Korb Hier entstehen rund 140 Wohnungen

, aktualisiert am 13.12.2019 - 12:07 Uhr
Im Süden von Korb dürfen die Bauherren jetzt loslegen. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Korb.
Dort, wo sich in Zukunft Erwachsene zum Plausch treffen und Kinder spielen sollen, sind die Korber zusammengekommen, um das neue Baugebiet „Südrand Langenäcker“ offiziell zu eröffnen: auf dem Quartiersplatz, einem gepflasterten Platz in der Mitte des Gebiets. Rund herum sollen circa 140 Wohnungen entstehen.

Die Erschließung des Gebiets kostet voraussichtlich 3,2 Millionen Euro, also rund 155 Euro pro Quadratmeter. Auf den 16 Gemeinde-Grundstücken zahlen die Käufer laut Kämmerer Stefan Obenland für einen Quadratmeter Bauland zwischen 650 und 770 Euro. Die Erschließungskosten von rund 155 Euro sind darin enthalten. In einer früheren Version dieses Artikels stand an dieser Stelle: Für den Quadratmeter Bauland zahlen die Käufer rund 155 Euro.

Vor rund einem Jahr war der Bebauungsplan für die 3,3 Hektar große Fläche nach viel Diskussion im Gemeinderat in Kraft getreten. Im Februar begann die Baufirma Lukas Gläser mit ihrer Arbeit. Sie verlegte Kanäle und Leitungen, Stromkabel und Kommunikationskabel. Unitymedia und Telekom versorgen das Baugebiet mit Glasfaser. Straßen wurden gebaut und Laternen aufgestellt. Jetzt ist die Erschließung fertig. Uta Berner, Geschäftsführerin der Erschließungsgesellschaft KBB, hatte damit gerechnet, dass die Arbeiten erst im März abgeschlossen sein würden. Bürgermeister Jochen Müller spricht von einer „rekordverdächtigen Bauzeit“.

Bürgermeister kontert Kritik an Vergabekriterien für Bauplätze

„Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt“, sagt Bürgermeister Müller in seiner Rede. Jetzt sei aufgrund der Wohnungsnot die Zeit, ein Baugebiet zu erschließen. Vor allem in einer solch „tollen Wohnlage mit herrlichem Blick auf das Korber Panorama“. Dass der Wohnraum benötigt und gewollt ist, hat die Gemeinde an der Zahl der Bewerber für einen Bauplatz gemerkt. 212 Bewerber seien auf die 16 Plätze gekommen, die der Gemeinde gehörten. Bewerben konnten sich Interessenten auf drei Plätze. Auf einen Bauplatz seien nach Aussage von Bürgermeister Müller bis zu 105 Bewerbungen gekommen.

Zufrieden mit der Vergabe der Bauplätze waren nicht alle. Bemängelt wurden die Auswahlkriterien: Die Verwaltung hatte unterschieden zwischen Bewerbern, die schon vor Oktober 2018 ihren Wohnsitz in Korb hatten, und Auswärtigen, also solchen, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Weinort gemeldet waren. Außerdem wurde die Kinderzahl hinzugezogen, im Zweifel entschied das Los.

Vergaberichtlinien stoßen auf Widerstand

Bewerbungen von Auswärtigen habe die Gemeinde erst mal nicht berücksichtigt, sagt Bürgermeister Müller: „Die Vergaberichtlinien sind sehr offen und transparent gestaltet.“ Trotzdem stießen sie auf Widerstand. Andere Gemeinden im Umkreis hätten weitere Kriterien, wie zum Beispiel: Wie lange lebt der Bewerber schon in der Gemeinde? Hat er sich ehrenamtlich engagiert?

Warum hat Korb solche Kriterien nicht? Zu strenge Auswahlverfahren seien möglicherweise nicht rechtssicher, sagt Müller auf Nachfrage. Außerdem: „Das würde nicht zwingend dazu führen, dass Leute dann eher einen Bauplatz bekommen.“ Schließlich sei die Zahl der Bewerbungen auf wenige Bauplätze sehr hoch gewesen.

Auf 44 Bauplätzen sollen 145 Wohneinheiten entstehen

Die glücklichen Bauherren, die einen Bauplatz ergattert haben, können jetzt loslegen. Auf 44 Bauplätzen sollen 145 Wohneinheiten entstehen. Zwei Bauanträge liegen inzwischen vor, sagt Müller. Neben Ein- und Mehrfamilienhäusern soll je nach Bedarf ein Kindergarten gebaut werden. Außerdem soll das Wohngebiet laut Müller eine Elektro-Tankstelle bekommen. Die Förderung dafür sei beantragt.

Noch ist die Erschließungsgesellschaft beschäftigt: Bäume müssen gepflanzt werden, vor allem rund um den Quartiersplatz, der laut Bauamtsleiter Dietmar Kümmerlen ein Aufenthaltsraum für die Bewohner sein soll – vor allem für spielende Kinder. Auch die vom Gemeinderat vereinbarten Ausgleichsmaßnahmen müssen umgesetzt werden: die Pflege von Streuobstwiesen am Kleinheppacher Kopf, die Sanierung der dortigen Trockenmauern und der Bau eines Schwalbenhotels in der Ortsmitte.

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