenbach wird vermisst, das wäre ebenfalls was zum Zähneausbeißen für den neuen Gemeinderat. Ein zweiter Kunstrasenplatz wird gefordert, wobei nicht aufgeschlüsselt ist, aus welchem Teilort das kommt. Unabhängig davon: Das zu erfüllen, würden sich auch neue Bürgervertreter schwertun. Drei Kunstrasenplätze gibt es schon, in jedem Teilort einen, zusätzlich zu den Naturrasenplätzen.

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