Kreisverkehr in Remshalden Wer hat die pinken Maulwürfe aufgestellt?

Remshalden. Viele freudige Reaktionen gibt es auf die zwischen Montag und Dienstag plötzlich auf dem Hügel im Kreisverkehr in Grunbach aufgetauchten Mini-Maulwürfe. Auch der Bürgermeister findet die pinken Brüder des Kreisel-Maulis gut. Dahinter stecken drei von den „Aktivisten“, die auch an der großen Figur aus Styropor gebaut hatten, die nicht aufgestellt werden durfte.

Frank Winger, Wiebke Klein und Peter Schuster heißen die Protagonisten, die dafür gesorgt haben, dass der Kreisverkehr, den viele schon jetzt als Maulwurf-Kreisel bezeichnen, diesem Titel wieder gerecht wird. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion von Montag auf Dienstag in dieser Woche waren es Winger und Schuster, die die mehr als 100 pinke Mauli-Figuren an den Hängen des Hügels in der Kreiselmitte platzierten.

Unsere Zeitung konnte jetzt mit Frank Winger sprechen. Dem war es schon klar, dass nicht lange im Verborgenen bleiben würde, wer für die Maulwurf-Schar verantwortlich ist. Schließlich waren er, Peter Schuster und Wiebke Klein schon am Bau der großen Figur aus Styropor beteiligt, der ursprünglich auf den Kreisel-Hügel sollte. Wiebke Klein war es, die überhaupt die Initialzündung gegeben hatte: Sie hatte den Ur-Maulwurf aus Pappmaché geformt, der eines Tages im Sommer 2017 plötzlich auf dem Kreisel saß, und damit alles Weitere inspiriert – so nachhaltig, dass auch nach dem Schock durch die Absage des Landratsamts das Thema für einige Remshaldener nicht durch war. Zur Erinnerung: Die Behörden des Landkreises erklärten den Maulwurf zur Verkehrsgefahr und erlaubten die Aufstellung im Kreisverkehr nicht.

"Eine kleine Retourkutsche"

Jedoch: „Der Gedanke – der Maulwurf muss auf den Kreisel – ist nie so richtig zum Erliegen gekommen“, sagt Frank Winger. Ja, das nagende Unverständnis über die Entscheidung des Landratsamts spornte die „Maulwurf-Aktivisten“, wie Wiebke Klein die Gruppe nennt, sogar eher noch an. So ein bisschen sei es auch „eine kleine Retourkutsche“, sagt Frank Winger: „Wir haben es doch geschafft.“

Von ihm stammt die Idee, es mit den kleineren Figuren zu probieren. In seinem Hobbykeller stellte er dann aus Gips mit einer Gussform aus Latex die Tierchen her. Ein bis zwei Figuren schaffte er am Abend. „Das lief nebenher“, sagt er. Wiebke Klein trug am Ende die pinke Farbe auf.

„Es ist kein Projekt für die Ewigkeit“, sagt Frank Winger. Der Gips sei nicht haltbar – dabei aber auch umweltverträglich, wenn er mit dem Regen ins Erdreich gelange, Gleiches gelte für die verwendete Farbe.

Landratsamt sieht keine Verkehrsgefährdung

Und was sagt das Landratsamt? Das hat dieses Mal tatsächlich nichts gegen die Besiedlung des Kreisverkehrs mit Maulwürfen. Die Kreisverwaltung hält das Ganze für eine „nette Idee“, wie die Pressestelle auf Nachfrage mitteilt. Und: „Bezüglich Verkehrssicherheit vollkommen unbedenklich.“

Molt hält Aktion für eine witzige Idee

Der Remshaldener Bürgermeister Reinhard Molt, der ebenfalls gerne den großen Maulwurf auf dem Kreisel-Hügel gesehen hätte, freut sich über die Aktion. Für ihn ist sie der erneute Beweis: „Die Leute denken drüber nach und setzen sich damit auseinander.“ Er hält das Ganze für eine „witzige Idee“ und sagt: „Mir gefällt es.“ Damit ist der Bürgermeister nicht allein. In den sozialen Netzwerken applaudieren viele. Ein Leser unserer Zeitung schreibt uns: „Oh, wie herrlich. Fand ja schon den Großen toll und nun die vielen Kleinen in Pink. Einfach fantastisch.“ Der „Große“ steht inzwischen auf dem Dach des Kinderhauses in Geradstetten.

Klar sei, sagt Frank Winger, dass die Mini-Maulwürfe wegmüssten, sobald der Bauhof den Kreisel-Hügel mähen müsse. Sie seien dann gerne bereit, mitzuhelfen beim Einsammeln. Und dann müsse man mit dem Bürgermeister klären, was man damit mache: „Baut man sie wieder auf? Oder lässt man es als einmalige Aktion laufen?“ Winger kann sich die Figuren als Deko im Kindergarten vorstellen. „Oder man versucht, sie unters Volk zu bringen für ein paar Euro“, sagt er.

Den Erlös könne man dann für einen guten Zweck spenden. Abnehmer gäbe es wahrscheinlich einige, verschiedene Leute haben schon ihr Interesse an einer Maulwurf-Figur bekundet.

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