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Künstler im Welzheimer Wald Holzkunst aus Alfdorf

Alfdorf. Seit 13 Jahren verwirklicht Brigitte Hieber aus Alfdorf ihre „Holzträume“. Sie folgt dabei den Spuren des Holzes und ihrer Intuition. Die 61-Jährige, die unter anderem Germanistik in Tübingen studiert hat, bringt ihre Gedankenbilder im Kopf über Wort und Holz zum Ausdruck. Wenn sie in ihre Arbeit versunken ist, vergisst sie die Zeit, und das Mittagessen wird kalt, das ihr der Lebenspartner zubereitet hat.

Video: Brigitte Hieber aus Alfdorf und ihre Holzkunst aus Baum- und Astresten.

Im Margaritenhospital in Schwäbisch Gmünd kam die Künstlerin 1955 auf die Welt. Aufgewachsen ist sie in Alfdorf. Nach dem Abitur am Limes-Gymnasium in Welzheim im Jahr 1974 studierte die junge Brigitte bis 1982 Germanistik, Anglistik und Philosophie in Tübingen. 1984 legte sie das zweite Staatsexamen ab. Seit mehr als 30 Jahren wirkt Brigitte Hieber in der Erwachsenenbildung, hauptsächlich im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ in Tübingen, Cambridge (Großbritannien), Heidelberg, Stuttgart und Schwäbisch Gmünd.

„Ich wollte schon immer was mit den Händen tun“

Wie kommt eine Frau des Wortes zu handwerklicher Kunst? „Ich wollte schon immer was mit den Händen tun.“ Eines Tages brachte sie aus dem Wald einen Stecken mit. Ihr Lebenspartner, ein gelernter Schreiner, meinte, den befestigen wir an einem Stein und stellen ihn auf. Schon war das erste Kunstwerk fertig und um Brigitte Hieber war es geschehen. Die Kunst ließ sie nicht mehr los. Zuerst arbeitete sie mit dem Material Stein. Aber wegen des Steinstaubs, den sie nicht verträgt, wechselte sie zum Holz.

Schwester brachte Holz aus Hawaii mit 

Das Material besteht meist aus Fundstücken aus heimischen Wäldern und Gewässern oder Brennholz. Manche Stücke bekommt sie geschenkt. Für ein Kunstwerk brachte ihre Schwester von einer Weltreise ein schönes Stück Holz aus Hawaii mit. Es stammte von einem Koa-Baum, eine seltene Akazienart. Der Name Koa kommt aus dem Hawaiianischen und bedeutet so viel wie tapfer, furchtlos oder auch Krieger. Das Holz ist mittelhart, mittelschwer und etwas spröde, lässt sich aber recht gut bearbeiten.

Bei schönem Wetter arbeitet sie im Garten 

Brigitte Hieber wohnt mit ihrem Lebenspartner Helmut Klein (61 Jahre alt) in einem fast 150 Jahre alten kleinen Häuschen in der Kirchstraße in der alten Alfdorfer Ortsmitte. Die Räume sind niedrig, verströmen aber die Atmosphäre eines besonderen Ateliers. Wenn es das Wetter zulässt, arbeitet die Künstlerin in einer von einer Hecke rund eingesäumten Ecke des Gartens. Ihr Partner hat drei erwachsene Kinder in die Beziehung eingebracht. Sie selbst hat keine Kinder und war nie verheiratet.

Viele Berufe 

In ihrer Biografie gibt es viele berufliche Stationen. 1988 bildete sich Brigitte Hieber in Tübingen zur Medienpraktikerin fort. Von 1988 bis 1990 war sie Aufnahmeleiterin in einem Filmstudio in Heidelberg und arbeitete freiberuflich als Drehbuchlektorin beim SDR (heute SWF). Von 1990 bis 2002 hatte sie eine Teilzeitstelle als Sekretärin im Sonderpädagogischen Beratungszentrum in Heidelberg.

Sprung in die freiberufliche Arbeit

Den Sprung in die freiberufliche Arbeit im Jahr 2002 wagte sie als Trainerin für Deutsch als Fremdsprache in Heidelberg, Stuttgart und Schwäbisch Gmünd und als Kursleiterin für kreatives Schreiben.

Bereits 1992 hatte Brigitte Hieber im Schreiber-Verlag in Esslingen das Kinderbuch „Das Geheimnis der Hände. Das Camille-Claudel-Bilderbuch“ veröffentlicht. 2007 veröffentlichte die Autorin das selbst gestaltete Foto-Texte-Buch „Holzträume“ mit Skulpturen und Geschichen. Im Jahr 2015 folgte „Die Eulin“ mit Geschichten von Vogelfrauen und anderen Lebenskünstlerinnen. Mit den Jahren konzentrierte Brigitte Hieber ihre Aktivitäten immer mehr auf den künstlerischen Bereich.

Stücke der Natur sind für sie symbolisch

„Ich folge dem Holz, arbeite heraus, was in dem Holz verborgen scheint. Meine Träume und die Träume des Holzes suchen zueinander“, beschreibt die Künstlerin ihre Arbeitsweise. Stücke der Natur bleiben natürlich, werden für sie aber gleichzeitig symbolisch. „Genauso wie das Holz schon einen langen Prozess der Veränderung, des Wachsens und Absterbens hinter sich hat, interessiert mich der Prozess des Gestaltens durch Abbauen und Wegnehmen.“

Erstaunt von ihrem eigenen Potenzial

Dieser schöpferische Vorgang ist für die Alfdorfer Künstlerin spannend, denn es entsteht etwas Neues. Die Arbeit mit Holz ist für Brigitte Hieber ein Stück Meditation. Als sie begonnen hat, ihre künstlerische Seite zu entdecken und zu entwickeln, war sie selbst erstaunt, wie viel Potenzial in ihr steckt.

Brigitte Hieber liebt am Holz die Sinnlichkeit des Materials und die Kontraste, Holz kann hart oder weich sein, hell oder dunkel, biegsam oder starr. Lauter Eigenschaften, die auch beim Menschen wiederzufinden sind.

Ausstellungen

Brigitte Hieber hat an zahlreichen Kunstmärkten und Kunsthandwerkermärkten, unter anderem im Schloss Hohenstadt, teilgenommen.

Mai/Juni 2006: „Zeitzeichen“, Ausstellung auf dem Zeiselberg in Schwäbisch Gmünd mit Künstlern um den Künstler Josef Überall.

April 2008: Präsentation ausgewählter Holzwerke bei der Vernissage von Ernst Peter Rade in Helberg-Ziegelhausen in der Galerie „Treffpunkt Kunst“.

Seit 2008 Jahresausstellung des Vereins Kunst und Handwerk in Welzheim.

November/Dezember 2009: Weihnachtsausstellung „Federleicht beflügelt“ in der Werkstatt der Galerie TonArt in Meckesheim-Mönchzell.

Juni 2012 Offene Gärten Milanówek, (polnische Partnerstadt) Partnerschaftsprojekt mit Welzheim mit Gruppenausstellung und Holzworkshop für Kinder.

Mai 2017: Volksbank Welzheim, Gruppenausstellung des Vereins Kunst und Handwerk Welzheim.

 

Ganze Serie

Die ganze Serie sammeln wir unter www.zvw.de/kuenstler

In den nächsten Wochen werden wir weitere Künstlerinnen und Künstler aus dem Welzheimer Wald vorstellen. Teil 8 erscheint am Freitag, 28. April.

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