Nach Großbrand in Remshalden-Grunbach Spurensuche in der Brandruine hat begonnen

Ein Bauzaun mit dem Absperrband der Polizei umgibt die Brandruine in Grunbach. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Remshalden. Bei der Suche nach der Ursache des Brandes, der am vergangenen Freitag eine Lagerhalle in Grunbach zerstört hat, rechnet die Polizei nicht mit schnellen Ergebnissen. Für die Feuerwehr war es am Freitag ein Großeinsatz, bei dem es auch darum ging, eine Gefahr für Mensch und Umwelt in der Umgebung auszuschließen. Im Hintergrund waren zudem die Wassermeister des Remstalwerks gefordert.

Einige Bewohner Grunbachs haben den Großbrand am Freitag im Gewerbegebiet Breitwiesen nicht nur durch die riesige Rauchsäule mitbekommen. Sie spürten dessen Auswirkungen auch, wenn sie den Wasserhahn aufdrehten: Da kam unter Umständen kurzzeitig nicht sehr viel raus. Die Feuerwehr zog zur Bekämpfung des Brandes innerhalb kurzer Zeit so viel Wasser aus dem Netz, dass es zu starken Druckschwankungen kam. Insofern ein ganz normaler Vorgang, sagt Tobias Wiegand.

Der Technische Leiter des Remstalwerks war wie dessen Wassermeister am Freitag ebenfalls im Einsatz. „Wir werden von der Feuerwehr alarmiert“, sagt Wiegand. Im Fall eines Großbrandes öffnen dann die Wassermeister die Schieber, die sonst verschiedene Abschnitte des Netzes voneinander trennen, damit der Feuerwehr die größtmögliche Wassermenge zur Verfügung steht.

800 000 Liter Wasser beim Löschen verbraucht

Die Druckschwankungen im Netz, die die Grunbacher erlebten, kann Tobias Wiegand erklären: Da der Brandort am tiefsten Punkt von Grunbach sei, sei das Wasser dorthin durch die Fallleitung vom Hochbehälter „durchgerauscht“, als die Feuerwehr ihre Schläuche geöffnet habe. In den kleineren Leitungen, die von der Fallleitung abzweigen, komme dann teilweise nicht mehr so viel an. Wassermeister Bernhard Kurz vergleicht das mit einem Baum im Winter: „Im Stamm sammelt sich das Wasser, und die Blätter sterben ab.“

Insgesamt hat die Feuerwehr am Freitag etwa 800 Kubikmeter (800 000 Liter) Wasser verbraucht, um den Brand zu löschen. Der Hauptteil der Löscharbeiten spielte sich zwischen 5.45 und 7.45 Uhr ab. Diese Zeit brauchte die Feuerwehr ab der Alarmierung, um das hoch lodernde Feuer in der Firma GUP in der Fellbacher Straße zu löschen. Es brannten in dem Sanierungs- und Entsorgungsbetrieb gelagerte Materialien. Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen.

"Nach den Werten, die uns vorliegen, gab es keine Auffälligkeiten"

Da sich auch Schadstoffe unter den gelagerten Materialien befanden, untersuchte die Feuerwehr mit einem speziellen, aus Backnang angerückten Fahrzeug, ob durch die Rauchgase in der Luft eine Gefahr für die Bewohner der umliegenden Orte besteht – und konnte bald Entwarnung geben. Auch die entnommenen Proben des Rußniederschlags am Boden stellten sich nach einer Überprüfung im Labor als unbedenklich heraus.

„Nach den Werten, die uns vorliegen, gab es keine Auffälligkeiten“, sagt Timo Heckel, Sprecher der Remshaldener Feuerwehr. Wein, Getreide, Obst oder Gemüse, die in der Umgebung angebaut würden, könne man verzehren, meint Heckel. Der Messwagen der Feuerwehr war nicht nur in Grunbach, sondern in einem größeren Umkreis unterwegs, so zum Beispiel auch in Rohrbronn und Weinstadt.

Zeitlicher Ablauf

Für die Feuerwehr Remshalden dauerte der Einsatz am Freitag zunächst bis 16.30 Uhr. Dann verließ die noch abgestellte Brandwache den Ort des Geschehens. Am Abend musste die Feuerwehr dann aber noch einmal ausrücken, als jemand wegen erneut aufsteigenden Rauches den Notruf wählte. Gegen 20.30 Uhr sei dieses Wiederaufflackern dann jedoch auch gelöscht gewesen, sagt Timo Heckel.

Für die Kriminalpolizei hat nun am Dienstag die Spurensuche in der Brandruine begonnen, wobei es die Spezialisten dabei ziemlich schwer haben dürften. Das Gebäude liegt in Trümmern, ein Abrissbagger war dort während der Löscharbeiten im Einsatz, um Glutnester aufzudecken, alles ist mit Wasser und Schaum durchtränkt.

Simon Schneider, Geschäftsführer von GUP, konnte und wollte sich bislang gegenüber unserer Zeitung verständlicherweise nicht zu dem Geschehen äußern. „Wir gucken, dass der Betrieb weiterfunktioniert“, sagt er. Ansonsten müsse man abwarten, was die Untersuchungen am Brandort möglicherweise ergeben.


Feuerwehr: Bitte nicht auf Hydranten parken

Für Timo Heckel, Sprecher der Remshaldener Feuerwehr, in diesem Fall eher eine Randnotiz, aber im Ernstfall unter Umständen mitentscheidend über den Erfolg der Löscharbeiten: Ein Hydrant im Umfeld des Brandortes war am Freitag zugeparkt.

Die Hydranten, aus denen die Feuerwehr das Löschwasser zieht, sind normalerweise unter Gullydeckeln in der Straße verborgen, so auch in diesem Fall. Steht darauf ein Fahrzeug, kommt die Feuerwehr nicht ran. Da, so erklärt Timo Heckel, etwa alle 150 Meter ein Hydrant platziert ist, steht und fällt damit nicht die ganze Löschwasserversorgung, aber die Feuerwehr verliert eben Zeit, weil ein längerer Schlauch zum nächsten Hydranten gelegt werden muss.

Und woran erkennt man die Hydranten als Autofahrer? Eine ganz einfache Regel ist, sagt Timo Heckel: „Auf einem geschlossenen, runden Kanaldeckel sollte man nicht parken.“ Darunter verberge sich eigentlich immer eine Wasserentnahmestelle. Außerdem gibt es Hinweisschilder in der Nähe: ein weißes Rechteck mit rotem Rahmen und einem „H“.

  • Bewertung
    6

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!