Korb Seit sieben Jahrzehnten ein Paar

Richard und Irmgard Schlichenmaier sind seit 71 Jahren ein Paar. Foto: Schneider / ZVW

Korb. Im Kino haben sich Richard und Irmgard Schlichenmaier kennengelernt. Aus einem Flirt wurde Liebe, aus Liebe wurde Ehe. Nun sind sie seit 65 Jahren verheiratet. Bis heute sind sie einander eng verbunden.

„Was wäre ich heute ohne dich – als Team sind wir stark und außerordentlich. / Wir werden weiter und fest zusammenstehen und Schritt für Schritt behutsam gehen / [...] Das Leben hat es gut mit uns gemeint, wir waren immer in Zufriedenheit vereint. / Für deine Liebe ein herzliches Dankeschön – das Leben mit dir ist wunderschön.“ Diese und weitere Zeilen hat Richard Schlichenmaier seiner Frau Irmgard zur Eisernen Hochzeit geschrieben. Vers für Vers drückt er seine Liebe aus.

Heute vor 65 Jahren haben er und seine Frau sich das Ja-Wort in Stuttgart gegeben. Kennengelernt haben sie sich vor 71 Jahren während eines Kinobesuchs in Stuttgart-Gaisburg. Irmgard, damals 16, heute 87 Jahre alt, und Richard, damals 18, heute 89 Jahre alt, teilten die Begeisterung für US-amerikanische Filme.

Auch die Leidenschaft fürs Reisen verbindet die beiden. Das lebensfrohe Paar unternahm mit dem Motorrad Reisen unter anderem zur Nordsee und nach Österreich. Als der Familiennachwuchs da war, drei Töchter, musste ein Auto her, Marke DKW. Mit den Kindern fuhren sie ins Allgäu, nach Bad Wurzach, in den Bayerischen Wald oder zum Wandern an den Gmeiner See.

„Wir ergänzen uns gegenseitig“

Doch im Kern bezeichnet Richard Schlichenmaier sich und seine Frau als bodenständige Menschen. Die Wochenenden verbrachte die ganze Familie im Garten in Breuningsweiler. Um näher an dem Grundstück zu sein, zogen die Schlichenmaiers 1962 nach Korb. Dort leben sie seither in ihrer Eigentumswohnung.

Ein ureigenes Hobby für Richard Schlichenmaier ist die Arbeit am Computer. Er schreibt gerne Gedichte und seine Erinnerungen auf.

Richard Schlichenmaier ist am 22. Dezember 1930 in Stuttgart-Münster auf die Welt gekommen. Irmgard Schlichenmaier ist am 29. Februar 1932 in Stuttgart-Ost geboren. Während des Zweiten Weltkriegs waren beide Kinder. Sie haben Luftangriffe miterlebt – und erfahren, was es heißt, alles bis auf die Kleider am Leibe zu verlieren. Nach dem Krieg lernte er den Beruf des Maschinenschlossers bei der Firma Hesser. Daraufhin arbeitete er 43 Jahre lang in der Entwicklung bei Daimler-Benz in Untertürkheim. Sie arbeitete bis zur Geburt ihres ersten Kindes als Köchin und Kantinenleiterin bei der Firma Isco.

Richard und Irmgard Schlichenmaier sind einander sehr verbunden. „Wir sind Selbstversorger und ergänzen uns gegenseitig“, sagt Richard Schlichenmaier. Mit Gehhilfen sind er und seine Frau noch mobil. Seine mittlerweile etwas vergessliche Gattin unterstützt er als Hausmann. Außerdem nehmen sie den sozialen Dienst in Anspruch. Und, scherzt er: „Unsere Kinder machen ab und zu mal ein Check-up, ob wir überhaupt noch leben.“ Die drei Kinder, fünf Enkel und vier Urenkel sind eine große Freude für das Paar. Auch sie finden in Richard Schlichenmaiers Gedicht Erwähnung: Eine göttliche Gnade sei es, sogar die Urenkel noch erleben zu dürfen.

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