Landkreis Schwäbisch Hall Rot am See: 26-Jähriger soll sechs Verwandte erschossen haben

, aktualisiert am 24.01.2020 - 18:30 Uhr

Rot am See.
Am Freitagmittag sind in Rot am See (Landkreis Schwäbisch Hall) drei Männer und drei Frauen erschossen worden. Der mutmaßliche Täter, ein 26 Jahre alter Deutscher, konnte festgenommen werden, wie die Polizei mitteilte. Er hat offenbar alleine gehandelt. Alle Opfer gehörten nach ersten Ermittlungen zur Verwandschaft des Mannes. "Wir gehen von einem Familiendrama aus", sagte Polizeipräsident Reiner Möller am späten Nachmittag bei einer Pressekonferenz.

Um 12.48 Uhr meldete sich der Beschuldigte selbst über Notruf und gab an, dass er soeben mehrere Personen erschossen habe. Die telefonische Verbindung mit dem Mann wurde aufrechterhalten bis um 12:57 Uhr die ersten Beamten am Tatort eintrafen. "Auf telefonische Anweisung hin begab sich der Mann vor das Gebäude und ließ sich widerstandslos festnehmen", so die Polizei, die mit einem Großaufgebot von etwa 100 Personen im Einsatz war. 

Opfer gehörten zur Verwandtschaft

Zwei der Opfer wurden in der Gaststätte, zwei außerhalb getötet, sagte Polizeipräsident Reiner Möller auf der Pressekonferenz. Die Waffe habe man im Gebäude gefunden. Bei den erschossenen Menschen handelt es sich um drei Männer und drei Frauen, die allesamt mit dem Opfer verwandt sind. Darunter sind laut Polizei auch Vater und Mutter des mutmaßlichen Täters. Die Männer seien 36, 65 und 69 Jahre alt, die Frauen 36, 56 und 62. Mehrere von ihnen hatten mit dem mutmaßlichen Täter in dem Gebäude gewohnt, so die Polizei.

Bei dem Vorfall sind laut Polizei außerdem zwei weitere, auswärtige Personen verletzt worden. Eine von ihnen schwebe noch in Lebensgefahr. In welcher Verbindung die Verletzten zum mutmaßlichen Täter stehen, sei Gegenstand der Ermittlungen.

In einer Pressemitteilung heißt es weiter: "Nach bisherigen Erkenntnissen wurden bei dem Vorfall auch zwei Jugendliche im Alter von 12 und 14 Jahren, die ebenfalls mit dem mutmaßlichen Täter verwandt sind, bedroht, aber nach derzeitigem Kenntnisstand nicht körperlich verletzt."

Mutmaßlicher Täter war offenbar Sportschütze

Für die „halbautomatische Kurzwaffe“, mit der die Männer und Frauen mutmaßlich erschossen wurden, habe der Tatverdächtige einen Waffenschein gehabt. Dieser sei ihm vermutlich ausgestellt worden, weil er Sportschütze sei, so Polizeipräsident Möller bei der Pressekonferenz.

Der 26-Jährige habe sich ersten Ermittlungen zufolge nach der Tat selbst telefonisch bei der Polizei gemeldet. Er befinde sich zurzeit in Polizeigewahrsam und mache keine Angaben, hieß es bei der Pressekonferenz. Möller: "Wir warten auf den Anwalt."

  • Bewertung
    22
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!