Leutenbach Fünf Defis gegen den Herztod

Bei der Übergabe des Defis an der Nellmersbacher Halle: Hauptamtsleiter Jakob Schröder, Bürgermeister Jürgen Kiesl, Carmen Beck von der Björn-Steiger-Stiftung und Thomas Brucklacher vom DRK. Foto: Gemeinde Leutenbach

Leutenbach. An fünf öffentlichen, frei zugänglichen Stellen in Leutenbach sind nun Defibrillatoren angebracht. Diese sogenannten „Defis“ können in einem Notfall mit Herzrhythmusstörungen, rechtzeitig eingesetzt, Leben retten. Jedermann kann damit in solch einer Situation, bis Notarzt oder Sanitäter eintreffen, zum Lebensretter werden.

Die Gemeinde Leutenbach beteiligt sich am DRK-Projekt „Definetz Rems-Murr“. Es geht dabei um den Kampf gegen den sogenannten Herztod. Im Notfall werden Helfer, die (noch) nicht wissen, wo die Geräte sind, wenn sie bei der Rettungsleitstelle anrufen, von dieser zu den Geräten geleitet. Tobias Langenbach, Pressesprecher der Björn-Steiger-Stiftung, betont, dass mit der Kombination aus Herzdruckmassage und dem Einsatz eines Defibrillators Betroffene eine realistische Chance haben, einen Herzkreislaufstillstand zu überleben.

Die fünf Defis befinden sich in der Tiefgarage des Rathauses (Abdeckung der Ortsmitte), am Eingang der Rems-Murr-Halle (Abdeckung auch der Sportplätze), am Eingang der Gemeindehalle (Kunstrasenplatz in der Nähe), bei den Sportanlagen im Brühl in Weiler zum Stein (Fußballplatz und Tennisanlage) sowie am Eingang der Halle in Nellmersbach (Sportplätze in der Nähe).

Keiner an Schulen, weil dort ein Herzstillstand eher selten vorkommt

In jedem der drei Teilorte gibt es also mindestens einen. Außerdem bekommen die drei Feuerwehrabteilungen jeweils ein Gerät, das bei einem Einsatz in einem Fahrzeug mitgenommen wird. Die Kosten für die Gemeinde belaufen sich auf insgesamt etwa 22 000 Euro.

Das Video zeigt, wie man bei einer Reanimation vorgeht. (Archiv)

Die Standorte hatte die Verwaltung zusammen mit dem DRK ausgewählt. Vorgaben waren, dass sie auch nachts zugänglich und gut erreichbar sind, damit von der Leitstelle aus gut erklärbar, und vor allem, dass sie an einem stark frequentierten Platz liegen sollen. Auch wettergeschützt war verlangt. Außerdem darf ein draußen angebrachter Defi nicht einfrieren, in dem Kasten, in dem er aufbewahrt wird, müssen auch bei Frost rundum mindestens fünf Grad herrschen, er braucht also eine eigene, kleine Heizung und damit einen Stromanschluss. Auch die Schulen wären von den Vorgaben her grundsätzlich infrage gekommen, aber erfahrungsgemäß kommt es dort altershalber eher selten zu einem Herzstillstand – auch wenn der eine oder andere Lehrer in manchen Stresssituationen mitunter nicht mehr weit vom „Herzkasper“ entfernt sein dürfte.

An der S-Bahn-Station halten sich die Leute nur kurz auf

Auch von der S-Bahn-Station in Nellmersbach als Standort wurde letztlich abgesehen, weil diese kein Aufenthaltsort ist, die Bahnnutzer sich dort immer nur kurz aufhalten. Das Gelände gehört außerdem der Bahn. Auch sie hält den Standort für nicht sinnvoll.

Die jeweiligen Hausmeister werden nun angewiesen, die Defis in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, wobei bei der Weilermer Sportanlage der FSV und der TC sich diese Aufgabe teilen. Die Akkus müssen auf jeden Fall nach einigen Jahren ersetzt werden.

  • Bewertung
    5
 

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!