Lkw-Chaos in Korb Poller sollen Wohngebiet schützen

Um verirrten Lkw-Fahrern die Einfahrt zu erschweren, hat das Landratsamt die Linksabbiegespur stark verkürzt. Archivfoto. Foto: Habermann / ZVW

Korb. Von Süden her wird Lastwagen-Fahrern der Weg ins Wohngebiet Schaltenberg abgeschnitten. Nachdem das Landratsamt Anfang Dezember die Linksabbiegespur der Waiblinger Straße in die Karl-Schick-Straße verkürzt hat, sollen nun Poller an der Ecke der Fritz-Klett- und der Gutenbergstraße den Zugang sperren.

Das Dreirad eines nur wenige Meter entfernt spielenden Kindes haben sie überrollt, ein geparktes Auto demoliert, ein Straßenschild umgemäht, eine Warnfigur plattgewalzt, Hecken und Zäune eingedrückt. Lastwagen, die sich auf dem Weg ins Gewerbegebiet Riebeisen ins Wohngebiet Schaltenberg verirren, sorgen nicht nur für Lärm, sondern richten regelmäßig Verwüstungen an – zum Entsetzen der Anwohner. Die Nerven lagen in den vergangenen Monaten blank, nicht zuletzt bei Eltern. Wie berichtet, drängten sie unter anderem im Gemeinderat auf eine Lösung des Problems.

Die Gemeinde Korb hat mittlerweile Maßnahmen angestrengt, um die Brummis aus dem Wohngebiet herauszuhalten. Der aktuellste Schritt ist es, an der Ecke der Fritz-Klett- und der Gutenbergstraße sechs Poller aufzustellen. Voraussichtlich im Lauf der kommenden Woche soll es so weit sein, teilte Bürgermeister Jochen Müller auf Anfrage hin mit.

Autos können die Poller passieren

Die Poller sollen verhindern, dass die Lastwagenfahrer von der Fritz-Klett-Straße aus nach Norden in Richtung Riebeisen fahren können. Sie müssen dann über die Gutenbergstraße zurück auf die Waiblinger Straße und aus Korb hinausfahren – in Richtung der Bundes- und der Winnender Straße. Sprich: zurück in die richtige Richtung. Pkw hingegen können weiterhin passieren; dafür ist eine rund 2,20 Meter breite Lücke zwischen zwei der Poller vorgesehen. Die Feuerwehr kann die Poller bei Bedarf entfernen. Die Anwohner der Gerhart-Hauptmann-Straße, die von der Fritz-Klett-Straße aus zum Gewerbegebiet führt, dürften so endlich Ruhe bekommen. Sie hatten einigen Ärger mit verirrten Lastwagen.

Eine weitere Maßnahme ist bereits Anfang Dezember in Kraft getreten: Auf Betreiben der Gemeinde hin hat das Landratsamt testweise die Linksabbiegespur der Waiblinger Straße in die Karl-Schick-Straße verkürzt. Diese Stelle ist von der B 14 aus das Einfallstor zum Wohngebiet. Wie lange die Abbiegespur so beibehalten und wie weiter verfahren wird, stimmen die Gemeindeverwaltung und das Landratsamt noch ab; für ein Fazit sei es derzeit zu früh, ließen beide einhellig verlauten.

Müller: „Wenn auf der B 14 richtig abgefahren wird, ist’s gewonnen“

Ebenfalls auf Betreiben der Gemeinde hin sorgt das Landratsamt außerdem für eine bessere Beschilderung auf der B 14, mit Zustimmung des Regierungspräsidiums. Eindeutige Hinweise sollen anzeigen, wo’s für die Fahrer langgeht: und zwar in beide Richtungen an der Ausfahrt Schwaikheim hinaus Richtung Süden. Die Schilder sind bestellt und werden der Kreis-Straßenmeisterei voraussichtlich im Februar geliefert. Der Schultes ist zuversichtlich: „Wenn auf der B 14 richtig abgefahren wird, dann ist’s ja eigentlich gewonnen.“


Irrfahrten

Zwei Hauptursachen haben die wiederholten Irrfahrten nach Einschätzung des Ludwigsburger Verkehrsplaners Wolfgang Schröder: die verwirrende Beschilderung an den Bundesstraßen-Abfahrten und unpassende Streckenempfehlungen durch private Navigationsgeräte, die nicht auf Lkw zugeschnitten sind. Ein Ärgernis auch für die gestressten Fahrer selbst. Im Sommer hatte Schröder Empfehlungen gegeben, wie den Problemen in Korb begegnet werden könnte.

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