Kunstrasenplatz in Beinstein Waiblingen muss viereinhalb Meter hohe Wand errichten

Sieht es so bald in Beinstein aus? Der alte Fußballverein von OB Andreas Hesky in Oßweil hat einen relativ neuen Kunstrasenplatz – mit einem ziemlich großen Lärmwall drumherum. Foto: ZVW/Smiljka Pavlovic (Archiv)

Waiblingen-Beinstein.
Beinstein braucht einen zweiten Sportplatz – das steht seit geraumer Zeit fest. Doch mehrere Anläufe schlugen fehl, stießen auf Protest der Anwohner. Zwischenzeitlich erklärte ein Gericht den Bebauungsplan der Stadt für ungültig. Nun hat der Planungsausschuss des Gemeinderats erneut beschlossen, einen Kunstrasenplatz auf dem ehemaligen Minag-Areal anzulegen. Unter einer Voraussetzung: Um die Anwohner vor Lärm zu schützen, wird eine 74 Meter lange und 4,5 Meter hohe Lärmschutzwand entlang des westlichen Spielfeldrandes aufgestellt. Sie wird die Stadt rund 165 000 Euro kosten.

AGTiF-Gemeinderat Alfonso Fazio regte in der jüngsten Sitzung an, die Wand so zu errichten, dass diese auch als Schutz vor den Flutlichtern dienen soll. „Sicherlich werden wir berücksichtigen, dass die Bewohner durch die Flutlichter nicht gestört werden“, sagte Fachbereichsleiter Patrik Henschel.

Nach 22 Uhr darf kein Auto mehr auf den Parkplatz

Damit niemand sich bis in die Nacht auf dem Kunstrasenplatz aufhält, sollen rund um den Sportplatz feste Regeln gelten: Beispielsweise darf nach 22 Uhr kein Auto mehr auf den Parkplatz fahren. Hierzu ist eine Schranke und eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem Verein und der Stadtverwaltung vorgesehen. Auch Bürger sollen in Form einer Öffentlichkeitsbeteiligung mit ins Boot genommen werden.

Insgesamt kostet das Projekt die Stadtverwaltung circa 1,3 Millionen Euro. Der neue Sportplatz liegt nur etwa 380 Meter entfernt vom bestehenden Sportplatz und soll den Beinsteiner Sportlern als Ausweichort dienen. Es sind keine neuen Duschen und Umkleidekabinen geplant, die Sportler sollen die vorhandenen in der Beinsteiner Halle nutzen.

Gericht warf der Stadt Verfahrensfehler vor

Nach aktuellem Stand der Planung soll ein Raum als Rückzugsort für die Mannschaften errichtet werden, ein Sanitäter-Raum und ein kleiner Lagerraum sowie zwei Zuschauertoiletten. Auf dem Platz wird Kunstrasen mit Drainage verlegt, außerdem bekommt er eine Flutlichtanlage. Gemeinderat Matthias Kuhnle (DFB) regte an, die Anzahl der Räume, in die sich die Mannschaften zurückziehen können, zu verdoppeln. Westlich des Sportplatzes sind Parkplätze geplant.

Der umstrittene Sportplatz auf dem ehemaligen Minag-Areal musste in den vergangenen Jahren wegen eines Urteils des Verwaltungsgerichtshofs neu konzipiert werden. Nachdem Anwohner geklagt hatten, war der Bebauungsplan für ungültig erklärt worden. Das Gericht hatte der Stadt Verfahrensfehler vorgeworfen und die Suche nach alternativen Standorten moniert. Deshalb hatte die Stadt eine umfangreiche Standortüberprüfung gestartet. Zehn mögliche Bauplätze wurden unter die Lupe genommen und nach folgenden Kriterien beurteilt: Arten-, Natur-, Schall- und Hochwasserschutz. Zusätzlich spielten Faktoren wie der Städtebau, die Nähe zu vorhandener Sportinfrastruktur, die Erschließung, die Kosten und die Grundstückverfügbarkeit eine Rolle. Am Ende fiel die Wahl erneut auf das Minag-Gelände. Das Grundstück ist städtisches Eigentum, es steht sofort zur Verfügung.

Sieht es so bald in Beinstein aus? Der alte Fußballverein von OB Andreas Hesky in Oßweil hat einen relativ neuen Kunstrasenplatz – mit einem ziemlich großen Lärmwall drumherum. Archivfoto: Pavlovic

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