Lessing-Gymnasium in Winnenden Halb Schule, halb Baustelle

Bauzaun vor dem Lessing-Gymnasium mit Hinweisschildern und beschriftetem Luftbild, auch für erwachsene Teilnehmer von Volkshochschulkursen. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Winnenden. Schulstart in der Baustelle. Das Lessing-Gymnasium ist seit Mittwoch zweigeteilt. Sachlich alles richtig – doch wer das mit negativem Unterton liest, ist falsch gewickelt. Die Stimmung bei Schulleiter Jörg Steinl ist hervorragend. „Durch die Außenstelle beim Wunnebad bekommen wir das Konzept für eine bewegte Schule gratis geliefert“, witzelt er über die zehn Minuten Fußweg.

Kurios ist es schon: Hinter der Bushaltestelle schrankt ein Bauzaun den oberen Parkplatz mitsamt dem Haupteingang ab. „Das ist jetzt der Baustelleneingang. Wir benutzen die Türen eine Etage tiefer“, erklärt Jörg Steinl.

In der Außenstelle sind nun 13 Klassen untergebracht

Sein Rektorat befindet sich noch neben dem Lehrerzimmer, wo es bisher war. „Aber wir haben auch eine Präsenz in der Außenstelle. Konrektor Johannes Redel und ich wechseln uns ab.“ Aus psychologischen Gründen will Steinl keinesfalls von Containerschule oder so sprechen, was ja durchaus der Wahrheit entsprechen würde: Die 13 Räume für die Klassen 8 bis 10 plus Lehrerzimmer und Toiletten bestehen aus Raumcontainern. Doch jeweils eine Wand besteht nur aus Fenstern, alles ist sauber und hell, Beamer und Internet machen einen medienunterstützten Unterricht wie bisher auch möglich, und wenn’s zu warm wird, macht man das Klimagerät an.

Bauwand schirmt Lärm und eine potenzielle Brandgefahr ab

Die Schließfächer setzen Farbtupfer in den elend langen Korridor, in dem die Sportlehrer jederzeit einen Indoor-50-Meter-Lauf abhalten könnten ... „Die Schüler haben gleich am ersten Schultag gesagt, dass es schön sei“, berichtet Steinl, für den das wichtigste Utensil die Kaffeemaschine in der Lehrerküche ist. Das Kollegium sei bemüht, dass sich alle 350 Jugendlichen in der Außenstelle wohlfühlen. „Für die Zehntklässler aufwärts sind die nächsten drei Jahre der Kernsanierung ja der Rest ihrer Schulzeit. Uns ist wichtig, dass die Stimmung gut ist und sie nicht das Gefühl haben: Pech gehabt.“ Von Lehrern, Eltern und Schülern wird Steinl Verbesserungsvorschläge bis zu den Herbstferien aufnehmen und schauen, wo nachjustiert werden kann.

Im Altbau werden die Klassen 5 bis 7 mit etwa 350 Kindern unterrichtet, auch sämtliche naturwissenschaftlichen und musischen Fachräume sind hier. Die Lärmbelästigung durch die Baustelle im Haus versuchten die Planer so gut es geht durch eine hochgedämmte Wand zu vermeiden, die gleichzeitig den Brandschutz darstellt. „Werden zentrale Arbeiten geschrieben, sollten laute Bauarbeiten am Nachmittag stattfinden“, sieht Steinl die Schulleitung in der Koordinierungspflicht. Das Abitur indes, so viel steht schon jetzt fest, wird in der Hermann-Schwab-Halle geschrieben.

Die gute Vorbereitung zusammen mit Susanne Liebrich und dem Team vom Bauamt der Stadt, die vor einem Jahr begonnen hat, zahlt sich aus. „Der Umzug während der Ferien durch Profis und betreut durch unseren Hausmeister Thomas Ströhlein klappte wunderbar“, sagt Steinl. Die geleerten Kartons bleiben greifbar. „In anderthalb Jahren packen wir wieder und ziehen zurück in den fertigen ersten Bauabschnitt“, so Steinl. Die Vorfreude auf eine runderneuerte, schöne Schule ist ihm deutlich anzumerken.


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Abbruch beginnt nächste Woche

Zu Beginn der Ferien haben Bauarbeiter die „Fachraumausstattungen ausgebaut und eingelagert, Möbel entweder innerhalb des Gebäudes oder zum Containerstandort am Wunnebad umgezogen, nicht mehr benötigte Ausstattung entsorgt“, schreibt Susanne Liebrich, Leiterin des Sachgebiets Hochbau bei der Stadt auf Nachfrage unserer Zeitung.

„Die künftig nicht mehr benötigten Lüftungskanäle wurden ausgebaut und mit zwei neuen Treppentürmen neue zweite Rettungswege geschaffen“, schildert Susanne Liebrich weiter. „In der nächsten Woche starten die Abbrucharbeiten im komplett vom Schulbereich getrennten Baustellenbereich.“ Im Prinzip bleibt von der 40 Jahre alten Schule nicht viel mehr als das Betongerippe“, meint Rektor Jörg Steinl.

Die Außenstelle der Gemeinschaftsschule befindet sich ebenfalls in Raumcontainern beim Wunnebad, ebenfalls auf dem ehemaligen Hartplatz. Deren Sekretariat und Lehrerzimmer sind nun aber komplett nach Schwaikheim in die Ludwig-Uhland-Schule gezogen. „Wir haben ihre Möbel für unser Außenstellen-Lehrerzimmer übernommen“, so Steinl.

Die enge Nachbarschaft zur Haselsteinschule ist praktisch: „Sie ist sehr gastfreundlich, wir durften ihre Aula für die Einschulungsfeier nutzen und bekommen zwei Zimmer für die Kursstufe“, so Steinl. Vier Zimmer stehen im Anbau an den Altbau zur Verfügung für Schulsozialarbeit, Schülermitverantwortung und Oberstufe.

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