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Leutenbach Wasserforscher im Kindergarten

Im Kindergarten Hummerholz erforschen Kinder, wie in mehreren Schritten Wasser gereinigt wird. Foto: Alexandra Palmizi

Leutenbach-Weiler zum Stein. Neues dreckiges Wasser wird gebraucht. Mit Schaufel und einem Eimer machen sich die Kinder vom Kindergarten Hummerholz unter dem großen Baum zu schaffen, schütten ein Gemisch aus Erde und Rindenmulch in den Eimer, rühren kräftig um: Perfekt! Die Brühe ist dunkel genug – genau richtig für die mobile Kläranlage.

Nick stützt sich mit seinen Ellenbogen auf dem Tisch ab. Der Kopf ist leicht gesenkt, sein Blick konzentriert. „Es tropft schon“, ruft Enya und zeigt auf den Becherturm vor sich. In gemächlichem Tempo tröpfelt klares Wasser in den Messbecher. „Ich wollte wissen, wie das geht“, sagt der fünfjährige Nick und verfolgt weiter mit festem Blick das Spektakel. Nach ein paar Minuten schüttet er wieder etwas dreckiges Wasser in den obersten Eimer, und wieder tröpfelt verhältnismäßig klares Wasser in das letzte Gefäß des mobilen Kläranlageturms. Fragend schauen sich die Kinder an: Wie geht das? Nena Kosak lüftet das Geheimnis. Sie ist Erzieherin im Kindergarten Hummerholz und überlegt sich, wie sie Kindern anhand von Experimenten die Welt anschaulich erklären kann. Anregungen holt sie sich in der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, einer Bildungseinrichtung für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter für die Bereiche Naturwissenschaft, Technik und Mathematik.

Kieselsteine, Sand und Aktivkohle reinigen das Wasser

Die mobile Kläranlage besteht aus mehreren Stationen, erklärt sie den Kindern, die sich neugierig um sie scharen. Der oberste Eimer enthält große Steine, „so dass grobe Teile oben hängen bleiben“, sagt sie. Durch Löcher fließt das Wasser weiter in die unteren Eimer. Kieselsteine im zweiten Eimer filtern kleinere Stoffe heraus. Bis das Wasser durch den dritten Eimer mit Sand geflossen ist, braucht es eine Portion Geduld. „Das dauert etwas länger“, erklärt sie den Kindern. Die beiden letzten Eimer enthalten Aktivkohle und einen Kaffeefilter, so dass das Wasser am Ende fast klar unten ankommt. „Jetzt kann jemand damit die Blumen gießen – das Wasser ist gereinigt“, sagt Nena Kosak und gibt den Messbecher Jana, die direkt zu einem großen Busch läuft, wo sie vorsichtig das Wasser ausgießt.

Madison hat nun eine ganz andere Eigenschaft von Wasser entdeckt – die der Antriebskraft. Mit einem kleinen Becher schüttet sie Wasser in einen Trichter, der es weiter auf verschiedene Wasserräder und dann in ein Plastikbecken leitet. Nachdem sie den Vorgang ein paarmal wiederholt hat, kippt sie Wasser in eine Kinderschubkarre, die sie anschließend vorsichtig zur erdigen Fläche unterhalb des Baumes schiebt, so dass kein Tropfen verschüttet wird. „Wir kochen Schokopudding“, sagt sie entschlossen und deutet auf ihre Spielgefährtinnen hin, die schon fleißig mit der Schaufel im Boden nach der feinsten Erde kratzen. Schnell verwandelt sich das noch eben klare Wasser zu einer dickflüssigen braunen Matschpampe. Bald werden die Schaufeln, mit denen eben noch sorgfältig umgerührt wurde, gegen die Hände ausgetauscht. Die Mädchen beginnen eifrig, den Matsch zu kneten und zu formen. Kinder sollen sich hier ausleben können. „Wichtig ist dabei auch, dass Kleidung, die sie im Kindergarten tragen, auch mal schmutzig werden darf“, sagt Elisa Stein.

Als die Kinder genug gematscht haben, laufen sie in den Waschraum. Tief tauchen sie die Hände in die kleinen Kinderwaschbecken ein und lassen das Wasser bis zum Ellenbogen darüberlaufen – minutenlang –, bis das letzte Erdkörnchen abgewaschen ist. „Alles wieder sauber“, sagen sie und flitzen hinaus in den Garten.

Matschepampe und Wasser-Experimente

Was passiert, wenn man eine Plastikflasche ohne Boden in ein Wassergefäß taucht? Der Frage sind die Kindergartenkinder vor den Sommerferien nachgegangen. Beim Experiment Flaschentaucherglocke haben sie gelernt, dass Luft nicht nichts ist. Taucht man die Plastikflasche ohne Boden in ein Wassergefäß, kann das Wasser erst eindringen, wenn man den Deckel öffnet und Luft entweichen kann.

In einem anderen Experiment sind die jungen Forscher der Frage nachgegangen, warum Gummibärchen trocken bleiben, wenn man sie mit Hilfe eines Gefäßes unter Wasser taucht. In eine Teelichthülse haben die Kinder Gummibärchen gelegt. Das kleine Boot haben sie in einem Wassergefäß schwimmen lassen. Als sie dann über die schwimmenden Gummibärchen ein Glas gestülpt und es Richtung Grund gedrückt haben, sind die Gummibärchen trocken geblieben, weil die darin enthaltene Luft nicht entweichen kann. Die Experimente hat Erzieherin Nena Kosak vorbereitet. Das Gute an den Experimenten ist, dass sie mit wenig Aufwand und ohne große finanzielle Ausgaben vorbereitet werden können. Der Kindergarten hat Koffer angeschafft, in welchen die Bestandteile für die Experimente aufbewahrt werden.

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