Masern in Europa Vor dem Urlaub Impfstatuts prüfen

Symbolbild. Foto: Pixabay

Am 26.Juli beginnen die Sommerferien in Baden-Württemberg. Doch bevor es in den Urlaub in die klassischen Reiseziele geht, sollte man nochmal den Impfpass checken. Denn: die Masern sind in vielen Ländern in Asien und Europa zurück.

Wer Masern immer noch für eine harmlose Kinderkrankheit hält, trägt entweder gerne Aluhut oder kennt tatsächlich die möglichen schwerwiegenden Folgen einer Erkrankung nicht. Masern sind eine hoch ansteckende Viruskrankheit, die zu ernsten Komplikationen und in sehr seltenen Fällen zum Tode führen kann. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt in entwickelten Ländern die Letalität zwischen 0,05 und 0,1 Prozent. Deshalb ist die Schutzimpfung mit zwei Impfstoffgaben so wichtig, warnt das Landesgesundheitsamt.

Die Krankheit ist höchst ansteckend; die Viren werden über Tröpfchen wie beim Niesen übertragen. Mögliche Ansteckungsorte im Urlaub sind Diskotheken, Kinderbetreuungsprogramme und Freizeitaktivitäten wie Ausflüge in Ländern, in denen die Masern verbreitet sind.

Masern zirkulieren zurzeit in vielen Ländern Europas, besonders in Süd- und Südosteuropa. Die höchsten Erkrankungsraten für die letzten 12 Monate wurden gemeldet für die Ukraine, Frankreich (2306 Fälle), Serbien, Italien (1258 Fälle) , Griechenland (2097 Fälle) und Rumänien (3 284 Fälle).

Auch Asien stark betroffen

Bei den Fernreisezielen in Asien führen Indien, die Philippinen, Indonesien, China und Malaysia die Statistik der Weltgesundheitsorganisation an (Stand: Juni 2018). Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg empfiehlt deshalb allen Eltern und jungen Erwachsenen, vor Antritt des Sommerurlaubs den Impfschutz gegen Masern und ggf. gegen andere Krankheiten im Urlaubsgebiet abzuchecken und zu vervollständigen. Ungeimpfte holen sich vor der Reise die Erstimpfung, denn sie schützt zu 91%. Bereits Erstgeimpfte holen sich die Zweitimpfung und sind danach zu 92%–99% geschützt.

Auch in Baden-Württemberg Fälle

In Baden-Württemberg wurden seit Jahresbeginn 81 Masernerkrankungen gemeldet. Besonders betroffen waren Säuglinge und Kleinkinder (25 Prozent), Kinder und Jugendliche von 10-19 Jahren (31 Prozent) und Erwachsene ab 20 Jahre (32 Prozent). Grund: 

Masernimpfungen sind kostenfrei für alle Kinder und für alle nach 1970 Geborenen, die in der Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist.

8-10 Tage zwischen Ansteckung und Krankheit

Bei Masern vergehen zwischen der Ansteckung und dem Krankheitsausbruch mit katarrhähnlichen Krankheitszeichen mit Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen und Husten 8-10 Tage, bevor sich nach 14 Tagen eine Hautrötung mit großen, zusammenfließenden Flecken zeigt. Oft werden Masern auch verwechselt mit Scharlach, Röteln oder Ringelröteln.

Das ist kurz genug, damit die Masern einen Urlaub schon ab der zweiten Woche kräftig beeinträchtigen können. 

Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird nicht selten zunächst an eine Allergie gedacht. Manchmal bleibt die Masernerkrankung sogar unerkannt, weil im Urlaub kein Arzt aufgesucht wird und sich die Erkrankten im Hotel durch die restlichen Urlaubstage und in den fest gebuchten Rückflug nach Hause schleppen: eine weitere Ansteckungsquelle.

Masern bewirken zudem eine vorübergehende Schwächung des Immunsystems. Wegen der beeinträchtigten körpereigenen Abwehr können andere Infektionskrankheiten auf die Masern folgen.

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