Wir sind angekommen. Es hat zwar länger gedauert, als wir zuerst gehofft haben, aber ok. Der Flug von Frankfurt nach Charlotte in North Carolina dauerte neun Stunden und 15 Minuten. Nach drei Stunden Aufenthalt ging es per Flieger weiter nach Phoenix/Arizona und von dort mit dem Auto in der Nacht weitere drei Stunden nach Flagstaff. Alles reibungslos, trotzdem waren wir fast 30 Stunden auf den Beinen. Wir sind aber, wie wir hier den Nachrichten entnehmen konnten, dem richtigen Schneechaos in Deutschland gerade noch entkommen. Die zweite Läufergruppe des DLV, die am Dienstag abfliegen sollte, steckte an verschiedenen Flughäfen fest, wurde über London und New York umgeleitet und ist sicher noch wesentlich länger unterwegs.

Die ersten Eindrücke in den USA: XXL-Format

Schon am Flughafen fielen uns die vielen Menschen im XXL-Format auf. Da waren wir drei Läufer daneben so schmal. Die Toiletten am Flughafen – XXL. Damit auch jeder Hintern draufpasst. Die Autovermietungen haben ein ganz eigenes Gebäude, natürlich XXL – fünf Minuten Bustransfer vom Flughafen weg. Auf zwei Etagen stehen Tausende von Autos. Überall Fastfood – natürlich XXL-Format.

Auf der Nachtfahrt von Phoenix nach Flagstaff dann die ersten Hinweise, in welchem Bereich der USA wir uns bewegen. Da begegnen einem Namen wie „Bloody Basin Road“ oder „Curling Smoke Hill“, da liegt ein toter Hirsch mitten auf der Strasse und wir fahren an Indianer-Reservaten vorbei. Da steht auch immer mal wieder ein Sheriff-Auto hinter einer Kurve, nur um zu kontrollieren, ob man die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 65 oder 75 Meilen pro Stunde nicht überschreitet. Eine schwere Umgewöhnung, wenn man in Deutschland das schneller fahren gewöhnt ist.

Der Dienstag empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein. Keine Wolke am Himmel. Trotz 2000 Metern Höhe fühlen sich die Temperaturen am Tag angenehm an. Der erste Dauerlauf ist ein Vergnügen. Geländeerkundung ist angesagt. Wir kreuzen die berühmte Route 66 und laufen an Hinweisschildern wie „Grand Canyon 79 Miles“ vorbei. Mehr kann man am ersten Tag nicht erwarten.