Modellfliegergruppe Welzheim Sommerfest: Geschicklichkeit und Köpfchen gefragt

Welzheim. Zwölf Jungs lassen blaue, grüne und orange Flugzeuge nicht nur fliegen, sondern spielen mit ihnen Darts und lenken sie in ein Tor. Mit einem Tag voller Spiele auf dem Flugplatz hat sich die Modellfliegergruppe im Rahmen ihres Sommerfests für Kinder engagiert.

„Ich weiß jetzt, dass alle drei Ruder eines Flugzeugs wichtig sind, um eine saubere Kurve zu fliegen“, sagt der zwölfjährige Tim. Wie er es in den Stunden davor gelernt hat, verstellt er die Steuerachsen an seinem selbst gebauten Flugzeug aus dem strapazierfähigen Hartschaum Elapor. Keine Frage: Mit ihm ist wesentlich mehr möglich als mit einem Papierflieger.

Der Flieger segelt aufwärts und landet weich

„Wenn das nach oben zeigt, kann man Looping fliegen“, erklärt er und führt sein Fluggerät vor. Im hohen Bogen steigt es steil am Himmel auf, kippt nach vorne in die Waagrechte und wird von einer Windböe einige Meter weit getragen, bevor es senkrecht und leicht außer Sichtweite zu Boden stürzt. Der heitere „Bruchpilot“ rennt ihm lachend hinterher und bringt es zum zweiten Start auf das Flugfeld. Dieses Mal passt alles: Der Flieger segelt aufwärts und landet mit leichtem Linksdrall schön weich.

Modellflug: „Es kommt auch aufs Gefühl an“

„Die Schäumlinge sind leicht, halten einiges aus und lassen sich schon für verschiedene Flugmanöver einstellen“, erklärt Jugendwart Klaus Pink. Aller Anfang ist beim Modellfliegen „ultraleicht“ - und spielerisch: Wer eines Tages als Pilot mit der Fernbedienung eine Minimoa-Maschine oder einen Doppeldecker steuern will, die vergangenes Wochenende zusammen mit vielen anderen Raritäten bei den Flugvorführungen zu sehen waren, braucht eine gute Ausbildung, viel Wissen und Fingerspitzengefühl. „Modellflug ist keine Kraftmeierei, es kommt auch aufs Gefühl an“, erklärt der Jugendwart.

Einen Vorgeschmack auf das Hobby erhalten die Jungs bei Geländespielen

„Man kommt mit vielen Bereichen in Kontakt: Wetterkunde, Physik, Geschichte, Technik, Elektronik“, zählt er auf. Einen Vorgeschmack auf das Hobby erhalten die Jungs bei Geländespielen mit dem Flugzeug. Beim „Opendoor Run“ hat jeder fünf Versuche, den Flieger durch ein Tor zu steuern. Von der Startlinie aus zeigen die Flugeinsteiger, was Präzision ist - oder zumindest gute Chancen hat, ein präzises Flugmanöver zu werden.

„Dein Flug war schön, aber knapp am Pfosten vorbei“, kommentiert Modellflieger Justin einen Versuch. „Er soll nicht durchrutschen, sondern durchfliegen.“ Der Achtjährige ist das jüngste Mitglied der Modellfliegergruppe und übt seit einem Jahr Saltos und Rollenstrudel mit dem Einsteiger-Modellflugzeug „Acro“. Seine Mithilfe ist gefragt beim Ferienprogramm, als gezeigt werden soll, wie der Flieger am besten geworfen wird und wo man ihn hält. „Am Schwerpunkt, unterhalb der Flügel“, weiß Justin schon. „Dann kriegt das Flugzeug keinen Kippmoment beim Wurf, alle anderen Angriffspunkte können zu ungewollten Flugmanövern führen“, ergänzt Pink.

Als Preise gibt’s Spielzeug

Geschicklichkeit und Köpfchen sind beim „Dart Run“ gefragt: Hier wird auf eine Scheibe gezielt wie beim Dartspiel. Als Preise gibt’s Spielzeug. Wer bei den vier Stationen die meisten Punkte erreicht, darf als Erster etwas vom „Gabentisch“ auswählen. Einige Kurven, etliche Loopings und manche Bauchlandung später lenkt Klaus Pink die Aufmerksamkeit zur Geschichte der Fliegerei. Für jede richtige Antwort regnet es Gummibärentütchen.

Die erste Quizfrage bleibt gummibärenlos, sie ist zu schwer: Auf Louis Blériot, der als erster Mensch über den Ärmelkanal geflogen ist, kommen die Kinder nicht. Ohne Hilfestellung wissen sie aber die Anzahl der Triebwerke eines A 380. Und natürlich kennen sie auch den Namen des ersten Überschall-Passagierflugzeugs: „Concorde“, rufen sie gleichzeitig. Die tummelt sich nicht im Fliegerhimmel beim Sommerfest. Dafür jede Menge Düsenflugzeuge und Oldtimer.


Beim Sommerfest am Samstag und Sonntag ließen befreundete Modellflieger beim „freien Fliegen“ ihre Raritäten in die Luft: Der am Samstagvormittag windige Himmel war Schaubühne für Oldtimer wie den Waco-Doppeldecker mit Sternmotor, drei Düsenflugzeuge als „Schäumlinge“ und Hochleistungs-Segelflieger wie die Minimoa, die als Original in den 1930er Jahren geflogen ist, und die G103 Acro, ein doppelsitziges kunstflugtaugliches Segelflugzeug mit 7,20 Meter Spannweite.

Auch das Modell einer Bronco OV-10 war wochenends beim Flug zu sehen - ein doppelrumpfiges Erdkampfflugzeug aus dem Vietnamkrieg. Eine Futura flog Jet-Flüge vor. Und ein russischer SU-30 mit Schubvektorsteuerung flog Kunstflüge auf engstem Raum inklusive Loopings auf der Stelle.

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