Krankenhaus-Areal in Waiblingen Bagger heben Baugrube für die ersten Wohnungen aus

Die Baugrube für die ersten Wohnungen auf dem Krankenhaus-Areal wird ausgehoben. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Waiblingen. Ende Mai war auf dem Areal des ehemaligen Kreiskrankenhauses der erste symbolische Spatenstich für das neue Wohngebiet gesetzt worden, jetzt sind die Bagger am Werk: Derzeit wird die Baugrube für den ersten Teil von 73 Eigentumswohnungen ausgehoben. In einem der größten Baugebiete in Waiblingen entstehen in mehreren Abschnitten insgesamt 210 Wohnungen und damit entsteht Platz für mehr als 400 Menschen sowie eine viergruppige Kindertagesstätte.

Nach dem feierlichen Spatenstich des Siedlungswerks Stuttgart am 23. Mai legte sich erst mal der Sommer auf das Areal – von reger Bautätigkeit war auf dem Krankenhausareal – wieder einmal – nichts zu sehen. Die Brache blieb so lange unangetastet, dass die ersten Passanten schon nach den Gründen für die unerwartete Ruhe fragten. Dabei, sagt Projektmanager Patrick Simonneaux, liegt alles im Zeitplan.

„Der Spatenstich ist ein formeller Akt und war nicht der eigentliche Startpunkt“, erklärt er. Erst eine Woche vor dem Spatenstich habe die Baugenehmigung vorgelegen, die das Siedlungswerk eigentlich schon Ende Dezember 2018 erwartet habe. Danach habe man die Baugenehmigung allerdings noch prüfen müssen, kleinere Auflagen waren noch zu erfüllen. „Nichts, was uns Kopfzerbrechen bereitet hätte“, versichert der Projektmanager.

Das Siedlungswerk baut auf zwei Baufeldern 73 Wohnungen

Inzwischen haben die Bagger ihre Arbeit aufgenommen. Die Baugrube für das erste Baufeld wird innerhalb von drei bis vier Wochen fertig sein. Das Siedlungswerk baut auf zwei Baufeldern (Baufeld eins und drei) insgesamt 73 Eigentumswohnungen in mehreren Gebäuden mit unterschiedlichen Größen. Beim Architekten-Wettbewerb, den die Stadt zur Bebauung des Areals ausgelobt hatte, hatten das Stuttgarter Siedlungswerk und die GWG-Gruppe das Rennen gemacht.

Nach dem Baustart rechnet das Siedlungswerk mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren, so Patrick Simonneaux. Nach dem Aushub folgt der Bau der Tiefgarage. Ende 2019, Anfang 2020 sollen die Häuser im Rohbau fertig sein, danach folgen der Fenstereinbau, der Innenausbau und die Technik. Läuft alles nach Plan, können die ersten Bewohner im Sommer 2021 in ihre neuen Wohnungen einziehen. Start für die Bauarbeiten auf dem Baufeld drei ist im September. Auch hier liegt seit kurzem die Baugenehmigung vor.

Für das rund 16 000 Quadratmeter große Gebiet war zunächst ein Architekten-Wettbewerb ausgelobt worden. Das Areal war dazu in vier Baugrundstücke mit Platz für bis zu 130 Wohnungen und Reihenhäuser aufgeteilt worden. Maximal vier Investorengruppen – für jedes Baufeld eine – sollten im Sinne eines städtebaulich und architektonisch lockeren Mixes den Zuschlag erhalten. Bekommen haben ihn zwei Stuttgarter Investorengemeinschaften: das Siedlungswerk Stuttgart mit den Architekten Ackermann und Raff sowie die GWG-Gruppe mit den Architekten Steinhoff und Haehnel.

Auch ein öffentlicher Spielplatz soll entstehen

Entlang der Winnender Straße wird ein Gebäuderiegel mit Wohnungen gebaut, der gleichzeitig den Verkehrslärm der Winnender Straße dämpfen soll. Hier punktete das Architektenduo Ackermann und Raff mit einer besonders pfiffig gegliederten Bebauung. Im Norden des neuen Viertels soll auch ein öffentlicher Spielplatz gebaut werden.

Zu den Bauherren auf dem ehemaligen Krankenhaus-Areal gehört auch die Kreisbau: Statt einer Außenstelle des Landratsamtes, die ursprünglich vorgesehen war, baut die Kreisbau 40 Mietwohnungen, dahinter 40 Eigentumswohnungen und eine Kita. Bei einem städtebaulichen Wettbewerb hatte sich die Jury für die Planung der Architekten Ackermann und Raff entschieden. Gebaut wird auch ein drei- bis viergruppiger Kindergarten, der eines Tages in drei Wohnungen umgewandelt werden kann.


Eine lange Planung

2015 begann der Abbruch des Kreiskrankenhauses Waiblingen. Im selben Jahr standen die Gewinner des Architektenwettbewerbs fest, doch dann legte der neu gewählte Landrat Richard Sigel die Planungen auf Eis. Sein Ziel war ein Immobilienkonzept für alle Kreisimmobilien. Am Ende stand fest: Die an der Winnender Straße geplante Außenstelle des Landratsamts wird nicht gebaut. Stattdessen baut die Kreisbau an dieser Stelle Wohnungen.

Im Sommer vergangenen Jahres begannen die Erschließungsarbeiten. Es wurden Leitungen für Wasser, Abwasser, Fernwärme und Strom verlegt sowie die Baustraßen hergestellt.

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