Kriminalitätsstatistik 2018 Immer mehr Betrugsfälle in Kernen

Symbolbild. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Kernen. In Kernen hat es im Jahr 2018 eine Handvoll Straftaten mehr gegeben als noch im Jahr zuvor: insgesamt 675. Das zeigt die Statistik des Polizeireviers Fellbach, die jüngst im Gemeinderat vorgestellt wurde. Stark zugenommen haben Betrugsdelikte, weiter rückläufig sind Einbrüche.

Die schlechte Nachricht sei, sagte Jan Kempe, kommissarischer Leiter des Polizeireviers Fellbach, in dessen Verantwortungsbereich auch Kernen liegt, dass die Kriminalität in Kernen im vergangenen Jahr zugenommen habe. Die gute Nachricht: Es ist ein Anstieg um lediglich fünf Straftaten – von 670 auf 675. Laut Kempe ist das ein „gemäßigter Wert“. Gestiegen ist auch die Aufklärungsquote der Polizei: von rund 52 auf rund 62 Prozent.

20 bis 30 Betrugsfälle an einem Tag

Jan Kempe stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018 in Kernen vor. Was besonders auffällt: Betrugs- und Fälschungsdelikte sind „sprunghaft angestiegen“, wie es der Polizist formulierte (siehe Grafik). Zählte die Polizei im Jahr 2016 noch 77 „Vermögens- und Fälschungsdelikte“, darunter die berühmt-berüchtigten „Enkeltrick“-Betrüger oder falsche Polizeibeamte, die es überwiegend auf ältere Menschen abgesehen haben, waren es zwei Jahre später schon 181 Straftaten. Davon registrierten die Fellbacher 162 als Betrug, hinzu kommen 19 „sonstige Delikte“. Wie Kempe berichtet, wurden kürzlich 20 bis 30 Betrugsfälle an einem Tag im Fellbacher Revier angezeigt. Der Revierleiter versprach: „Das wird sehr genau nachverfolgt.“

 


Erfreulicher ist die Entwicklung bei den Einbruchsdelikten. Zählte die Polizei 2014 noch 35 Einbrüche, scheint die intensive Präventionsarbeit mittlerweile Früchte zu tragen: Nur noch elf Einbrüche verzeichnete das Fellbacher Revier. Stark zurückgegangen – von 240 Fällen im Jahr 2017 auf 163 Fälle im Jahr 2018 – sind auch die Diebstahlsdelikte.

Einen „deutlichen Anstieg“ sieht Jan Kempe hingegen in den Zahlen zur Rauschgiftkriminalität: Waren es 2017 noch 39 Fälle, hat die Polizei 2018 in 54 Fällen ermittelt. Der Höchststand aus dem Jahr 2015 (70 Fälle) wurde allerdings nicht geknackt. In den meisten Fällen handelte es sich um Besitz- und nicht um Handelsvergehen.

Zehn „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, darunter zwei Vergewaltigungen, zählte die Polizei 2018 in Kernen. Alle diese Fälle wurden laut Kempe aufgeklärt. 2017 waren es in diesem Bereich acht Straftaten, 2016 nur drei.

Zwei Gewalttäter im Gefängnis

Bei den sogenannten Rohheitsdelikten, überwiegend Körperverletzungen, hat sich wenig getan: Wie im Vorjahr 88 Fälle zählte die Polizei, darunter 70 Körperverletzungen, von denen wiederum zwölf als gefährlich oder schwer eingeschätzt wurden. Wobei Kempe verkündete, dass zwei der „übelsten Polizeibekannten“ für die nächsten Jahre in Stammheim sitzen.

„Sehr erfreulich“ sei: Kein einziger Polizist wurde angegriffen. Jan Kempe dazu augenzwinkernd: „Streifen kommen gern nach Kernen.“


Weniger junge Täter

Die Zahl der Jungtäter (bis 21 Jahre) geht zurück. 61 tatverdächtige Kinder, Jugendliche und Heranwachsende zählte die Polizei. 2016 waren es noch fast 30 Personen mehr in dieser Altersgruppe.

Auch über tatverdächtige Nichtdeutsche führt das Polizeirevier ausführlich Statistik: Insgesamt 81 Tatverdächtige hatten keinen deutschen Pass, darunter 23 italienische und elf türkische Staatsangehörige, sechs Polen, fünf Rumänen und fünf Personen aus Syrien bzw. der Arabischen Republik. Die Gesamtzahl der tatverdächtigen Flüchtlinge: zwölf.

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