Nach der vierten Pleite im fünften Spiel Der TVB läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren

Der TVB-Kapitän Johannes Bitter und seine Mannschaft warten immer noch auf das erste Erfolgserlebnis. Vielleicht klappt’s im Pokal: Am Mittwoch kommt der HC Erlangen in die Scharrena. Foto: Ralph Steinemann

Ernüchterung herrscht beim Handball-Erstligisten TVB Stuttgart nach der vierten Niederlage im fünften Saisonspiel. „Es ist verständlich, dass jetzt Kritik geübt“, sagt der Trainer Jürgen Schweikardt am Tag nach dem 23:28 gegen Hannover. „Das Schlimmste wäre jetzt aber, in Panik zu verfallen und alles über den Haufen zu werfen.“

Auf der Internetseite der Handball-Bundesliga werden allerlei Statistiken erfasst. Bei der Partie zwischen dem TVB Stuttgart und der TSV Hannover-Burgdorf am Donnerstagabend streikte die Technik allerdings. Möglicherweise wurden die Knöpfe, welche die Stuttgarter Fehlwürfe und Fehlpässe erfassten, zu sehr beansprucht und kollabierten.

Der jüngste Erstligaspieler aller Zeiten

Elfmal alleine in den ersten 30 Minuten ließ der TVB beste Einwurfmöglichkeiten aus, zudem landete ein halbes Dutzend Pässe beim Gegner oder im Nirwana. So gesehen, war der 9:15-Rückstand wenig überraschend und letztlich eine (zu) große Hypothek. Im zweiten Spielabschnitt war die Quote zwar besser, in den entscheidenden Momenten indes zeigte der TVB vor dem Hannoveraner Tor erneut Nerven. Das führte zum einen dazu, dass die Partie drei Minuten vor dem Ende verloren war – und zum anderem zu einem Eintrag ins Handball-Geschichtsbuch: Fynn Nicolaus feierte sein Debüt im TVB-Trikot. Im Juli wurde der Jugend-Nationalspieler, der beim TVB noch in der B-Jugend spielen könnte, erst 16 Jahre alt. Der Großbottwarer ist damit der jüngste Erstligaspieler aller Zeiten. „Daran habe ich in dem Moment gar nicht gedacht“, sagt Jürgen Schweikardt. „Fynn trainiert fleißig mit und ist immer da, wenn er gebraucht wird. Wir wollten ihn wenigstens mit einer Bundesliga-Minute belohnen.“

Dringend belohnen müssen sich die Stuttgarter demnächst mit Punkten, ansonsten laufen sie Gefahr, auf den Abstiegsplätzen zu überwintern. „Dessen sind wir uns bewusst“, sagt Schweikardt. Trotz der Flaute sei er optimistisch und habe nicht das Gefühl, „dass wir komplett falsch liegen“. Ein Konzeptwechsel jedenfalls sei nicht die Lösung.

Von der Partie in Berlin abgesehen, sei sein Team in keinem Spiel weit weg gewesen vom Gegner. Mal überzeuge die Defensive, mal der Angriff oder das Tempospiel. Das Problem sei, dass die einzelnen Bausteine zurzeit noch nicht parallel funktionierten. „Wir kriegen’s nicht auf den Punkt.“ Ganz abgesehen davon, dass nach wie vor zu viele Spieler auf dem Feld stehen, die nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte sind.

Der TVB braucht dringend ein Erfolgserlebnis

Vor dem Spiel gegen Hannover hat Max Häfner mit Magen-Darm-Problemen zwei Tage flach gelegen, Adam Lönn trainierte aufgrund einer Schwellung im Knie nicht. Und Elvar Asgeirsson hatte, als plötzliche Nummer eins auf der Spielmacher-Position, in seinem ersten Spiel vor 5000 Fans in der Arena mit der Nervosität zu kämpfen.

Inwieweit der verpatzte Saisonstart bereits Spuren hinterlassen hat in den Köpfen der Spieler, ist schwer zu sagen. Grundsätzlich, so Schweikardt, seien alle noch positiv gestimmt. „Klar ist aber auch, dass die Mannschaft dringend ein Erfolgserlebnis braucht, um den Glauben nicht zu verlieren.“ Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Mittwoch (20 Uhr), wenn der Liga-Konkurrent HC Erlangen im DHB-Pokal-Achtelfinale in der Scharrena gastiert. Schweikardt hofft, dass die Fans ihren TVB weiterhin tatkräftig unterstützen. Im nächsten Punktspiel muss der TVB am Sonntag (29.09./13.30 Uhr) nach Göppingen.

Für beide Spiele gibt's noch ausreichend Karten im Vorverkauf.


Spiel am Samstag:

  • Eulen Ludwigshafen – HC Erlangen (20.30 Uhr)

Die Spiele am Sonntag:

  • SC Magdeburg – Rhein-Neckar Löwen (13.30 Uhr)
  • TBV Lemgo – Füchse Berlin (16 Uhr)
  • HSG Nordhorn-Lingen – MT Melsungen (16 Uhr)
  • SG Flensburg-Handewitt – SC DHfK Leipzig (16 Uhr)

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