Transsibirische Eisenbahn Unterwegs von Peking nach Moskau durch sieben Zeitzonen

Transsibirische Eisenbahn

Wenn Lebensträume in Erfüllung gehen

Eine Reise mit der Transib- ein Lebenstraum, offenbar auf für viele unserer Leser

Leser des Zeitungsverlags unterwegs mit der Transsibirischen Eisenbahn - für viele ein Lebenstraum, offenbar auch für viele WKZ Leser.

„Seit 35 Jahren träume ich von der Reise, dass das noch in Erfüllung geht, kann ich gar nicht glauben“, so eine Leserin.

Ihr Mann, früher ein Lokführer, möchte keine Fernreisen mehr machen, sagt sie. Er freue sich aber, dass seine Frau mitfährt.

Start ist in Peking, das Ziel Moskau. Dazwischen liegen über 8.000 Schienen-Kilometer, sieben Zeitzonen und sechs interessante Städte, die besichtigt werden müssen.

Seltenes Glück - blauer Himmel über Peking. Werden in der chinesischen Hauptstadt wichtige Gäste erwartet, lässt die Regierung zeitweise Fabriken schließen und Kraftwerke abschalten. Zufällig profitiert unsere Reisegruppe von einer solchen Phase, so dass wir Peking ohne Smog und Feinstaub erleben dürfen.  Unser Aufenthalt ist allerdings kurz. Nach Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Himmelstempel und verbotene Stadt, steht schon die erste Etappe der Zugfahrt mit einem chinesisch-mongolischen Zug an. Dieser Regelzug ist der Zubringer zum eigentlichen Zug, Katharina die Große genannt, der uns auf der Strecke der transsibirischen Eisenbahn, kurz Transib, von Asien nach Europa bringen soll – durch die Mongolei und Sibirien.  

An der Grenze hebt der Zug ab  Einer der Höhepunkte der Reise ist der Spurenwechsel an der Chinesisch-Mongolischen Grenze. Von der (in China üblichen)  „Normalspur“ muss der Zug auf die russische „Breitspur“ umgestellt werden. Dabei werden die Wagons nacheinander, inklusive Fahrgäste, in die Höhe gehoben, zur Seite geschoben, mit den Breitspur Rädern versehen und wieder heruntergelassen. Wer den Ratschlag, wenig zu trinken, befolgt hat, ist bei diesem interessanten Prozedere klar im Vorteil. Die mongolischen Schaffnerinnen sind nämlich sehr streng, die Toiletten für die Zeit des Spurenwechsels geschlossen.

Ulaan Baataar und die Nomaden. Auch die Nomaden gehen mit der Zeit. Sie ziehen inzwischen mit dem LKW um und die Regierung schenkt jeder Familie ein Stück Land. Als wir eine mongolische Familie in ihrer Jurte besuchen, klingelt bei der alten Großmutter der Familie sogar das Smartphone. Der Fortschritt ist auch in der Steppe nicht aufzuhalten.

Burjatien – Heiraten zum Spaß Eine unserer Leserinnen wird zum Spaß verheiratet - auf traditionelle Weise der Altgläubigen. Das bedeutet sehr viele Kleidungsschichten und eine aufwendige Zeremonie. Der Bräutigam ist aus  Südamerika  und reist ebenfalls mit der Transib, so dass „Braut“ und „Bräutigam“ auf der Weiterfahrt sich immer wieder begegnen, was natürlich manche schmunzeln lässt.

Der Baikalsee – nichts für Weicheier. Der Baikalsee gilt als landschaftlicher Höhepunkt der Zugfahrt. Während in Deutschland Spätsommer herrscht, dürfen wir den ersten Schneefall erleben. Trotz Minus 2 Grad Außentemperatur und 10 Grad Wassertemperatur wagen sich zwei Mitreisenden von unserer Gruppe in den See – es sind die einzigen vom ganzen Zug. Der russische Zugleiter ist ziemlich beeindruckt – genauso wie die Mitreisenden des ganzen Zugs aus Südamerika, Singapur, Korea und Australien.

Wir lernen, dass die Durchschnittstemperatur am Baikalsee bei 0 Grad liegt -  im Sommer Plus 40 und im Winter Minus 40 Grad. Und dass der See im Winter derart fest zufriert, dass er die Straßen ersetzt.. Es werden sogar Straßenschilder aufgestellt. Die Straßen über den eisigen See, so sagt man uns, seien die besseren Straßen – nämlich ohne Schlaglöcher und sonstige Unebenheiten.

Irkutsk – zurück in die Zarenzeit. In Irkutsk dreht sich viel um Alexander den III, der als Vater der Transib gilt. Er trieb den Bau der Bahnstrecke voran, um Handel mit China treiben zu können. Im Haus der früheren Fürstenfamilie Volkonskiy werden wir musikalisch in die Zarenzeit versetzt:  Von Tschaikowsky über Chopin bis Mozart, als Gesang und am Klavier. Kulturell sicher einer der Höhepunkte der Reise. Wobei uns auch unser Pianist an Bord der Transib jeden Abend verwöhnt. Er kann fast alles spielen,und da er eine Zeitlang in Deutschland gelebt hat, auch deutsche Lieder.

My Darling! Wie das Zugpersonal uns die Reise erleichtert.  In jedem Waggon sind zwei Schaffner/innen (die ansonsten auf den Regelzügen arbeiten), die die Zuggäste verwöhnen. Als einer der Zuggäste etwas verspätet, aber eben doch noch im Wagon ankommt, stößt der zuständige Schaffner erleichtert „My Darling!!“ aus… In der Enge entsteht natürlich eine besondere Beziehung, sowohl innerhalb der Gruppe als auch zum Zugpersonal.  Kaffee, Tee und Wasser gibt es selbstverständlich jederzeit. Während die Gruppe im Restaurantwagen zu Abend isst, werden die Betten für die Nacht gerichtet und während des  Frühstücks wieder auf Tagesmodus gestellt. Wie die Köche die tollen Menüs frisch kochen und wunderschön anrichten, ist uns ein Rätsel. Das gesamte Zugpersonal ist sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Während wir die Städte Krasnojarks, Novosibirks und Jekaterinburg besuchen, wird der Zug auf eine Nebenstrecke geschoben, der Zug wird von innen und von außen gereinigt, die Vorräte werden aufgefüllt und anschließend hat das Personal frei.

Was macht das Personal nach der Transib-Riese überhaupt, fragen wir den Zugleiter. Der Pianist an Bord des Zuges betreibt im Süden Russlands eine Musikschule, so dass er nur eine Fahrt in den Sommerferien übernehmen kann. Wohingegen der Zugbegleiter Evgenii selbst sechs Monate pro Jahr durchgehend auf der Transsib arbeitet. Die restliche Zeit verbringt er in der Ukraine auf seiner Farm. Die Schaffner/innen arbeiten auf Regelzügen und der Boardarzt unterrichtet an der Universität in St. Petersburg.

Nach 15 sehr ereignisreichen Tagen endet unsere Reise in Moskau. Überwältigt von all den schönen Bildern und Erlebnissen müssen wir unser liebgewonnenes Zuhause – die Transib - verlassen. Vor der Heimreise aber dürfen wir noch die wunderschöne Stadt Moskau bei strahlendem Sonnenschein und bei Nacht erkunden, so ist das eben, enn Lebensträume in Erfüllung gehen.

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Perfekte Ziele für den Kurztrip aus dem Alltag: Musicals, Konzerte, Comedy, Märkte

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