Leutenbach Nagelneues Pflegeheim und altersgerechte Wohnungen

Das Gebiet Schafäcker. Foto: Büttner/ZVW

Leutenbach. Junge Familien vor allem sollen im Gebiet Schafäcker am Rand von Weiler zum Stein leben. Das zeigt schon der großzügig angelegte Spielplatz mit viel Grün drum rum. Aber junge Familien haben auch Eltern, die älter werden und da schadet es nicht, wenn gleich nebenan ein nagelneues Pflegeheim steht und altengerechte Wohnungen entstehen. Erst recht ein weiteres Argument dafür, dort zu wohnen, ist der Lebensmittelmarkt nur ein paar Schritte weiter.

Weiler zum Stein ist ein Flecken, dem man seine ländliche Prägung noch immer anmerkt und der damit reizvoll für Familien ist, die ihre Kinder nicht in der Stadt aufwachsen sehen wollen. Der Ort liegt in kurzer Entfernung zur Stadt Winnenden und auch nach Waiblingen ist es nicht weit.

Einen S-Bahn-Halt gibt es zwar nicht, aber mittlerweile ist die Busanbindung passabel bis gut, nicht zu vergessen das Ruftaxi für Spätheimkehrer. Es gibt eine Grundschule vor Ort, in der Nähe auch einen Kindergarten, eine Gemeinschaftsschule im Nachbarort Leutenbach, Realschulen und Gymnasien in Winnenden. Auch nicht zu unterschätzen: das rege Vereinsleben


Schafäcker, das erste Gebiet, bei dem einer der drei Leutenbacher Teilorte auf den anderen zuwächst, war als Standort umstritten. Es gab Klagen über den Verlust von Streuobstwiesen. Die Vor- und Nachteile im Vergleich zu denen der zwei Alternativen wurden untersucht, abgewogen. Ausschlaggebend schließlich war, dass, im Vergleich zu Streuobstwiesen, nicht noch wertvollere landwirtschaftlich genutzte Fläche geopfert wird – und für die Akzeptanz im Ort auch die Aussicht auf ein „eigenes“ Altenheim sowie altengerechte Wohnungen (betreutes Wohnen).

Gemeinde verkauft nicht alle Bauplätze auf einmal

Nachdem Mitte 2017 die Erschließungsarbeiten abgeschlossen waren und die Baufreigabe erteilt wurde, hat mittlerweile die Aufsiedlung begonnen, einige Familien wohnen bereits in Schafäcker. Es gibt Bauplätze für Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäuser. Wobei auf denen für Doppelhaushälften (jeweils 220 bis 300 Quadratmeter Fläche) theoretisch (vom Bebauungsplan zugelassen) auch Einfamilienhäuser stehen könnten. Der politische Wille der Gemeinde ist das aber nicht, sie möchte, dass neuer Wohnraum für möglichst viele Personen geschaffen wird, aber natürlich ohne für den nach wie vor idyllischen Ort unverhältnismäßige Verdichtung.

53 Bauplätze sind im Besitz der Gemeinde gewesen. 37 davon wurden in zwei Tranchen verkauft. Mittlerweile läuft die dritte Verkaufsrunde mit acht Bauplätzen. Es werden also noch acht Bauplätze übrig bleiben. Die Gemeinde wirft bewusst nicht das ganze Paket in einem Zug auf den Markt, der die Nachfrage dafür sicher hergeben würde. Sie will Reserven haben für künftige Interessenten. Für die dritte Tranche hat die Gemeinde den Kaufpreis von 395 Euro je Quadratmeter auf 420 Euro erhöht, was unter dem maximal erzielbaren Preis liegt. In der Nachbarschaft werden bis zu 450 Euro aufgerufen.

In Nellmersbach wären die Preise noch mal deutlich höher

Sowohl bei den Grundstücksgrößen als auch den Bauplatzpreisen gilt: Auch der Flecken Weiler zum Stein liegt im völlig überhitzten Markt des Großraums Stuttgart. In Nellmersbach, dem Teilort auf der anderen Gemarkungsseite, wären wegen des S-Bahn-Anschlusses und der direkten B-14-Anbindung deutlich höhere Preise zu zahlen. Wann die acht letzten Bauplätze ausgeschrieben und zum Verkauf kommen werden, steht noch nicht fest. Die „reinen“ Einfamilienhausbauplätze sind alle bereits vergeben. Bei der Vergabe haben junge Familien mit Kindern Vorrang. Auch in der Gemeinde bereits zu wohnen oder in sie zurückkehren zu wollen, schadet nicht, ein Ehrenamt ebenfalls nicht. Am besten ist also die Kombination aus allem.

Eines der Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen baut die Baugenossenschaft Winnenden (im Verfahren, Bauantrag von der Gemeinde genehmigt), eines der Bauträger Sautter aus Ellhofen (wird derzeit bezogen), in dessen Gebäude mit Eigentumswohnungen auch die Nahwärmeversorgungszentrale für das Gebiet installiert ist (Brennwertkessel mit Gasbetrieb sowie ein Blockheizkraftwerk, das Wärme und Strom erzeugt, kein Anschlusszwang!). Sautter baut auch das Gebäude mit den 16 altengerechten Wohnungen. Die BGW hat mit der Gemeinde für ihr Haus eine Vereinbarung abgeschlossen. Bei vier der sechs Wohnungen ist gewährleistet, dass die Miete höchstens den mittleren Durchschnittspreis des Leutenbacher Mietspiegels beträgt. Bei den anderen beiden wird ein einkommensabhängiger Nachlass von bis zu zwei Euro je Quadratmeter gewährt (Voraussetzung Wohnberechtigungsschein). Die Vereinbarung gilt 15 Jahre. Drei der Mehrfamilienhaus-Bauplätze sind in privater Hand, eines der Häuser dort ist bereits fertig, eines wird gerade gebaut, beim dritten hat der Bau noch nicht begonnen.

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