Kommunalwahl in Schwaikheim Schwaikheimer wollen mehr Läden

Mehr Läden: Das wird von Schwaikheimern in der repräsentativen Umfrage des Zeitungsverlags Waiblingen am häufigsten gefordert. Foto: ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Schwaikheim. Das Einkaufen, zusätzliche Möglichkeiten dafür, weitere Läden, möglichst in der Ortsmitte, das wird von Schwaikheimern in der Umfrage am häufigsten genannt als Aufgabe für den neuen Gemeinderat. Offenbar gehen die Wünsche da über den im Bau befindlichen Lebensmittelvollsortimenter Edeka hinaus.

Dass die Bahnhofstraße als die Schwaikheimer Einkaufsmeile bessere Zeiten gesehen hat, wird auch der neue Gemeinderat wissen, und man kann gespannt sein, ob ihm dazu etwas einfällt, was über die erwarteten positiven Auswirkungen der neuen Ortsmitte hinausgeht.

Die Verkehrsbelastung im Ort zu verringern, das wurde am zweithäufigsten genannt. Vor allem die Anwohner der Hauptachsen, also der Ludwigsburger-, der Haupt-, der Schul- und der Bahnhof-, der Winnender und der Bismarckstraße, hoffen, ja erwarten das, alle zusammengenommen ein erheblicher Anteil an der Gesamtbevölkerung. Nun ist diese „Hausaufgabe“ zwar gestellt, vom noch amtierenden Gemeinderat und seit längerem. Die Bürger warten aber sehnlich auf die Ergebnisse der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans, auf Verbesserungsvorschläge, unabhängig davon, dass ohnehin etwas passieren muss, wenn der Mehrverkehr aus dem Neubaugebiet Heiße Klinge kommt. Wunder sind aber keine zu erwarten: Zum einen ist ein großer Anteil der Autos, die durch Schwaikheim fahren, Ziel- und Quellverkehr, stammt aus dem Ort selbst, Probleme sind also auch „hausgemacht“, nicht dem Durchgangsverkehr alleine geschuldet. Zum anderen lässt sich die Lage von Schwaikheim, bei der B 14, mit eigener Anschlussstelle, die Nachbarschaft zu Winnenden und Waiblingen, die Verkehr anziehen, nicht ändern.

Dritte Sporthalle an dritter Stelle

An dritter Stelle, nach der Häufigkeit, liegt die Forderung nach einer dritten Sporthalle. Auch hier sind Weichen gestellt, ob der Zug wirklich draufgesetzt wird, und vor allem wann, das wird allerdings der neue Gemeinderat zu entscheiden haben. Das Vorhaben ist priorisiert, allerdings gleichwertig mit dem Bau des neuen Bauhofs, in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen und ein Gutachten, das den Bedarf (also welche Form, welche Größe) prüfen soll, in Auftrag gegeben. Natürlich kann man davon ausgehen, dass unter den Befragten auch Mitglieder betreffender Sportvereine sind und dementsprechend natürlich diese neue Sporthalle fordern, die endlich Entlastung für die seit vielen Jahren angespannte Trainings- und Übungssituation in den bestehenden Hallen bringen wird.

Bezahlbarer Wohnraum: Gemeinde soll dranbleiben

Am vierthäufigsten genannt worden ist „bezahlbarer Wohnraum“, der also geschaffen werden soll. Auch hier sind das große Baugebiet Heiße Klinge beim Bahnhof, das derzeit erschlossen wird, und die geplante Bebauung auf dem bisherigen Areal des Feuerwehrgerätehauses an der Bismarckstraße wohl bereits „eingerechnet“. Die Bürger halten das offenbar nicht für ausreichend, fordern, dass die Gemeinde weiter dranbleibt.

In der Häufigkeitsrangfolge als Nächstes: Die Gemeinde tue zu wenig für den Land-schafts- und Naturschutz. Das könnte zum Beispiel konkret auf als unzureichend gesehene Ausgleichsmaßnahmen für das Gebiet Heiße Klinge abzielen, vielleicht ist da das letzte Wort von Seiten der Gemeinde (des neuen Gemeinderats) noch nicht unbedingt gesprochen. Immerhin auch mehrfach kritisiert wurde, dass der künftige Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte nur wenige ebenerdige Parkplätze haben wird. Das bereitet schon seit der Planung dafür Sorgen. Dass das Parkplatzthema durch eine Tiefgarage gelöst wird, löst die Befürchtung aus, dass dies und damit auch der Lebensmittelmarkt darüber nicht angenommen werden könnten. Daran ändern wird der neue Gemeinderat nichts mehr können, sondern abwarten müssen, ob die Kassandrarufe sich bewahrheiten.


Klage über immer vollen Parkplatz am Bahnhof

Die mehrmals geäußerte Klage, im Ort gehe vieles zu langsam voran, ist ein Appell an Gremium und Verwaltung, schneller zu Entscheidungen zu kommen, Dinge schneller umzusetzen. Vielleicht lässt sich die gebotene Gründlichkeit damit vereinbaren. Die Gemeinde hat allerdings in den vergangenen Jahren Vorhaben (Ortsmitte, Feuerwehrgerätehaus, Schulerweiterung, Gebiet Heiße Klinge) angepackt, die nicht so eben mal entstehen.

Last but not least, weil ebenfalls mehrfach genannt: Es gebe zu wenige Parkplätze am Bahnhof. Der Gratis-P&R-Platz ist an Werktagen fast immer voll belegt. Hier ist die Gemeinde sozusagen in der Warteschleife, und der neue Gemeinderat wird entscheiden müssen, was geschehen soll, wenn die von der Bahn längst angekündigte Bewirtschaftung der Stellplätze, die dort ihr gehören, tatsächlich kommt (sprich Gebühren), und was dann auf den Stellplätzen passieren soll, die der Gemeinde gehören. Aber vielleicht übernimmt ja doch der Regionalverband wie andernorts den „ganzen Laden“, das Parken am Bahnhof wäre damit weiterhin umsonst und es bliebe eng dort.

Auch „zweites Einkaufszentrum planen“ taucht auf. Ist damit das Areal auf der anderen Straßenseite gemeint, als „Neue Ortsmitte II“?

Die Ludwigsburger Straße erweist sich in den Augen der Bürger als Aufgabe, es gibt aber auch Lob für die vorerst provisorische Verkehrsführung unechte Einbahnstraße dort. Auch eine Mensa an der Schule wird gefordert. Sie kommt, als Herzstück des Erweiterungsbaus.

Ein Schmankerl: Um den „Gerhard-Häuser-Park“ solle sich der neue Gemeinderat kümmern (das Freizeitzentrum hat aber schon einen Spitznamen, „Lothar-Krüger-Nationalpark“).

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