Leutenbach Elfjähriger findet verschwundenes Hocketse-Fass

Im Gestrüpp neben dem Trampelpfad erkannte Max das Fass sofort wieder. Foto: ZVW/ Uwe Speiser

Leutenbach. Das Fass, das Bürgermeister Jürgen Kiesl bei der Hocketse zur Eröffnung angestochen hatte, war danach spurlos verschwunden. Es wurde nach dem offiziellen Akt nach hinten auf die Bühne gebracht und dort abgestellt, damit die Musiker Platz haben. Am nächsten Morgen war es weg. Die Gemeinde erstattete daraufhin Anzeige wegen Diebstahls, immerhin hatte sie mehrere 100 Euro Pfand hinterlegt. Gefunden hat es nun, nach sechs Wochen, ganz woanders, der elfjährige Max Wurach.

Hallo Max, gratuliere zu deinem Fund, super, erzähl doch mal bitte, wie kam es dazu?

Wir sind gerade aus dem Urlaub zurückgekommen. Unsere Familie spielt ja Geocaching, das ist so eine Art Schatzsuche. Meine Mutter und ich wollten nachschauen, ob mit unserem Geocache, eine Dose, noch alles in Ordnung ist. Wir wohnen an der Seestraße und die Dose ist nicht weit weg, oberhalb von Haus Elim, versteckt. Da gibt es einen ganz steilen Trampelpfad neben der Bahnlinie. Das ist im Winter übrigens unsere Schlittenbahn. Der Weg ist sehr zugewachsen, da schmeißen Leute leider oft Müll hin, das ärgert mich.

Ich hab’ da etwas Gelbes gesehen und zu meiner Mama gesagt, das kann doch kein Müll sein. Ich hab’ gleich gewusst, als ich es sah, dass es das Fass vom Bürgermeister ist. Ich kenn’ das nämlich von der Hocketse her. Ich bin ja bei der Jugendfeuerwehr und helf’ zusammen mit einem Kumpel immer an der Hocketse beim Stand der Feuerwehr mit. Der ist ganz in der Nähe der Bühne und deswegen habe ich das Fass gleich wiedererkannt. Wir waren ganz aus dem Häuschen, dass wir es wiedergefunden haben, konnten es fast nicht glauben.

Und wie ging es dann weiter?

Ich bin in das Gestrüpp dort reingekrochen und hab den Zapfhahn, der auch dalag, als Beweis mitgenommen. Ich weiß, dass der, weil er geschmiedet ist, ziemlich wertvoll ist. Ich hab’ den in den Korb hinten auf dem Fahrrad gelegt und bin damit zum Rathaus. Außerdem hat meine Mutter mit dem Handy ein Foto vom Fass gemacht und das daheim ausgedruckt. Das habe ich auch mitgenommen. Im Rathaus haben sie sich total gefreut und waren vor allem froh darüber, dass ich gleich den Zapfhahn mitgebracht habe, weil der ja am teuersten ist. Eine Viertelstunde später waren Leute vom Bauhof an der Stelle, wo das Fass lag, und haben es mit dem Wagen ins Rathaus gebracht.

Erwartet dich nun Finderlohn, und über was würdest du dich denn freuen?

Also, die haben gesagt, sie melden sich deswegen, seitdem habe ich aber nichts mehr gehört. Zufällig habe ich danach mal den Bürgermeister auf der Straße getroffen und ihn dabei gefragt, ob er denn froh ist, dass das Fass wieder da ist. Klar, hat er gesagt. Ja, und dann habe ich ihm gesagt, dass ich der Finder bin. Finderlohn? Na ja, ich bin ja ein absoluter Fan der Feuerwehr. So ein richtiger Wasserschlauch von der Feuerwehr zum Löschen, das wäre schon cool.

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