Nach der Remstal-Gartenschau Größerer Schlosspark in Schorndorf soll bleiben

So eine Atmosphäre und so ein buntes Treiben wie am vergangenen Gartenschau-Sonntag wünscht sich die Stadt im Schlosspark auch für die Zeit nach der Gartenschau immer mal wieder. Damit ausreichend Platz ist, soll das Land zwischen Schloss und Friedensstraße auf Parkplätze verzichten. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Schorndorf. Auf Unterstützung der im Finanzministerium unter anderem für Vermögen und Bau zuständigen Staatssekretärin Gisela Splett hoffen Oberbürgermeister Matthias Klopfer und die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Petra Häffner, bei ihrem gemeinsamen Anliegen, den Schlosspark über die Gartenschau hinaus in den derzeitigen Ausmaßen zu erhalten. Voraussetzung dafür wäre, dass das Land – ganz oder zumindest teilweise – auf die Wiederherstellung der zugunsten der Gartenschau aufgegebenen Behördenparkplätze verzichtet.

In einem gemeinsamen Schreiben appellieren Matthias Klopfer und Petra Häffner an die Staatssekretärin, sie möge im Sinne der Stadt an einer guten Lösung mitwirken, wiewohl natürlich zu erwarten sei, dass eine entsprechende politische Entscheidung zunächst einmal auf den Widerstand der im Finanzamt und im Amtsgericht beschäftigten Landesmitarbeiter stoßen werde. Im Extremfall ginge es um den dauerhaften Wegfall von rund 70 Parkplätzen, wobei der Oberbürgermeister fürs Erste auch damit leben könnte, wenn nur ein Teil der früheren Parkplätze wiederhergestellt würde.

Klar sei aber, heißt es in dem Schreiben, dass es der falsche und der schwierigere Weg wäre, nach der Gartenschau erst einmal den alten Zustand wiederherzustellen und dann über eine Erweiterung des Schlossparks zu verhandeln. Wobei an der Beschlusslage in jedem Fall insofern fesgehalten wird, dass die Orangerie – allein schon deshalb, weil sie einer möglichen Schneelast nicht standhalten würde –, der gesamte Gastronomie-Bereich und die Mikrogärten nach der Gartenschau abgebaut werden.

Nachfrage sinkt, wenn die Parkplätze nicht mehr gebührenfrei sind

Im Grund genommen, sind sich der Oberbürgermeister und die Abgeordnete einig, geht es beim Schlosspark ähnlich wie auch beim Unteren Marktplatz um zwei für eine Stadtgesellschaft wichtige Zukunftsfragen: zum einen darum, dass öffentliche Räume in wachsenden Städten zunehmend an Bedeutung gewinnen. Und da, so Matthias Klopfer, „sind auch schon 100 Quadratmeter mehr recht wertvoll“. Und zum Zweiten geht es ums Thema Mobilität und um die Frage, ob es noch zeitgemäß ist, dass das Land seinen Bediensteten zumal in einer Stadt, in der der Bahnhof nur ein paar Hundert Meter entfernt ist – „So weit laufen Mitarbeiter großer Firmen allein schon vom Parkplatz zu ihrem Arbeitsplatz“, gibt Petra Häffner zu bedenken –, ein üppiges Parkplatzangebot bereitstellt – und das auch noch umsonst. Zumindest war das bisher so.

Mittlerweile hat, wie die Grünen-Abgeordnete weiß, das Land angefangen, umzudenken und – erst einmal in größeren Städten – seine Parkplätze zu bewirtschaften, sprich sie gebührenpflichtig zu machen. Und dann, so die Überzeugung von Petra Häffner, wäre auch die Nachfrage nach Parkplätzen nicht mehr so groß. Von einem im Wandel begriffenen Mobilitätsverhalten einmal ganz abgesehen. „Die ganz große Dramatik“ könne sie deshalb nicht erkennen, wenn die vor der Gartenschau am Rande des Schlossparks befindlichen Parkplätze ganz oder teilweise geopfert würden, sagt die Grünen-Abgeordnete und hofft, dass ihre Parteifreundin im Finanzministerium das Anliegen der Stadt Schorndorf grundsätzlich unterstützt. Wobei Matthias Klopfer die Brisanz einer entsprechenden politischen Entscheidung durchaus bewusst ist: „Wenn wir das machen, hat das Auswirkungen für das ganze Land.“

"Wir wollen damit unseren Beitrag zur Verkehrswende leisten"

Was die Parkraumbewirtschaftung angeht, so verweist der Oberbürgermeister auch im Schreiben an Gisela Splett darauf, dass die Stadt schon jetzt oberirdische Stellplätze in der Innenstadt an eigene Bedienstete wie auch an Landesbeamte (Lehrer) für 200 Euro im Jahr vermietet. Für den Herbst sei eine weitere Anhebung der Parkgebühren geplant, verbunden mit einer Erhöhung des Zuschusses zum Jobticket des ÖPNV.

„Wir wollen damit unseren Beitrag zur Verkehrswende leisten und würden es begrüßen, wenn auch das Land seine Parkplätze bewirtschaften würde“, heißt es im an die Staatssekretärin adressierten Brief, auf den eine baldige Rückmeldung erwartet wird, weil sich der Gemeinderat eigentlich noch im September mit der weiteren Entwicklung der Gartenschau-Areale beschäftigen will. Im Falle einer positiven Antwort aus dem Ministerium würde die Stadt laut Klopfer für die Landesbediensteten weiterhin die Ausweichpakflächen auf dem Maier-am-Tor-Areal zur Verfügung stellen – allerdings nur so lange, bis dieses „Filetstück“ gegenüber der künftigen Markthalle, über deren Konzept im Februar 2020 entschieden werden soll, anderweitig vermarktet wird.


Schlosskeller

Am Rande geht es in dem Schreiben an die Staatssekretärin auch um die künftige Nutzung des während der Gartenschau als Blumenkeller genutzten Schlosskellers.

„Der Blumenkeller im historischen Burgschloss ist ein echtes Highlight, und sehr gerne würden wir diesen Keller weiterhin für gelegentliche Einzelveranstaltungen nutzen“, heißt es in dem Schreiben an die für die Immobilien des Landes zuständige Staatssekretärin von Bündnis 90/Die Grünen.

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