Korb-Kleinheppach Hoffnung für den Heppach

Der Kleinheppacher Gemeinderat Peter Bauer 2017 an der kritischen Stelle im Zulaufkanal des Kleinheppacher Rückhaltebeckens: Der Überlaufschwelle (auch: Tauchwand). Bei starkem Regen schwappt das Dreckwasser von links über die Mauer und läuft in den Heppach ab. Foto: Alexandra Palmizi

Korb-Kleinheppach. Ein 167 000 Euro teures Stauschild beim Kleinheppacher Regenüberlaufbecken soll verhindern, dass bei starkem Regen Dreck und Müll vom Abwasserkanal in den Heppach geschwemmt werden. Eigentlich sollte der Einbau schon im Sommer 2018 stattfinden. Geplant ist er nun für das laufende Jahr.

„Da wird sich einer unserer Gemeinderäte freuen, dass seine Kinder bald wieder am Bach spielen können“, sagte Bürgermeister Jochen Müller in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Damit spielte er auf den Kleinheppacher CDU-Mann Peter Bauer an, der nur circa 150 Meter entfernt vom Heppach wohnt. Bauer hatte in einem Gespräch mit unserer Zeitung im Oktober 2017 gesagt: „Ich habe meinen Kindern verboten, im Bach zu spielen.“ Der Grund: Allerlei Unappetitliches schwappt aus dem Abwasserkanal in den Bach hinüber: Klopapier, Damenbinden, Feuchttücher, Kondome, Fäkalien. Und auch der Gestank wird tageweise zum Problem, ausgerechnet neben dem Sapzier- und Radweg Richtung Großheppach.

Ein Stauschild am Regenüberlaufbecken Kleinheppach soll das Problem lösen. Das hatte der Gemeinderat bereits vor eineinhalb Jahren beschlossen. In diesem Jahr soll es nun wirklich eingebaut werden. Grundlage sind „hydraulische Berechnungen im Kanalnetz“ und eine „Schmutzfrachtsimulation“ (Zitat Bauamt) durch die Fassnacht Ingenieure GmbH.

Wenn genug Wasser abgeflossen ist, schließt das Schild

Verzögert hat sich das Projekt, das eigentlich für Sommer 2018 geplant war, weil die Gemeinde keine Firma gefunden hat, die den Auftrag ausführen konnte. Dabei ist der durchaus lukrativ: 167 000 Euro lässt sich die Gemeinde den Schutz des Heppachs kosten. „Die Recherche der Fassnacht Ingenieure GmbH hat ergeben, dass lediglich ein Systemhersteller für das vorgesehene Stauschild existiert“, heißt es in der Rathausvorlage. An diesen Hersteller, die Firma APA Abwassertechnik GmbH in Pfedelbach, hat der Gemeinderat den Auftrag nun einstimmig vergeben.

An den betroffenen Zulaufkanal und das Rückhaltebecken sind etwa 90 Prozent aller kanalisierten Flächen in Korb angeschlossen (etwa 210 Hektar). Der Sammelkanal führt direkt ins Becken, hat aber für Überlastungsfälle einen Ablauf, der in den Heppach mündet. Abgetrennt wird er durch eine mannshohe Mauer (siehe Foto), eine sogenannte „Tauchwand“, auch „Überlaufschwelle“ genannt. Wenn es stark regnet, mischt sich das Regenwasser ins verschmutzte Abwasser, wirbelt weiteren Dreck von den Kanalböden auf und lässt den Wasserspiegel stark ansteigen – bis das Wasser mitsamt Müll im Sammelkanal über die Tauchwand fließt und im Heppach landet. Das Schild schließt die Lücke zwischen Tauchwand und Kanaldecke. Wenn es stark regnet, kann das Wasser im Zulaufkanal höher als bisher ansteigen und allen aufschwimmenden Müll Richtung Decke tragen. Wenn eine bestimmte Höhe erreicht ist, fährt das Edelstahlschild ein wenig zurück, so dass Wasser aus der Mitte über die Tauchwand abfließen kann. Der Dreck schwimmt derweil weiterhin an der Decke des Zulaufkanals. Wenn genug Wasser abgeflossen ist, schließt das Schild.
 


Der Bach als Namensgeber

Der Heppach hat eine besondere Bedeutung: Er ist Namensgeber der Orte Klein- und Großheppach. Ursprünglich hieß er Heckebach oder Heggebach, was für „Bach zwischen Hecken“ stand.

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