„Mehr als ökologisch“ 30 Jahre Kinderbedarfsbörse in Rudersberg

Als Helfer dabei sind auch viele Kinder der Basar-Organisatorinnen. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Rudersberg. Kinderkleidung, Spielsachen, Kinderwagen, Schuhe und Umstandsmode – all das und mehr gibt es zweimal im Jahr auf der Kinderbedarfsbörse in Rudersberg in Hülle und Fülle. Hinter der Veranstaltung, zu der Menschen von weit her herbeiströmen, steckt seit 30 Jahren viel Arbeit und eine große Portion Idealismus der Organisatorinnen.

400 Wäschekörbe, teilweise hoch aufgetürmt, voll mit gebrauchten Kinder- und Babysachen, das ist die Masse, die vor jeder Kinderbedarfsbörse in der Gemeindehalle Rudersberg ankommt. Und all das will begutachtet, sortiert und auf Tischen und Kleiderständern verteilt sein. Damit waren am vergangenen Freitag wieder rund 40 Helferinnen und Helfer den ganzen Tag beschäftigt, so dass samstags alles bereit war für den Ansturm der Käufer. Am Verkaufstag selbst waren weitere 120 Helferinnen und Helfer im Einsatz.


Einen Überblick über anstehende Termine für Kindersachenbasare und Verkaufsbörsen in der Region gibt es hier


Fand 1989 zum ersten Mal statt

Seit 30 Jahren geht das jetzt zweimal im Jahr so, einmal im März, einmal im Oktober. 1989 gab es zum ersten Mal einen Basar für Kindersachen, damals noch im Bürgerhaus in Schlechtbach, in dem sich heute ein Kindergarten befindet. Doch dann wuchs die Zahl der anreisenden Käufer so stark an, dass der Basar in die Gemeindehalle umzog.

Die Organisatorinnen und die meisten Helferinnen sind selbst Mütter, viele von ihnen verkaufen und kaufen auf der Börse selbst. Das ist einer der Vorteile für die, die mitanpacken: Sie bekommen eine der begehrten Verkaufsnummern und dürfen diese sogar für die Folgejahre behalten. Nur zwischen 30 und 50 weitere Verkäufer können sich darüber hinaus überhaupt noch anmelden, zu einem festen Anmeldetermin per Telefon. Die Plätze sind ruck, zuck weg.

Die Helferinnen dürfen als Erste einkaufen

Der zweite Vorteil für die Mitschafferinnen: Sie dürfen sich auch als Erste bedienen. Samstags können sie ab 10 Uhr in die Halle und in Ruhe einkaufen, bevor um 10.30 Uhr dann die Schwangeren reindürfen, bevor dann alle anderen die Halle stürmen und es chaotisch und voll wird. Bei Kinderbedarfsbörsen gilt: Wer die guten Sachen will, muss früh kommen.

40 bis 50 Prozent der angebotenen Sachen werden im Schnitt verkauft, schätzt Alexandra Böhringer. Die Preise machen die Verkäufer selbst und müssen sie vor der Abgabe der Sachen mit ihrer Verkäufernummer auf einem kleinen Preisschild dranhängen. Diese Schilder werden an der Kasse abgerissen, wenn jemand die Ware mitnimmt, und darüber wird später abgerechnet. 15 Prozent vom Verkaufserlös gehen ab in einen Topf, der dann nach jeder Börse als Spende an zwei Rudersberger Kindergärten ausgeschüttet wird. 300 bis 500 Euro bekommt so jeder Kindergarten im Schnitt nach jeder Börse.

Berge von Kleidung, Spielzeug und anderen Dingen

Gesellschaftlich gesehen mindestens genauso wichtig sind der ökonomische und der ökologische Effekt der Börse. Man muss sich nur vorstellen, all die Berge von Kleidung, Spielzeug und anderen Dingen, die ein schnell herausgewachsenes Kind womöglich nur ein paar Wochen getragen oder bei ein paar Gelegenheiten genutzt hat, würden in den Müll wandern – wie viel sinnvoller ist es, dass jemand, der sie brauchen kann, sie weiter nutzt!

„Wir vom Team entdecken, dass zum Teil von uns verkaufte Sachen mehrmals wieder zu uns auf die Börse kommen“, sagt Cordula Brandes. Es gebe Dinge, die würden bis zu fünfmal die Besitzer wechseln. „Das nennen wir mehr als ökologisch.“

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