Leichtathletik DM: Bronze für Kenzel Hanna Klein Vizemeisterin, Marcel Fehr Dritter

Erfurt.
Großartige Erfolge für Rems-Murr-Sportlerinnen bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Erfurt: Hanna Klein von der SG Schorndorf holte die Deutsche Vize-Meisterschaft über 5000 Meter, die Waiblingerin Alina Kenzel errang die Bronze-Medaille im Kugelstoßen, und Marcel Fehr, SG Schorndorf, wurde Dritter über 1500 Meter.

Hanna Klein (SG Schorndorf), 24 Jahre alt, gehörte über 5000 Meter zu den Favoritinnen. Ihre mutmaßlich schärfste Konkurrentin Gesa Krause (Silversterlauf Trier) allerdings ist ein absoluter Crack: Dritte bei der WM 2015 in Peking über 3000 Meter Hindernis, Europameisterin 2016 und dreifache Deutsche Meisterin über diese Strecke. In Erfurt hatte sie am Samstag bereits den Titel über 3000 Meter Hindernis geholt Nun wollte sie mit einem Sieg über 5000 Meter ein ungewöhnliches Double schaffen.

22 Läuferinnen traten an über die 12,5 Runden. Die Favoritinnen hielten sich zunächst zurück. 3:18,32 Minuten für die führende Rabea Schöneborn bei Kilometer eins: Ein taktisches Rennen nahm seinen Lauf. Kilometer zwei war mit 3:30Minuten sogar noch langsamer, aber dann verschärfte Gesa Krause das Tempo. Hanna Klein und Corinna Harrer (Regensburg) heftetensich an ihre Fersen. Vor dem letzten Kilometer waren nur noch sieben Läuferinnen beisammen, der Rest hatte abreißen lassen müssen.

Krause, Klein und Harrer setzten sich ab, Krause verschärfte das Tempo nochmal - Glocke zur letzten Runde ...

Und was für ein Finish: Krause und Klein sprinteten Schulter an Schulter - hauchdünn lag die Triererin am Ende vorn. Der Zieleinlauf: Erste Gesa Krause, 16:20,10 Minuten, Zweite Hanna Klein, 16:20,24 Minuten, also nur gut eine Zehntelsekunde dahinter, Dritte deutlich abgeschlagen Corinna Harrer, 16:27,34 Minuten. Den letzten Kilometer hatten Krause und Klein in imponierenden 2:50 Minuten runtergespult.
 

Hanna Klein hat ihrer bereits beachtlichen Erfolgsgeschichte damit ein weiteres Kapitel hinzugefügt - Auszüge: 2014 holte sie bei den Deutschen Meisterschaften über 1500 Meter in der Halle den 4. Platz, im Freien den 5. Platz und in der Altersklasse U23 den Sieg. 2015 kam Klein bei der DM über 1500 Meter auf den 3. Platz. 2017 glänzte sie erneut: Bei der Hallen-DM kam sie mit persönlicher Bestleistung über 3000 Meter auf den 3. Platz und hatte bis Ende Mai nicht nur zwei weitere Bestzeiten aufgestellt, sondern auch die Normen für die Weltmeisterschaften in London überboten. Erst steigerte sie sich am 19. Mai in Karlsruhe um zehn Sekunden auf 15:17,14 Minuten über 5000 Meter, eine Wochespäter siegte sie bei einem Meeting in Belgien mit 4:06,91 Minuten über 1500  Meter. Und in Lille, Frankreich, wurde Klein Team-Europameisterin - zum Erfolg steuerte sie einen 2. Platz über 3000 Meter bei.

Hanna Kleins Lebensgefährte Marcel Fehr lief über 1500 Meter ein sensationell kluges Rennen, versuchte nicht, mit den vorneweg rauschenden Timo Benitz und Homiyu Tesfaye Schritt zu halten,sondern lauerte  in der Verfolgergruppe immer auf Platz fünf bis sieben. In der letzten Runde zog er dann als "Best of the Rest" einen entschlossenen Spurt durch und sicherte sich eine Bronzemedaille, mit der vor dem Rennen wohl die wenigsten Experten gerechnet hätten. In 3:40,49 Minuten blieb er nur hauchdünn über seiner persönlichen Bestleistung von 3:40,06 Minuten, lief in dieser Saison seine klar beste Zeit und hätte beinahe gar noch Tesfaye eingeholt,der nach 3:40,09 Minuten die Ziellinie überquerte und vier Zehntel Vorsprung retten konnte. Souveräner Sieger: Timo Benitz, 3:38,77 Minuten. 

Alina Kenzel, VfL Waiblingen, rundete die Rems-Murr-Bilanz im Kugelstoßen ab: Bereits im zweiten Versuch wuchtete die junge Athletin, Jahrgang 1997, das Sportgerät auf die Weite von 16,76 Metern. Lena Urbaniak (LG Filstal), die mehrmalige deutsche Vize-Meisterin und deutsche Hallenmeisterin, vermochte im Kampf um Bronze nicht mehr zu kontern - sie kam nur auf 16,68 Meter und blieb damit acht Zentimeter hinter der Athletin vom VfLWaiblingen.

Gold holte Sara Gambetta (SC DHFK Leipzig) mit 17,38 Metern vor Josephine Terlecki (SV Halle) mit 16,89 Metern.

  • Bewertung
    3
 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!