Korb Tier-Attacke auf Camper weiter ungeklärt

Symbolbild. Foto: Pixabay.com/StockSnap

Korb. Ein Wolf war’s nicht. Vielleicht ein Fuchs oder ein kleiner Hund. Welche Art Tier in der Nacht zum 1. Mai einen jungen Camper im Gebiet Sörenberg nahe Korb angegriffen haben soll, ist noch nicht abschließend geklärt.

Das Ergebnis einer genetischen Untersuchung steht noch aus. Hartmut Unger von der Kreisjägervereinigung wundert sich über diesen „arg seltsamen“ Fall: „Normal ist das nicht.“ Ein 21-Jähriger hatte die Nacht zum 1. Mai in einem Zelt auf einem Gartengrundstück nahe dem Sörenberg verbracht. Offenbar drang ein Tier ins Zelt ein und biss den jungen Mann.

Das junge Opfer musste im Netz reichlich Häme einstecken

Der Fall hat im Internet für Aufregung gesorgt; es kursieren verstörende Blut-Fotos, und das junge Opfer der Tier-Attacke musste reichlich Häme einstecken. Ob er sich nicht gegen ein Hündchen habe wehren können?

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt schließt einen Wolf als Verursacher der mutmaßlichen Bisswunden zweifelsfrei aus. „Die Indizienlage lässt vermuten, dass ein Fuchs oder kleinerer Hund für den Übergriff verantwortlich war“, so Tobias Beigel, Sprecher der Forschungsanstalt in Freiburg. Die Gefahr, von einem Wildtier angefallen zu werden, schätzt er „grundsätzlich als eher gering“ ein – „es gibt jedoch Einzelfälle, in denen Menschen von Wildtieren verletzt werden“.

Tollwut kommt in Deutschland praktisch nicht mehr vor

Ein gesunder Fuchs wird niemals einen Menschen angreifen, sagt Hartmut Unger von der Kreisjägervereinigung. Wäre ein Fuchs mit Tollwut infiziert, verhielte er sich zwar anders; er würde die Scheu vor Menschen verlieren – aber Tollwut kommt in Deutschland praktisch nicht mehr vor. Laut dem Robert-Koch-Institut gehört Deutschland „zu den Ländern Europas, in denen durch systematische Bekämpfungsmaßnahmen, vor allem durch die orale Immunisierung der Füchse, die Tollwut bei Wild- und Haustieren getilgt werden konnte. Der letzte identifizierte Tollwutfall bei einem Wildtier (außer Fledermäusen) trat in Deutschland im Februar 2006 bei einem Fuchs auf.“

Auch dass ein Fuchs von Lebensmitteln in der Nähe des Zeltes angelockt worden sein könnte, hält Hartmut Unger für unwahrscheinlich. Füchse finden in der Natur zurzeit genug zu fressen. Sie ernähren sich vor allem von Mäusen.

Im Rems-Murr-Kreis leben aktuell vergleichsweise „sehr wenige Füchse“, berichtet Hartmut Unger. Die Staupe, eine Infektionskrankheit, die bei Füchsen meist tödlich verläuft, habe den Bestand deutlich dezimiert. Ein an Staupe erkrankter Fuchs wird nicht auf einen Menschen losgehen, sagt Unger: Ein krankes, mattes Tier werde sich eher verkriechen und in einem Versteck Unterschlupf suchen. Staupe ist für Menschen nicht gefährlich – aber für Hunde.

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