Korb-Kleinheppach Wo wird gebaut, wo tut sich nichts?

Das „Lamm“ in Kleinheppach (hinten rechts im Foto) bleibt stehen, schließlich ist das ehemalige Restaurant denkmalgeschützt. Die Anbauten allerdings wurden abgerissen. Jetzt entstehen rundherum Wohnungen und eine Tiefgarage. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Korb-Kleinheppach.
Wohnraum ist knapp und begehrt, auch in der Korber Ortschaft Kleinheppach. Seit Jahren läuft die Innenverdichtung: Alte Scheunen weichen, neue Wohnhäuser wachsen aus dem Boden. Doch mancherorts – zum Beispiel in der Kelterstraße, wo die Firma Wohnwert das Grundstück offenbar loswerden möchte – sind die Projekte ins Stocken geraten. Im November 2018 hatte unsere Zeitung einen Blick auf vier Wohnbauflächen in Kleinheppach geworfen: auf die Brunnenstraße, wo das neue Dorfgemeinschaftshaus entsteht, auf das ehemalige Gasthaus Lamm, auf das Projekt in der Endersbacher Straße 5 und auf das Grundstück in der Kelterstraße, wo einstmals die Kleinheppacher Kelter stand. Insgesamt rund 60 Wohnungen sollen im Ort entstehen, berichteten wir damals, weitere 60 in den Neubaugebieten Westrand Hofäcker 1 und 2 nicht mitgerechnet. Mehr als ein Jahr ist seither vergangen. Wie ist der Stand der Dinge beim Dorfgemeinschaftshaus, was tut sich ums Lamm herum? Und wieso liegt das Grundstück, auf dem einst die Kelter stand, noch immer brach?

Dorfgemeinschaftshaus: Die Kreisbau ist guter Dinge

Dieses Gebäude war lange Zeit ein Sorgenkind der Lokalpolitik, nun scheint alles seinen geregelten Weg zu gehen: Die Kreisbau treibt das Projekt Dorfgemeinschaftshaus weiter voran. Spatenstich war im April 2019. Zuvor hatten die Korber Gemeinderäte einem aus Kostengründen überarbeiteten Entwurf zähneknirschend zugestimmt. Mittlerweile läuft es auf der Baustelle laut Pressesprecherin Martina Keck „sehr gut“. Im Kleinheppacher Dorfgemeinschaftshaus, das an der Stelle entsteht, wo bis Ende 2017 das Alte Rathaus stand, sollen zwölf Wohnungen, das Steinzeitmuseum, die Bücherei, das Ortsvorsteherbüro, eine Arztpraxis und eine öffentliche Toilette untergebracht werden. Derzeit wird noch am Rohbau und am Dach gearbeitet, im zweiten Quartal des Jahres soll dann der Innenausbau erfolgen. Im Herbst wird das Dorfhaus – Stand heute – fertig sein.

Ums Gasthaus Lamm herum: Wohnungen 2021 einzugsbereit

Beim Lamm geht es ebenfalls zügig voran, die Rohbauarbeiten haben begonnen. Die Hälfte der Wohnungen, die hier rund um das ehemalige Gasthaus entstehen, sei bereits verkauft, berichtet Ingo Schröther von der Kernener Firma Ideal-Bau, die das Projekt betreut. Im Sommer waren die Anbauten an das denkmalgeschützte Gebäude abgebrochen worden. Dann wurde mit den Arbeiten an der Bodenplatte und schließlich der Tiefgarage begonnen. Bis kurz vor Weihnachten wurde auf der Baustelle geschafft, nun geht’s weiter. Insgesamt entstehen 16 neue Wohnungen um das Lamm herum, zu haben sind laut Ideal-Bau noch Wohnungen von 2,5 bis 4,5 Zimmern, die zwischen 251 000 Euro und 421 000 Euro kosten. Bezugsfertig sollen sie im Frühjahr 2021 sein. Und auch im denkmalgeschützten Altbau selbst sollen fünf Wohnungen entstehen. „In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz“, wie Ingo Schröther sagt. Erste Abstützungsmaßnahmen wurden ergriffen, die Ausschreibung für Sanierung und Innenausbau läuft bereits.

Bauplatz Kelter: Es tut sich überhaupt nichts

Ein ganz anderes Bild bietet das Grundstück an der Kelterstraße, wo früher Wein angeliefert wurde: Als unsere Zeitung Ende 2018 bei der Waiblinger Firma Wohnwert nachhakte, was auf dem Areal der ehemaligen Kelter entstehen soll, hieß es, das Projekt befinde sich noch in der Entwurfsphase. Wohnwert hatte das Grundstück, für das der Gemeinderat bereits eine Vorplanung beschlossen hatte, von der Gemeinde gekauft. 22 Wohnungen und eine Tiefgarage sollten hier entstehen. Doch das Bauprojekt hat das Entwurfsstadium nie verlassen. Im Gegenteil: Wie zu hören ist, will Wohnwert die Fläche wieder loswerden. Vor Jahren hat die Firma angeblich 1,8 Millionen Euro dafür gezahlt. Die Kelter wurde bereits im Februar 2018 abgebrochen. Die Natur erobert den Bauplatz an der Kelterstraße allmählich zurück.

Wie es weitergeht, kann niemand sagen, auch im Rathaus ist man ratlos. „Uns liegt noch immer kein Baugesuch vor“, sagt der Korber Hochbauchef Joachim Kautz auf Anfrage unserer Zeitung. Bei der Firma Wohnwert selbst war bis Redaktionsschluss niemand zu erreichen. Auch auf der Wohnwert-Homepage und den einschlägigen Immo-Seiten sind derzeit keine Angebote der Firma zu finden. Wer auf „Aktuelles“ klickt, bekommt als neuesten Eintrag unseren Zeitungsartikel von 2018 angezeigt.

Endersbacher Straße 5: Nur schleppend geht’s voran

Dass sich die Waiblinger Wohnwert derart rar macht, sorgt für allerhand Gerüchte um das Unternehmen – und strahlt auch auf das Bauprojekt in der Endersbacher Straße 5 aus. Hier entstehen acht Wohnungen, wo früher ein altes Bauernhaus mit Scheune stand. Als unsere Zeitung vor mehr als einem Jahr bei der Wohnwert nachhakte, waren sechs von acht Wohnungen bereits verkauft. Die Waiblinger gingen davon aus, dass das neue Gebäude im August oder September 2019 fertiggestellt wird. Daraus wurde nichts. Zwar beobachten Nachbarn immer wieder Bauarbeiter auf der Baustelle und Ende Herbst wurde auch das Dach errichtet, doch abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht. Sichtbar fehlen unter anderem die Tiefgaragenzufahrt und die Wärmedämmung an den Außenwänden. Immerhin: Dieser Tage waren Elektriker vor Ort. Laut Ortsvorsteher Gerhard Liebhard sei zwischenzeitlich von einer Fertigstellung in diesem Frühjahr die Rede gewesen. Ob dieser Termin zu halten ist, darüber war auch in diesem Fall keine Auskunft zu erhalten.

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