Kurioses Abenteuer mit Go-Ahead Über 100 Alfdorfer Schüler und die "Höllenmächte auf der Remsschiene"

Was hat Momo-Erfinder Michael Ende (1929-1995) mit der Remsbahn und Go-Ahead zu tun? Mehr, als Sie denken, wie dieser Artikel beweist. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Alfdorf. Die ganze Wahrheit über Go-Ahead, Beelzebub Irrwitzer, Michael Ende und eine Fahrt von Alfdorfer Schülern nach Stuttgart. Eine Glosse von unserem Redakteur Peter Schwarz.

Wer ist schuld an den zermürbenden Überfüllungszuständen auf der Remsschiene? Fahrtenbetreiber Go-Ahead, der zu wenige Wagen anspannt? Zughersteller Stadler aus der Schweiz, der störanfälliges Material geliefert hat? Die Deutsche Bahn, weil sie nicht normgerechte Bahnsteige gebaut hat? Alle drei mögen ihren Anteil tragen – aber noch weitere Hallodris haben da ihre Finger im Spiel, wie die Zeitung nun herausgefunden hat: die Schwarzmagier Beelzebub Irrwitzer und Tyrannja Vamperl.

Die beiden hatten ihr Pflicht-Soll an bösen Taten nicht erfüllt und drohten zur Strafe in die Hölle zu kommen. Um sich zu retten, brauten sie einen Zaubertrank namens Wunschpunsch, der möglichst viel Unheil anrichten sollte – zum Beispiel teuflische Überfüllung in der Remsbahn um 8.31 Uhr von Lorch nach Stuttgart.

Das glauben Sie nicht? Dann lesen Sie weiter, hier kommt der Beweis.

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch

Die Kinder der Schlossgartenschule Alfdorf fuhren diese Woche mit dem Zug nach Stuttgart: Im Staatstheater stand das Stück „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ auf dem Programm, von Michael Ende, dem Schöpfer von Momo und der Unendlichen Geschichte.

Schulsekretärin Simone Müller sorgte sich schon vorher, dass es Platzprobleme in der Remsbahn von Lorch nach Stuttgart geben könnte – über die drangvolle Enge in den Go-Ahead-Zügen hat die Zeitung zuletzt ja nicht direkt selten berichtet.

Obendrein handelte es sich um eine große Schülergruppe, „148 Personen“. Also meldete Müller die Fahrt vorher beim Zugbetreiber an, in der – uns durchaus vernünftig vorkommenden – Hoffnung, dass Go-Ahead vielleicht einen Zusatzwagen anhängen werde.

"Wir standen wie die Ölsardinen von Lorch bis Stuttgart"

Indes, die Hoffnung war trügerisch. „Wir standen wie die Ölsardinen von Lorch bis Stuttgart“, berichtet Simone Müller. Die erwachsenen Begleiterinnen und Begleiter mussten an den Unterwegshalten „aufpassen, dass Schüler nicht rausgeschoben wurden“, wenn ausstiegswillige Kunden ins Freie drängten oder Wartende sich vom Bahnsteig reinkämpften. Es war „echt gefährlich“, findet Müller. Auch „Unmut uns gegenüber“ gärte auf: Andere Fahrgäste waren teilweise genervt von den Kindern – die sind zwar selbstverständlich von jeglicher Schuld freizusprechen, hatten aber leider im Schulranzen keinen Zaubertrank, mit dem man sich in Luft auflösen kann.

Immerhin, es bleibt ein Trost: Die Wunschpunsch-Brauer Beelzebub Irrwitzer und Tyrannja Vamperl behielten nicht das letzte Wort. Es gab da nämlich noch den Kater Maurizio di Mauro und den Raben Jakob Krakel: Und diese beiden entschärften die böse Schwarzmagier-Brühe ...

Folge: Die Rückfahrt nach Lorch – Abfahrt in Stuttgart 12.20 Uhr, also außerhalb der Pendlerstoßzeit – „war super“, berichtet Simone Müller. „Wir haben quasi den ganzen Zug für uns gehabt.“

Dieses eine Mal also haben die Höllenmächte auf der Remsschiene nicht gesiegt.

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