Kommunalwahl in Weinstadt Streitthema vor der Wahl: Neues Feuerwehrhaus

Derzeit hat Weinstadt fünf verschiedene Feuerwehrgerätehäuser, die alle schon relativ alt sind - und das bringt viele Probleme mit sich. Seit Jahren wollen die Abteilungen Beutelsbach und Endersbach ein gemeinsames, zentral gelegenes Gebäude. Für Einsätze wäre das ein großer Vorteil. Foto: Benjamin Beytekin

Weinstadt. Bei der repräsentativen Umfrage unserer Zeitung landeten bei den Weinstädtern die Themen Wohnungsnot, Verkehr und Hallenbad-Neubau ganz vorne. Gestritten wurde im Gemeinderat 2019 aber vor allem wegen eines Themas, das auf Platz acht landete: das geplante zentrale Feuerwehrhaus.

Die Stadtverwaltung und der Gemeinderat haben in Sachen Bauprojekte für die nächsten Jahre ihre eigene Prioritätenliste, die sich von den Top-Themen aus der Umfrage des Zeitungsverlags teilweise erheblich unterscheidet. Auf Platz drei der Liste der Stadt landete etwa das zentrale Feuerwehrhaus zwischen Endersbach und Beutelsbach. Erstellt wurde die Prioritätenliste auf einer Klausurtagung des Weinstädter Gemeinderats und der Verwaltung im Sommer 2018. Ganz vorne landeten die Sanierung der Beutelsbacher Grundschule und die Erweiterung der Endersbacher Grundschule. So war es nur folgerichtig, dass Ende November 2018 beschlossen wurde, für beides einen Architektenwettbewerb auszuschreiben – was übrigens 270 000 Euro kostet. Auf Platz drei in dieser Liste folgt der Bau eines Gerätehauses für die Abteilungen Endersbach und Beutelsbach, das so geplant werden soll, dass langfristig auch noch die Abteilung Großheppach andocken kann. Das Problem ist nur, dass die Stadt immer noch kein geeignetes Grundstück hat respektive immer noch am Prüfen ist, welcher Standort denn nun gut wäre.

Es fehlt an Duschen und Platz

Das alles zog sich so in die Länge, dass es im Januar im Verwaltungsausschuss zum Eklat kam, weil im Haushalt fürs Jahr 2019 kein Geld mehr für den Erwerb eines Grundstücks fürs zentrale Feuerwehrhaus auftauchte. Die CDU attackierte die Verwaltung und monierte, dass die Feuerwehr zu wenig in die Planung einbezogen wurde. Vertreter von SPD, GOL und Freien Wählern hielten daraufhin insbesondere dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Witzlinger vor, nur aus Wahlkampfgründen einen Konflikt zu inszenieren, um sich als Schutzpatron der Feuerwehr darzustellen. Schließlich sind sich ja alle einig, dass das Feuerwehrhaus gebaut werden muss. Nur über das Vorgehen gehen die Meinungen eben auseinander.

Leugnen lässt sich indes nicht, dass die Verwaltung zeitlich hinterherhinkt: 2015 noch sagte der damalige Oberbürgermeister Jürgen Oswald, dass Stadt und Feuerwehr mit dem Bau in vier, fünf Jahren rechnen. Daraus wird nichts. Und für die Feuerwehrleute heißt das, dass sie sich in den alten Gerätehäusern mit deren Defiziten arrangieren müssen. Dort fehlt es an Duschen, Stellplätzen und allgemein an Platz.

Nach wie vor offen, wo gebaut werden kann

Mit zwölf Jastimmen bei elf Neinstimmen und einer Enthaltung votierte der Gemeinderat im Februar schließlich dafür, im Weinstädter Haushalt für 2019 doch noch 500 000 Euro für den Grunderwerb für ein neues Feuerwehrhaus bereitzustellen. Damit setzte sich die CDU gegen die Marschrichtung der Verwaltung durch. Zur Wahrheit gehört aber auch: Selbst wenn das Geld nun im Haushalt drinsteht, heißt das nicht unbedingt, dass das Feuerwehrhaus nun schneller gebaut wird. Nach wie vor ist noch offen, wo gebaut werden kann. Die Frage der nächsten Jahre wird sein, wie transparent die Verwaltung mit dem Thema umgeht, nachdem es viele Monate nichtöffentlich behandelt wurde.

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