Kommunalwahl in Winnenden Dringlichste Aufgabe: Wohnraum

Im Baugebiet Adelsbach rollen schon die Bagger. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Winnenden. Die dringlichste aktuelle Aufgabe des Winnender Gemeinderats ist ganz klar: Bürger wünschen bezahlbaren Wohnraum. Vermutlich kennt fast jeder jemanden, der dringend eine Wohnung braucht und der nicht bezahlen kann, was der freie Wohnungsmarkt gerade verlangt. Die nächsten wichtigen Aufgaben sind aus Bürgersicht: Schulen, Parken und Flüchtlinge.

Der Druck bei Wohnungen ist enorm. Aus Stuttgart ziehen Leute zu, die die Stuttgarter Mieten und Kaufpreise nicht mehr verkraften und die Winnender gerade noch bezahlen können. Winnender selbst erleben vor ihrer Nase, wie Wohnungen gebaut werden, deren Mietpreise sie kaum bezahlen können. Die Umfrage unserer Zeitung, bei der 51 von 381 Befragten Wohnraum als die wichtigste Aufgabe des Gemeinderats bezeichnet haben, bestätigt nur eine bekannte Erkenntnis.


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Es muss etwas geschehen bei Wohnungen. Es geschieht auch einiges. Gerade in Winnenden. Ende dieses Jahres beginnt der Bau von Wohnungen im großen Neubaugebiet Adelsbach. Am Stadtrand Richtung Berglen sind gerade viele Wohnungen im Bau und teilweise noch im Verkauf. Und der Gemeinderat zwingt künftig Bauherren von größeren Mehrfamilienhäusern, dass sie auch einen Anteil von Sozialwohnungen bauen. Dieser Zwang zum sozialen Wohnungsbau wurde erst am Montag in einer Diskussion des Verbands der Selbstständigen von Vertretern der fünf Winnender Listen kontrovers diskutiert, aber eine Mehrheit bleibt dabei: Es besteht eine Pflicht zum Bau von bezahlbaren Wohnungen.

Verlust der Gemeinschaftsschule ist noch nicht verschmerzt

Schulen sind das nächstwichtige Thema. Es ist immer die große Aufgabe von Gemeinderäten, für passende Schulgebäude und Schulausstattungen zu sorgen, und das fordern auch 22 der Winnender Befragten ein. Ihnen geht es vor allem um Digitalisierung. Aber einige der Befragten bedauern auch, dass die Gemeinschaftsschule geschlossen und nach Schwaikheim verlegt wurde. Auch diese frühere Gemeinderatsentscheidung wurde am Montag kontrovers diskutiert.

Immer ein Thema im Gemeinderat ist das Parken. Sei es in der Innenstadt, sei es in Wohngebieten. 20 Befragte wünschen sich Verbesserungen beim Parken, und auch in der Diskussion am Montag beim Verband der Selbstständigen (VdS) kamen Wünsche auf.

16 Befragte nennen als wichtigstes Thema von sich aus, ohne dass je konkret danach gefragt worden wäre, das Stichwort „Flüchtlinge“. Die meisten nennen ausführlich das Wort Flüchtlingspolitik – die allerdings in Berlin, vielleicht noch ein bisschen in Stuttgart, aber nicht in Winnenden gemacht wird. Andere nennen Stichworte wie „Integration der Flüchtlinge“ – eine Aufgabe, an der die Stadt mit großem Nachdruck arbeitet.

Die Staus im Berufsverkehr sind ein Thema, das elf Befragte nervt, und weitere elf sind der Meinung, dass das Radwegenetz Lücken hat. Man sieht: Der scheidende Gemeinderat hinterlässt dem neuen Aufgaben.

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