Leichtathletik Klein läuft europäische Bestleistung

Hier liegt Alina Reh noch vorne, am Ende aber blieben sowohl Reh als auch Gesa Krause hinter Siegerin Hanna Klein. Foto: Uwe Schneider

Es war ein Saisonauftakt, wie ihn Hanna Klein von der SG Schorndorf noch nie erlebt hat. Die Psychologie-Studentin startete bisher immer mit einem verpatzten Rennen in die Saison. Beim internationalen Hallenmeeting in Dortmund dagegen gewann sie, knackte die EM-Norm und lief europäische Bestleistung. Auch Marcel Fehr war erfolgreich.

14 Läuferinnen gingen in Dortmund auf die 1500-Meter-Strecke. Bis auf Konstanze Klosterhalfen, die seit Ende 2018 in den USA trainiert, waren neben Hanna Klein (Schorndorf) mit Alina Reh (Ulm), Gesa Krause (Trier) und Caterina Granz (Berlin) die derzeit besten deutschen Läuferinnen am Start. Die Besetzung hätte auch ein Finale bei einer deutschen Meisterschaft repräsentieren können. Dazu kamen Läuferinnen aus Kenia, Äthiopien, Frankreich oder Ungarn.

Fulminante Schlussrunde

Vom Start weg sorgte eine Tempomacherin dafür, dass das Rennen gleich Fahrt aufnahm. Hanna Klein hielt sich vereinbarungsgemäß an vierter, fünfter Position, an ihren Fersen immer Gesa Krause, die 3000-Meter-Hindernis-Europameisterin des vergangenen Jahres. Mitte des Rennens übernahm die Ulmerin Alina Reh die Initiative und Hanna Klein, zwischenzeitlich an die zweite Stelle vorgerückt, blieb dicht hinter ihr. 300 Meter vor dem Ziel verschärfte Klein das Tempo und auf den letzten 200 m zündete sie den Turbo. Mit einer fulminanten Schlussrunde stürmte sie mit 4:11,73 Minuten zum Sieg, blieb als Einzige dieses Rennens auf Anhieb unter der EM-Norm (4:12 min) und lief gleichzeitig zu diesem Zeitpunkt europäische Jahresbestleistung.

Abgelöst aber wurde sie mittlerweile aber von der Irin (Ciara Mageean) und der Schwedin (Yolanda Ngarambe), deren 1500-Meter-Zwischenzeit beim Meilenrennen in Bosten gewertet wurde. Ein Verfahren, das vom Deutschen Leichtathletikverband abgelehnt wird. Hallen-Europameisterschaften finden vom 1. bis 3. März in Glasgow statt. Bereits am kommenden Samstag stehen die vier deutschen Läuferinnen beim internationalen Hallenmeeting in Karlsruhe wieder gemeinsam an der Startlinie. Dann aber über 3000 Meter.

Marcel Fehr knackt die Norm für die Hallen-DM

Auch Marcel Fehr unterbot bei seinem Saisoneinstand über die 1500 m der Männer die EM-Norm. Unter den zwölf Läufern waren mit dem Deutschen Meister Florian Orth und Marcel Fehr lediglich zwei Deutsche in einem internationalen Klassefeld. Hinzu kamen unter anderem mit dem Spanier Jesus Gomez der derzeit schnellste 1500 m-Läufer Europas, und mit dem Kenianer Tuwei und dem Australier Gregson Läufer mit Bestzeiten weit unter 3:35 min.

Am Start ging es gleich richtig zur Sache. Der 60-Kilogramm-Mann Fehr konnte sich gegen die Boxeinlagen nicht zur Wehr setzen und wurde unsanft ans Ende des Feldes bugsiert. Ähnlich erging es auch Florian Orth. Die beiden liefen lange Zeit zusammen im hinteren Drittel des Feldes. Auf der Schlussrunde hatte Fehr die besseren Reserven und kam als bester deutscher Läufer in 3:45,86 min auf Platz sechs ins Ziel. Es gewann der Spanier Gomez in 3:40,24 min knapp vor dem Kenianer Tuwei in 3:40,38 min. Fehr qualifizierte sich damit souverän für die deutschen Meisterschaften in Leipzig in drei Wochen. Diesmal ist die 1500-Meter-Norm besonders wertvoll, da sie auch gleichzeitig als Meldenorm für die 3000 m bei der DM herangezogen werden kann.


Warum Dortmund?

Hanna Klein und Marcel Fehr haben das internationale Meeting in Dortmund den gleichzeitig stattfindenden baden-württembergischen Meisterschaften in Sindelfingen vorgezogen. Trainer Uwe Schneider begründet die Entscheidung so: „Bei einer Chance, in internationalen Klassefeldern wie in Dortmund Rennerfahrung sammeln zu dürfen, ist für die Entwicklung der Athleten oft wichtiger als regionale Titel.“

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