Lkw-Chaos in Korb Riebeisen-Anwohner drängen auf Maßnahmen

Schade ums Auto: Ein Lastwagenfahrer aus Polen hat sich auf der Suche nach dem Gewerbegebiet Riebeisen vor wenigen Tagen in das Wohngebiet Schaltenberg verirrt – vermutlich fehlgeleitet von seinem Navigationssystem. Schon des Öfteren haben hier Trucker Schäden verursacht. Foto: Privat

Korb. Die Situation im Wohngebiet Schaltenberg, in das sich immer wieder Lastwagen verirren, entspannt sich nicht. Im Gegenteil: Anwohner berichten von weiteren Unfällen, verursacht durch Lkw mit dem Ziel Gewerbegebiet Riebeisen. Sie drängen auf schnelle, unkomplizierte Maßnahmen.

Gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend meldeten sich die Riebeisen-Anwohner Christian Schaffer und Fabian Gruber zu Wort. Die Familienväter drängen auf rasche Maßnahmen der Gemeinde, um die Gefahr durch Lastwagen im Wohngebiet Schaltenberg zu entschärfen.

Irreführende Beschilderung

Konkret wollen sie, dass der Weg für Lastwagen ins Wohngebiet durch Poller oder andere Hindernisse, etwa Pflanzkübel, verriegelt wird. Der aktuellste Anlass: Vor wenigen Tagen hat ein verirrter Lastwagen das Auto von Christian Schaffer in der Albrecht-Dürer-Straße kaputtgefahren – an dem Wagen entstand wirtschaftlicher Totalschaden, immerhin notierte sich ein Zeuge das Nummernschild des Truckers. Und erst zwei Wochen ist es her, dass ein Lkw das Dreirad von Fabian Grubers Sohn überrollte – der zum Glück einige Meter entfernt spielte.

Erst kürzlich hatte der Gemeinderat mehrere Maßnahmen beschlossen, die dem Lkw-Chaos im Wohngebiet Einhalt gebieten sollen: Die Schilder an der Bundesstraße 14 sollen in beide Richtungen durch das internationale Gewerbegebietszeichen und die Bezeichnungen Süd beziehungsweise Riebeisen ergänzt werden. Bislang ist die Beschilderung irreführend: Viele Lastwagenfahrer, häufig des Deutschen nicht mächtig und vom handelsüblichen Auto-Navi fehlgeleitet, nehmen die falsche Ausfahrt und landen im Korber Wohngebiet.

Bürgermeister Jochen Müller sagte am Dienstagabend: „Die Situation hat sich bisher leider überhaupt nicht entschärft. Es ist ja auch noch nichts passiert.“ Zuständig für den Austausch der Schilder auf der Bundesstraße sei aber das Landratsamt.

Lkw-Problem soll nicht zum Preis neuer Widrigkeiten gelöst werden

Dort verweist man darauf, dass der Antrag der Gemeinde auf Änderung der Schilder erst am 22. Oktober, also zwei Wochen nach dem Gemeinderatsbeschluss eingegangen sei. Zumindest auf der B 14 sollen die Schilder allerdings noch in diesem Jahr angebracht werden, nachdem in Zusammenarbeit mit der Gemeinde zuletzt noch kleinere Änderungen eingefügt wurden.

Auch innerorts soll die Beschilderung aufgerüstet werden. Bei einer Verkehrsschau vor einigen Tagen haben die Korber laut Bürgermeister Jochen Müller mit dem Landratsamt über Maßnahmen in Korb gesprochen. Nun prüft das Expertenbüro Schröder, das schon das Gutachten zur Bundesstraßen-Beschilderung erstellt hat, für die Gemeinde, welche der Ideen sich umsetzen lassen.

Egal ob Poller oder Pflanzkübel beim Kindergarten Schaltenberg aufgestellt werden, oder die Abbiegespur der Karl-Schick-Straße wegfällt – allzu negative Auswirkungen auf die Waiblinger Straße dürfen diese Maßnahmen nicht haben. Denn auf der Kreisstraße werden wiederum die Belange des Landratsamts berührt. Die Behörden befürchten hier Rückstaus oder Beeinträchtigungen für den Busverkehr. Die Haltung des Kreises: Das Lkw-Problem soll nicht zum Preis neuer Widrigkeiten gelöst werden.

Wann das Gutachten vorliegt und die Anwohner mit Maßnahmen der Gemeinde rechnen dürften, wollte Anwohner Fabian Gruber am Dienstagabend wissen – „binnen zwei Wochen, binnen einem Jahr?“ Bürgermeister Jochen Müller konnte kein Zeitfenster nennen, versprach aber: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran.“

  • Bewertung
    5
 

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!