Leerstand in Waiblingen Italienische Küche statt Photo Porst

Handel ist Wandel, sagt der Wirtschaftsförderer. Foto: Büttner/ZVW

Waiblingen. Wo früher Fotoapparate und Kameras verkauft wurden, wird bald italienisch gekocht: Manuel Mamaroma, Inhaber des Delis am Marktplatz, eröffnet in den Räumen von Photo Porst ein Restaurant mit klassischer italienischer Küche. 40 Plätze groß wird das neue Lokal und Mamaroma heißen. Ab 1. Oktober werden im Mamaroma die Gäste bewirtet. Offizielle Eröffnung ist am 5. Oktober, am stimmungsvollen Abend, wenn „Waiblingen leuchtet“.

Vor eineinhalb Jahren ist das alteingesessene Fotogeschäft Porst geschlossen worden. Der langjährige Inhaber Günther Ernst hatte altershalber aufgehört und war in den Ruhestand gegangen. Inzwischen wurde das Gebäude am Marktplatz saniert, die Wohnungen sind vermietet. Nun ist auch für den Laden im Erdgeschoss ein Mieter gefunden: Während im Deli weiterhin Pasta gekocht und Pizza gebacken wird, betreibt Manuel Mamaroma ab 5. Oktober ein weiteres Restaurant mit italienischer Küche. „Was ich im Deli nicht machen kann, will ich im Mamaroma anbieten“, sagt er. Cocktails und besondere Weine sowie eine gehobene italienische Küche mit Antipasti, Fleisch- und Fischgerichten stellt er sich vor, wobei sich die Speisekarte je nach Resonanz der Gäste aber durchaus verändern könne. Betreiben will er das Mamaroma gemeinsam mit seinem Partner Kurt Günther. Dieser hat, wie sein Name vermuten lässt, einen deutschen Vater, stammt aber aus Rom.

Der Laden von Photo Porst ist also vermietet, doch gleich daneben tut sich nach dem Auszug des Reisebüros Pflüger die nächste Lücke auf. „Es gibt dafür bereits Anfragen“, versichert der städtische Wirtschaftsförderer Marc Funk. Ebenso wie auch für Neumanns Musikladen – dort wollen die Eigentümer das ganze Haus verkaufen. Leere Schaufenster gibt es seit kurzem auch im Rosen-Laden, in dem die Waiblingerin Elke Bachorz Blumen und Deko verkauft hatte (wir haben berichtet). Ein neuer Geschenkeladen zieht dafür in die kleine Galerie in der Schmidener Straße. Eröffnung ist am kommenden Samstag, 15. September.

Verkauft wurde auch das Haus von Messerschmied Eisele. Christine und Hartmann Eisele sind nach 34 Jahren in den Ruhestand gegangen. Auch hier gibt es laut Funk verschiedene Miet-Interessenten, die neue Nutzung steht aber noch nicht fest. Verkauft ist nach längerem Leerstand das Gebäude der früheren Mode Scala in der Langen Straße, in dessen Schaufenster derzeit großformatige Gemälde ausgestellt sind. Erworben hat es nach Angaben Funks eine Waiblinger Familie, die das Gebäude nun erst mal sanieren wird. Saniert wird auch das Gebäude der Apotheke am Marktplatz, das von der Fellbacher Alpenland Wohninvest Holding gekauft wurde. Diese besitzt damit nach dem Bachofer-Haus, in dessen oberen Stockwerken derzeit ein Hotel entsteht, und dem Hotel Koch am Bahnhof ein weiteres Gebäude in der Waiblinger Innenstadt. Noch keine neue Nutzung gibt es laut Wirtschaftsförderer Funk für den Fotoladen Polzhofer, der bereits vor einiger Zeit altersbedingt geschlossen wurde. Das Gebäude an der Kurzen Straße steht zum Verkauf.

Die Stadt tritt nicht als Zwischenmieterin auf

Gähnende Leere herrscht schon seit April 2016 im Haus an der Langen Straße, in dem früher der Wellness- und Kosmetik-Shop „Pure Balance“ zu Hause war. Wie’s aussieht, wird sich daran so schnell nichts ändern. Derzeit müht sich der dritte Makler um den Verkauf des Gebäudes am Durchgang neben Messerschmied Eisele. Utopisch seien allerdings die Preisvorstellungen des Eigentümers, so Funk. Dass Handel eben auch Wandel sei, wird der Wirtschaftsförderer nicht müde zu betonen. „Es wird schwieriger, aber nicht hoffnungslos“, sagt er. Anders als andere Kommunen tritt die Stadt Waiblingen aber nicht als Zwischenmieter auf. Ein Geschäft anzumieten und zu günstigen Konditionen weiterzugeben, kommt nicht infrage. „Wir setzen auf die Vernunft der Vermieter“, betont Marc Funk. „Und dass sich der Immobilienmarkt selbst regelt.“

Das Deli

Zusammen mit seinem Vater hat Manuel Mamaroma das Café Deli vor acht Jahren eröffnet. Nach dem Tod des Vaters übernahm er das Deli ganz.

Anfangs war das Deli als italienisches Café gedacht, im Laufe der Zeit veränderte sich die Karte. Heute werden dort Frühstück, ein Mittagstisch, Kaffee und Kuchen, aber auch Pasta und Pizza serviert.

Ergänzt wird das Deli künftig ab 17 Uhr vom Restaurant Mamaroma. Offizielle Eröffnung ist am Freitag, 5. Oktober.

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