Leutenbach Weihnachtsmarkt im Spatzenhof

, aktualisiert am 10.12.2018 - 11:27 Uhr

Leutenbach. Trotz des nasskalten Wetters haben viele Weihnachtsmarktbesucher eine stimmungsvolle Budenrunde mit Glühwein, Feuerzangenbowle und heißer Wurst im Spatzenhof gedreht. Der 41. Leutenbacher Weihnachtsmarkt, in neuen organisatorischen Händen, hatte wieder viel Gemütlichkeit und Erlesenes zu bieten.

Schneemänner gibt es als Filzfigur oder gehäkelt mit Schal, aus Holz im Ensemble mit Skiern, auch auf selbst gemachten Weihnachtskarten, handbemalten Glaskugeln und bemalten Streichholzschachteln sind sie beliebte Motive. Echter Schnee lässt sich allerdings nicht blicken, die winterliche Kulisse muss man sich beim Biss in die Feuerwurst dazu denken. Was der heimeligen Stimmung aber keinen Abbruch tut, denn am zweiten Adventswochenende wird im Spatzenhof rege am Verbreiten weihnachtlicher Gefühle gearbeitet: Lichterketten, ein Meer von LED-Lämpchen und Kerzen bringen Lichterzauber.

Am Stand des Männergesangvereins werden in Rum getränkte Zuckerstückchen über einer Tasse Feuerzangenbowle flambiert. Aus einer Sprühflasche wird zusätzlich Rum über die dampfende Tasse gesprüht, das lässt den Zucker schneller karamellisieren und die bläulichen Flammen züngeln. Weihnachtlich stimmt auch der Nikolaus, der vorbeischaut und Naschereien an die Kinder verteilt.

Künstlerisch beklebte Weihnachtskarten von Silvia Greiner

Am Abend unterhalten wie in den Vorjahren die Geesmusiker mit verguggten Weihnachtsliedchen. Und natürlich können an zahlreichen Verkaufsständen besondere Geschenke fürs Fest gekauft werden. Etwa die reizvollen Glaskugeln, die Horst Meier von Hand mit „guter Acrylfarbe“ bemalt, wie er erzählt: Auf den Kugeln flitzen Nikoläuse liegend auf dem Schlitten durch verschneite Landschaften, Gänse stapfen durch Schnee, es finden sich schneebedeckte Häuserdächer und Tannen, auf denen ein Hauch von Glitzerstaub glänzt. Traurige Nachricht für alle Stammkunden des rührigen Rentners und Hobbymalers: Es ist sein letzter Weihnachtsmarkt. Auf einem Schild neben seinem Stand gibt er seinen Abschied bekannt. „Der Aufwand ist einfach zu groß mit dem Auf- und Abbau.“ Besondere Geschenke sind am Stand von Holzel und Gretel zu haben: künstlerisch beklebte Weihnachtskarten, mit einer Nikolausmütze aus einem Herbstblatt und einer „Plantage“ aus ausgestanzten Papier-Tannenbäumchen. „Meine 16-jährige Tochter Paulina kam mit der Idee, es sind alles Unikate“, berichtet die Mutter Silvia Greiner.

Auch Hannelore und Alfred Hilt haben sich verabschiedet

Für Anwohner, Verwandte, Freunde und Leutenbach-Fans ist der Markt eine „Pflichtveranstaltung, aber eine angenehme“, wie ein Mann bemerkt. Für die Geesmusiker war’s zuletzt ein „Heidengeschäft“ - sie haben den Markt elf Jahre lang organisiert. In diesem Jahr haben sie den zentralen Glühweinstand an die Gemeinde übergeben. Die Organisation ging an Christina Fossler, Christine Wolkenstein und Angelika Böhmer über.

„Es war ganz schön ungewohnt, am Samstag nicht morgens um 9 Uhr im Spatzenhof zu sein“, sagt Gees-Musikerin Susanne Körner. Jetzt begeistere sie sich für die besondere Stimmung aus „Besinnlichkeit und Ruhe“. „Wir können jetzt den Markt genießen wie er ist, ohne dass im Hinterkopf irgendwas mitrattert.“

Ebenfalls in den Weihnachtsmarkt-Ruhestand verabschiedet haben sich Hannelore und Alfred Hilt. Jahrelang verkauften sie Holz-Dekoartikel an einem Stand, der aussah wie ein Kinderkaufladen zu Omas Zeiten. Zuerst standen sie damit 15 Jahre in Winnenden, dann im Spatzenhof. „Wir wurden von den Leutenbachern abgeworben“, erzählen Hilts lachend, „die Gemütlichkeit und Kameradschaft war immer gut“.

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