"Maulwurf-Kreisel" stark beschädigt Autofahrer fährt über Grunbacher Kreisverkehr

, aktualisiert am 02.05.2019 - 15:31 Uhr

Remshalden/Schorndorf. Am Abend des 1. Mai hat jemand mit seinem Fahrzeug tiefe Spuren in Beeten und Rasen im Grunbacher Kreisel hinterlassen. Der hat in der Mitte so einen stattlichen Hügel, dass dafür ein Geländewagen nötig war. Auch Verkehrsschilder wurden umgefahren. Der Kreisverkehr ist aber nicht der einzige, der in jüngster Zeit überrollt wurde.

Sicher ist: Es war kein Unfall. Wer auch immer den Kreisverkehr in Grunbach als Off-Road-Strecke für seinen Geländewagen missbraucht hat, der wollte das bewusst tun. Wie ein Zeuge des Vorfalls gegenüber der Polizei ausgesagt hat, wendete der Fahrer das Fahrzeug der Marke Daimler nach der ersten Gipfelquerung und fuhr noch mal drüber. Passiert ist das am Abend des 1. Mai kurz vor 22 Uhr. Der Polizei ist durch den Zeugenhinweis auch das Kennzeichen und dadurch der Halter des Geländewagens bekannt. Ob er auch der Fahrer war, der das Fahrzeug über den Kreisverkehrs-Hügel gejagt hat, konnte die Polizei am Donnerstag noch nicht sagen.

Fälle in Haubersbronn und Miedelsbach

In der Facebook-Gruppe "Du weißt, dass du aus Remshalden bist, wenn..." schrieben Kommentatoren von ähnlichen Vorfällen, die in letzter Zeit im Raum Schorndorf passiert sein sollen. Ein Leser schrieb uunser Zeitung, dass er sogar die Polizei am Kreisverkehr in Miedelsbach bei der Begutachtung des Schadens gesehen hat. Tatsächlich wurden, wie wir dann recherchieren konnten, auch innerhalb der vergangenen Tage sowohl der Kreisverkehr beim Netto in Miedelsbach als auch ein Kreisel bei Haubersbronn überfahren und beschädigt.

Auf Nachfrage konnte die Stadt Schorndorf zunächst nur zu dem Fall in Miedelsbach etwas sagen. Laut Auskunft einer Mitarbeiterin der Zentralen Dienste entstand ein Sachschaden in Höhe von 650 Euro. Der Hinweis auf den überfahrenen Kreisel sei von Zeugen gekommen, die einen schwarzen Geländewagen gesehen hätten. Später bestätigte die Stadtverwaltung auch die Schäden am Kreisverkehr bei Haubersbronn. In beiden Fällen will die Stadt Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

Bei der Polizei war auch erst nach mehreren Nachfragen herauszubekommen, dass die Fälle dort schon bekannt sind. Die Kollegen vom Revier Schorndorf würden bei den engen Reifenspuren vermuten, so ein Polizeisprecher, dass sie von einem Quad, einem vierrädrigen Motorrad, stammen können. Das sei aber nur eine Vermutung, betont er. Ermittlungen würden in so einem Fall erst nach einer Anzeige aufgenommen.

Kreisverkehr machte Schlagzeilen

Der jetzt besonders brutal durchgepflügte Kreisverkehr in Grunbach ist nicht zum ersten Mal in den Schlagzeilen. Im Sommer 2017, als der neue Kreisverkehr am Grunbacher Gewerbegebiet gerade fertig war, saß dort plötzlich ein Maulwurf. Die Pappmaché-Figur wurde dann vom Wind heruntergeblasen, war aber immer wieder Gesprächsthema. Der Maulwurf durfte dann nicht auf den Hügel im Kreisverkehr, weil das Landratsamt es nicht erlaubte. Die Verkehrsbehörden hatten Sicherheitsbedenken bei der Figur, die einige Remshaldener in vielen Stunden Arbeit aus Styropor gefertigt hatten. Kurz nach der Absage des Landratsamts kamen Rasen und Beete auf den unansehnlichen Hügel. 

Bürgermeister geht von Schaden in vierstelliger Höhe aus

„Ich finde es eine Riesensauerei“, sagt Bürgermeister Reinhard Molt. „Sehr respektlos.“ Den finanziellen Schaden konnte er am Donnerstag noch nicht beziffern, geht aber von einer vierstelligen Höhe aus. Wäre der Maulwurf jetzt tatsächlich dort gestanden, vermutet er, wäre dieser jetzt bestimmt auch in sämtliche Einzelteile zersplittert. „Vermutlich hätte der den umgefahren.“

Reinhard Molt hofft nun, dass der Fahrer tatsächlich ermittelt werden kann. Wie ein Polizeisprecher erklärt, sei das aber nicht immer einfach, man müsse dem Halter oder jemand anderem nachweisen können, dass er tatsächlich am Steuer gesessen habe.

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