Kürbisse und Pilze aus Beton Waiblingerin gibt Bastel-Tipps für den Herbst

Waiblingen. Basteln mit Zweigen, Kastanien und Herbstlaub, das kann ja jeder, findet die Bastelexpertin Manuela Hoss. Und greift lieber auf eine ungewöhnliche Idee zurück: Mit Hilfe von Feinstrümpfen und Paketschnur lässt sie Kürbisse und Pilze aus Beton entstehen. Die fertigen Stücke können bemalt werden oder über die Jahre eine natürliche Patina bekommen.

Gebastelt hat Manuela Hoss schon immer gern. Seit zehn Jahren gibt sie in ihrer Werkstatt Bastelkurse für Kinder und Erwachsene. Viermal im Jahr veranstaltet sie eine Kinderbastelwoche und bietet auch kreative Kindergeburtstagsfeiern in ihrem Atelier an. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Holzarbeiten, aber auch mit Beton arbeitet sie gerne. Für unsere Zeitung erklärt sie, wie sich ganz einfach Kürbisse und Pilze aus Beton herstellen lassen.

1. Die Vorbereitung

Wenn sie mit Beton arbeitet, trägt Manuela Hoss grundsätzlich Handschuhe. „Damit man beim Mischen den Staub nicht einatmet, empfiehlt sich auch ein Mundschutz“, sagt die 60-Jährige. Bereitgestellt werden sollten ein großer Eimer, eine Gießkanne mit Wasser sowie Zement und Quarzsand und ein kleines Messgefäß. Wer keinen Ort hat, an dem der Boden schmutzig werden darf, legt außerdem eine Plane unter.

2. Beton mischen

Um Beton zu erhalten, mischt Manuela Hoss jeweils einen Teil Zement mit zwei Teilen Quarzsand. „Das Ganze gut vermengen und Klumpen möglichst zerdrücken“, erklärt sie. Dann wird Wasser hinzugefügt – und zwar so lange, bis ein zäher Brei entsteht. „Der Beton sollte die Konsistenz von körnigem Frischkäse haben“, sagt Hoss und lacht. Wichtig ist dabei, dass keine trockenen Stellen bleiben.

3. Grundformen gießen

Für beide Varianten braucht es einen großen, ausgespülten Joghurtbecher. Über diesen wird ein Feinstrumpf gezogen, so dass dessen Spitze in den Becher hängt. Dort hinein kommt der Beton. Hoss verwendet dafür eine kleine Kelle, mit der sie anschließend ein wenig in der Masse stochert, um den Beton zu verdichten. Wie viel Beton verwendet wird, hängt davon ab, wie groß das Resultat werden soll. Dann nimmt Hoss den Strumpf mit der Betonmasse aus dem Becher und rüttelt und schüttelt ihn, bis er einen Klumpen im Fuß des Feinstrumpfes bildet. „Das ist wichtig, damit sich keine Luftblasen bilden“, erläutert sie.

4. Kürbis formen 

Für einen Kürbis wird der Betonklumpen im Strumpf zu einem runden Kloß geformt. Der Strumpf wird oben zugeknotet, so dass die Form erhalten bleibt. Außerdem werden drei Stücke Paketschnur benötigt. Diese werden über Kreuz um den Betonklumpen gebunden, so dass Einschnürungen entstehen. „Der Kürbis soll ja echt aussehen“, sagt die Bastelexpertin. Dann kann er trocknen.

5. Pilz formen

Für einen Pilz braucht es zwei Betonteile: einen Hut und einen Stiel. Für den Hut wird ebenfalls ein kloßförmiger Klumpen gegossen und der Strumpf oben zugeknotet. Um daraus eine Kappe zu formen, die sich später auf den Stiel aufsetzen lässt, modelliert Hoss den Beton um einen kleinen Joghurtbecher herum, so dass der Hut oben rund bleibt und auf der Unterseite eine Kuhle entsteht. Am besten trocknet der Hut auch auf dem Becher. Für den Stiel zieht Hoss den Betonklumpen etwas mehr in die Länge, so dass es einen dicken Stumpf gibt. Dieser Strumpf wird oben nicht zugeknotet. Zum Trocknen hängt Hoss ihn am Gestänge eines Biertischs auf und lässt den Beton unten leicht auf dem mit Folie ausgelegten Boden aufkommen. „So bildet sich eine Standfläche und der Pilz kippt nachher nicht um.“

6. Aushärten lassen 

Bis der Beton komplett ausgehärtet ist, dauert es etwa acht bis 14 Tage, wie die Bastlerin erklärt. Der Beton kann dazu draußen stehen, Regen macht ihm nicht viel aus – Hitze und direkte Sonneneinstrahlung allerdings schon. „Dann kann es sein, dass er reißt oder bröckelt“, warnt Hoss. Die beste Temperatur liegt der Expertin zufolge zwischen zehn und 15 Grad, eine ideale Bastelei für den Herbst also.

7. Der Feinschliff

Wenn sie ausgehärtet sind, können die Betonformen aus ihren Feinstrümpfen gelöst werden. Dazu schneidet Hoss den Knoten ab und zieht den Strumpf vorsichtig ab. Wer will, kann die Teile nun mit wetterfesten Acrylfarben bemalen. Außerdem muss der Pilz noch zusammengesetzt werden: Der Hut wird mit Montagekleber auf dem Stiel befestigt. Wer es besonders kunstvoll haben will, kann den Pilzhut auch mit Mosaiksteinchen aus dem Bastelladen bekleben (ebenfalls mit dem Montagekleber) und die Zwischenräume dann mit Fugenmasse auffüllen und glatt streichen.


Einkaufsliste

  • Für den Beton brauchen Sie: einen großen Eimer zum Mischen, Zement, Quarzsand. Als Arbeitsunterlage empfiehlt sich eine Plastikplane.
  • Zum Schutz vor Gesundheitsschäden rät Manuela Hoss, Handschuhe und einen Mundschutz zu tragen. Alles gibt es im Baumarkt zu kaufen.
  • Alternativ können Sie auch Fertigbeton verwenden. Der ist allerdings teurer als die selbst hergestellte Mischung.
  • Für die Kürbisse aus Beton brauchen Sie zusätzlich: Feinstrümpfe (pro Kürbis einen Strumpf), einen Joghurtbecher (groß), Paketschnur und Stöckchen für die Kürbisstiele.
  • Für die Pilze aus Beton brauchen Sie außerdem: Feinstrümpfe (pro Pilz zwei Strümpfe), zwei Joghurtbecher (groß und klein) sowie einen Ort, an dem Sie den Stiel zum Aushärten aufhängen können. Um am Ende Hut und Stiel zusammenzusetzen, benötigen Sie Montagekleber.
  • Soll die Deko bunt werden, brauchen Sie außerdem noch wetterfeste Acrylfarben. Die Sachen können aber auch roh bleiben, dann erhalten sie durch die Witterung mit der Zeit eine natürliche Patina.
     

Weitere Informationen auf der Homepage von Manuela Hoss.

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